BÜRGERMEISTERWAHL IN WAREN

Unternehmer Warnke baut auf Kandidaten Schnur

Die Müritzer Unternehmungsgruppe, kurz MUG, will im Bürgermeister-wahlkampf den Chef des Fraktionspartners FDP unterstützen. Dabei waren Toralf Schnur und MUG-Chef Ingo Warnke vor sieben Jahren noch Kontrahenten.
Toralf Schnur (links) kann auf die Unterstützung von MUG-Chef Ingo Warnke setzen.
Toralf Schnur (links) kann auf die Unterstützung von MUG-Chef Ingo Warnke setzen. Ingmar Nehls
Waren.

Aus dem Widersacher ist ein Unterstützer geworden. Ingo Warnke, Chef der Müritzer Unternehmungsgruppe, will im Warener Bürgermeisterwahlkampf den FDP-Kandidaten Toralf Schnur unterstützen. Bei der letzten Wahl vor sieben Jahren trat der bekannte Bauunternehmer noch selbst an und holte immerhin knappe 15 Prozent der Stimmen.

Warnkes Name hat Gewicht in Waren. Nun will er mit seiner Power Toralf Schnur unter die Arme greifen. „Er ist sachlicher geworden und beschäftigt sich tiefgründig mit den Themen“, sagt Warnke über seinen Fraktions-Chef Schnur.

„Gleiches Ziel”

Seit drei Jahren arbeiten die MUG und die FDP als Fraktion schon zusammen. Dabei ist dieses Konstrukt nur deshalb zustande gekommen, weil die Bloggerin Antje Rußbüldt-Gest, die sich 2014 mit Olaf Gaulke und Ingo Warnke zu einer Fraktion zusammengeschlossen hatte, nach wenigen Monaten in der Stadtvertretung ihr Mandat aufgab. Durch ihren Rückzug hatten die zwei MUG-Männer zwischenzeitlich den Fraktionsstatus verloren, bis sie sich Ende 2017 mit den FDP-Stadtvertretern Toralf Schnur und Daniel Niebuhr zu einer neuen Fraktion zusammentaten und sich inhaltlich annährten. „Wir haben das gleiche Ziel, nur manchmal unterschiedliche Wege, um da hinzukommen. Bei vielen Themen ticken wir aber gleich und schätzen den anderen für seine Kompetenz. Durch seine fleißige Arbeit sparen wir viel Zeit und Kraft bei dem Ehrenamt“, sagt Warnke.

Schnur hingegen schätzt in dem schlagkräftigen Bündnis, dass er Leute aus der Praxis mit am Tisch hat, die loslegen und etwas bewegen wollen in Waren.

Kritik an Führung der Verwaltung

Dass die MUG den Kandidaten des Fraktionspartners unterstützt, ist keine große Überraschung, aber auchkeine Selbstverständlichkeit, wie Warnke betont. Für die MUG sei die Parteizugehörigkeit eines Bürgermeisters nicht entscheidend, sondern die Art und Weise, wie das Amt ausgefüllt wird. Und da geht der Unternehmer mit dem derzeitigen Verwaltungs-Chef hart ins Gericht. „Die Verwaltung ist aus meiner Sicht führungslos. Es gibt keine klare, erkennbare Richtung. Wir brauchen einen Bürgermeister, der betriebswirtschaftlich und unternehmerisch denken kann“, sagt Ingo Warnke und meint, dassToralf Schnur diese Eigenschaft mitbringt.

Verarbeitendes Gewerbe gefragt

Wenn es um Stadtentwicklung geht, hat Ingo Warnke ein paar klare Vorstellungen. Seiner Meinung nach hat Waren sich zu sehr auf den Tourismus konzentriert und dadurch gebe es zu viele Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich. „Wir müssen verarbeitendes Gewerbe ansiedeln, meinetwegen durch wirtschaftliche Anreize. Denn wir brauchen Jobs, in denen man gut verdient, um junge Leute hier zu halten“, sagt Warnke. Mit schöner Natur allein könne man den deutlichen Lohnunterschied zu Jobs in größeren Städten nicht ausgleichen.

„Die Stadt muss jünger gemacht werden“, stimmt Toralf Schnur zu. Dazuwürden auch bezahlbare Grundstücke gehören. „Da müssen wir junge Familien unterstützen und subventionieren, ansonsten haben sie bei den Preisen auf dem freien Markt keine Chance“, sagt Schnur.

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