Deal angestrebt
Prozess um mutmaßliche Drogenbande geht weiter

Unter anderem diese Betäubungsmittel im Wert von weit über 100.000 Euro wurden sichergestellt (Archivbild).
Unter anderem diese Betäubungsmittel im Wert von weit über 100.000 Euro wurden sichergestellt (Archivbild).
Polizei

In Neubrandenburg steht am Mittwoch ein mutmaßliches Drogen-Netzwerk aus der Seenplatte erneut vor Gericht. Kommt ein Deal zustande, könnte es Geständnisse geben.

Am Landgericht Neubrandenburg wird am Mittwoch der Prozess gegen eine mutmaßliche Drogenbande fortgesetzt. Am zweiten Verhandlungstag wollen die Beteiligten mitteilen, ob sie sich auf einen sogenannten Deal geeinigt haben. Mehrere Verteidiger, darunter der letzte DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel, hatten bei einer Einigung auch Geständnisse der drei Angeklagten in Aussicht gestellt.

Die Staatsanwaltschaft wirft den 39, 30 und 28 Jahre alten Angeklagten aus der Müritz-Region bandenmäßigen Drogenhandel in mindestens acht Fällen vor. Sie sollen mit weiteren Verdächtigen – insgesamt zwölf – über ein Jahr kiloweise Betäubungsmittel unter anderem aus Hamburg besorgt und gewerbsmäßig vertrieben haben. In der Anklage sind allein 23 Kilogramm Marihuana, Amphetamine, Kokain und Ecstasy-Tabletten aufgezählt.

Razzia mit 160 Beamten

Als Haupttäter gelten laut Anklage die zwei älteren Männer, wobei der 39-Jährige einschlägig vorbestraft ist. Die Gruppe war bei einer größeren Razzia mit 160 Beamten im Juni 2018 aufgeflogen. Damals waren 15 Gebäude und Grundstücke in Waren an der Müritz, Möllenhagen und anderen Dörfern der Region sowie in Hamburg durchsucht worden. Dabei wurden Kokain, Amphetamine, Marihuana und Ecstasy-Pillen in größeren Mengen sowie eine sechsstellige Summe Bargeld beschlagnahmt.

Den Angeklagten drohen bei einer bandenmäßigen Tat Haftstrafen nicht unter fünf Jahren. Sollte es zu einer Absprache kommen, könnte dies das komplexe Verfahren deutlich abkürzen.