VERMISSTES TIER ZURÜCK

So wurde Kater Rocky zum Weltenbummler

Anfang Februar verschwand die rotfellige Katzee einer Röbeler Familie. Eine Familie aus einer Hunderte Kilometer entfernten Stadt sorgte nun dafür, dass Rockys Besitzer an Wunder glauben.
Um Rocky zurückzubekommen, suchten seine Besitzer stundenlang Röbel und die Umgebung ab. Nahe einer Gartenanlage ver
Um Rocky zurückzubekommen, suchten seine Besitzer stundenlang Röbel und die Umgebung ab. Nahe einer Gartenanlage verlor sich Mitte Februar aber schließlich seine Spur. Foto: Stefanie Hauswald Stefanie Hauswald
Röbel.

Jeden Tag hatte Familie Hauswald seit Anfang Februar die Stadt Röbel nach ihrem verschwundenen Kater Rocky abgesucht. Ihr tierischer Liebling wurde vermisst und tauchte wochenlang nicht auf. Nun aber habe sich ein Wunder ereignet, mit dem die Wahl-Röbeler nicht mehr gerechnet haben, erzählt Stefanie Hauswald voller Freude: Sie haben ihren geliebten Schmusetiger wieder. Und der hat offenbar die größte Reise seines noch jungen Lebens gemacht.

Mindestens 170 Kilometer

Das erste Lebenszeichen ihres elf Monate alten Katers erhielt die Familie nämlich aus Schwedt an der Oder. Wer mit dem Auto diese Strecke abfährt, hat einen Fahrweg von mindestens 170 Kilometern vor sich. Schier unglaublich, dass die Fellnase die ganze Strecke bis zur polnischen Grenze gelaufen sein soll.

Der Useriner Tierarzt Frank Dieffenbacher hält solch eine enorme Laufstrecke für unrealistisch. Noch dazu, wenn man sich Rockys Alter vor Augen führe. „Vermutlich ist er passiv irgendwo mitgefahren und gelangte so in diese Gegend“, sucht der Tierarzt nach einem realistischeren Grund, wie der Kater solch eine Distanz zurücklegen konnte.

Ein Anruf und eine Frage

Rockys Besitzer hatten die Hoffnung, ihn lebend wiederzusehen, beinahe schon aufgegeben. Insbesondere weil der tierische Mittelpunkt der Familie bislang gerade mal eine Nacht von seinem Zuhause fern geblieben war. Der erlösende Anruf erreichte die Familie schließlich in den Sonntagabendstunden. „Eine sehr nette ältere Dame fragte mich, ob wir nicht unseren Kater vermissen? Ihr wäre ein Kater namens Rocky zugelaufen“, erinnert sich Katzenliebhaberin Stefanie Hauswald an den hoffnungsbringenden Anruf. Die Anruferin stammt aus Schwedt – eine Tatsache, die Hauswalds im ersten Moment gar nicht glauben können und sprachlos macht.

Hatte die Anruferin wirklich ihre rote Fellnase in Obhut, die die Röbeler Familie seit vier Wochen vermisste? Die Erzählungen der Familie Wolf am anderen Ende der Telefonleitung überzeugten schließlich. Insbesondere dann, als die Schwedterin Rockys Zweitnamen vom Halsband vorlas: Balboa – in Anlehnung an die legendäre Box-Figur Rocky Balboa. „Die ersten 14 Tage bei uns ging unser Rocky immer in Box-Stellung, als er unseren Hund sah“, begründet die Röbelerin die Namenswahl. Nun bekommt die Samtpfote vielleicht noch einen dritten Namen: „Weltenbummler“.

Tochter Emmi stellte Rocky jeden Tag Futter vor die Tür

Für den Fall der Fälle hatten Hauswalds in ein blaues Halsband mit Banderole investiert. Dort befand sich auch ein Aufdruck, zu welcher Familie Rocky gehört – inklusive der Handynummer Stefanie Hauswalds.

Die Freude in dem Röbeler Haushalt war riesig. Jeder hat das rot-getigerte Fellknäuel vermisst, besonders Hauswalds fünfjährige Tochter Emmi. Das kleine Mädchen musste in der Vergangenheit schon einmal Abschied von einem Schmusetiger nehmen, weil dieser totgefahren wurde. Und auch in den letzten Wochen war die Trauer und Ungewissheit, wie es Rocky geht, spürbar. „Meine Tochter stellte ihm jeden Tag Futter vor die Tür“, erzählt die Mutter gerührt.

Seit dem Wochenende ist alles anders. Denn es gab nicht nur ein Lebenszeichen von Rocky, sondern er war auch wohlbehalten. Ganz überraschend, erzählte Familie Wolf aus Schwedt, sei die Samtpfote am 2. März im Garten des Ehepaares aufgetaucht. Anfangs noch zurückhaltend, machte Rocky später keine Anstalten mehr, das Grundstück zu verlassen, erzählt Hauswald. Der schmucke Kater suchte sich sogar einen Schlafplatz auf dem Gelände des Schwedter Paares. Das aber könnte daran gelegen haben, dass Familie Wolf selbst einen Kater besitzt und Rocky den tierischen Spielfreund nicht mehr missen wollte.

Halsband half weiter

Zog sich der Kater in den ersten Tagen noch vor dem Ehepaar zurück, gelang es den Schwedtern vor gut einer halben Woche, ihn zu streicheln. Genau dabei fiel das Halsband mit Kontaktdaten seiner Besitzer auf.

„Dem Zufall sei Dank, dass Rocky sein Halsband auf der langen Reise nicht verloren hat“, resümiert Stefanie Hauswald. Denn das half dem tierischen Weltenbummler, den Weg wieder nach Zuhause zu finden. Und die Moral von der Geschicht: Die schönsten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst, meint Stefanie Hauswald voller Ergriffenheit.

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