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Protest-Briefe an Ministerpräsidentin Schwesig

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Schluss mit dem Lernen in der Pups-Zone!

Katrin Huyoff (links) und Christa Schardin von der Grundschule Röbel zeigen Briefe, die die Grundschüler verfasst haben. 
Katrin Huyoff (links) und Christa Schardin von der Grundschule Röbel zeigen Briefe, die die Grundschüler verfasst haben.
Petra Konermann

Alte Klos und kaltes Wasser. Die Röbeler Grundschule muss dringend saniert werden, aber Geld vom Land gibt es doch nicht. Das stinkt den Eltern.

Es ist, als würde man einem Kind ein Stück Schokolade vor die Nase halten – und es genau dann wieder wegziehen, wenn das Kind danach greifen will. Genauso fühlen sich Christa Schardin und Katrin Huyoff, die eine Schulleiterin, die andere Lehrerin der Röbeler Grundschule. Vor ihnen liegen die Vorplanungen für eine Komplett-Sanierung der Schule – finanziert über Eigenmittel der Stadt und zum größten Teil über Fördermittel des Landes. Das Geld der Stadt ist da, die Förderung des Landes kommt aber nicht.

„Das ist bitter für uns“, sagt Schulleiterin Schardin. Eigentlich sollte die Einrichtung für rund 5,4 Millionen Euro zu einer Schule ausgebaut werden, in der auch die geforderte Inklusion realisiert werden kann. Doch Röbel ist nicht in das Förderprogramm des Landes gerutscht.

Gestank vom Klo zieht in die Klassenräume

Dabei ist die Sanierung dringend nötig. Wie dringend, das schreiben Eltern und Kinder in Briefe an MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und MV-Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). Während die Eltern zum Beispiel um eine „Sanierung der Toiletten“ bitten, finden die Kinder drastischere Bilder. Von Pups-Zone ist da zu lesen, von nervendem Gestank. Der Bereich mit den alten Toiletten verteile seinen Geruch sogar durch geschlossene Türen bis hinein in die Klassenzimmer.

Außerdem ist die Turnhalle der Grundschule zu klein, einen eigenen Sportplatz hat sie nicht, so dass die Schüler zur Turnhalle am Gotthunskamp oder weiter zum Friesensportplatz laufen müssen. Das geht aber von der Zeit für den Sportunterricht ab. Die Unterrichtsräume sind nicht schallisoliert, der Geräusch-Nachhall ist doppelt so hoch wie erlaubt – nur einige Beispiele von vielen.

Das Projekt hat oberste Priorität“, sagte Röbels Bürgermeister Andreas Sprick (CDU). Natürlich könnte die Stadt einige Mängel auch schon sofort beseitigen: Doch das Geld wäre dann weg, das man zur Finanzierung des Eigenanteils einer möglichen späteren Förderung dringend brauchen würde. „Wir als Stadt können die Komplexsanierung nicht alleine schultern, wir brauchen die Unterstützung des Landes. Wir arbeiten daran, neue Fördertöpfe zu finden“, machte Sprick deutlich. Die Briefaktion sei ein Anfang.