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Gelder fallen weg

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Produktionsschule Waren ist in ihrer Existenz gefährdet

Zeugnisübergabe an der Produktionsschule in Waren. Bürgermeister Norbert Möller überreichte stolzen Absolventen ihre Zeugnisse. Soll das etwa bald Vergangenheit sein? 
Zeugnisübergabe an der Produktionsschule in Waren. Bürgermeister Norbert Möller überreichte stolzen Absolventen ihre Zeugnisse. Soll das etwa bald Vergangenheit sein?
Archiv/Monika Jacobs

Die Agentur für Arbeit zieht sich aus der Finanzierung zurück. Ein Drittel der Schüler, die in der Produktionsschule fit für die Zukunft gemacht werden, könnte damit wegfallen. Auch die Linke wird auf das Thema aufmerksam und will es in den Landtag tragen.

Die Warener Produktionsschule ist in ihrer Existenz bedroht. Das bestätigte die Gesamtleiterin des CJD Nord, Kornelia Hennek, am Mittwochabend auf Nachfrage des Nordkurier.

In der Warener Produktionsschule, die vom CJD Nord betrieben wird, werden derzeit 60 Jugendliche darauf vorbereitet, ins Berufsleben starten zu können. Wer hier lernt, der hat entweder keinen Schulabschluss erreicht, keinen Ausbildungsplatz erhalten, eine Ausbildung nicht beendet, noch keine Arbeit gefunden oder sucht eine neue berufliche Perspektive.Hier haben sie die Möglichkeit, einen Schulabschluss nachzuholen und erhalten Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.

Finanziert wird die Ausbildung an der seit dem Jahr 2000 bestehenden Einrichtung unter anderem durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF), des Jugendamtes des Landkreises und der Arbeitsagentur.

Die Agentur für Arbeit, die derzeit 20 Schüler zugewiesen hat, habe nun angekündigt, ab dem 1. September keine weiteren Plätze mehr zu belegen und zu kofinanzieren. Als Begründung habe die Agentur einen Mangel an Jugendlichen mit solchen Bedarfen angegeben, erklärt Kornelia Hennek. Ein Sprecher der Arbeitsagentur war am Mittwochabend für den Nordkurier nicht mehr zu erreichen.

Fällt ein wichtiger Geldgeber für ein Drittel aller Schüler aus, sei das existenzbedrohend, sagt Hennek. Dennoch stecke man den Kopf nicht in den Sand und versuche, die Produktionsschule zu retten. Dafür sei man momentan im Gespräch mit dem Landkreis, mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter.

Junge Leute bekommen hier eine Perspektive

Auch die Politik wird auf das Thema aufmerksam. Peter Ritter, Vize-Chef der Kreistagsfraktion der Linken beklagt allerdings noch ein Informationsdefizit. „Leider wird auf die konkreten Hintergründe und Ursachen diesbezüglich nur unzureichend von Seiten des Sozialdezernenten Michael Löffler eingegangen, so dass ich jetzt noch einmal um nähere Ausführungen gebeten habe. Die Karten müssen offen auf den Tisch gelegt werden“, erklärt Ritter gegenüber dem Nordkurier.

Auch der Landratskandidat der Linken in der Seenplatte, Volker Bieschke, ist angesichts dieser aktuellen Entwicklung besorgt. „Der Standort in Waren muss unbedingt erhalten und gestärkt werden – die Produktionsschule ist außerordentlich wichtig und gewinnbringend für unsere Region", erklärte er.

Eine Gefährdung „der bisherigen hervorragenden Arbeit“ oder gar eine Schließung der Warener Produktionsschule dürfe unter keinen Umständen eintreten, so Ritter und Bieschke abschließend. Die Landtagsfraktion der Linken habe zudem einen entsprechenden Antrag für die kommende Landtagssitzung eingereicht.