FESTIVAL

Polizeipräsident überlegt noch, ob er auch zur Fusion kommt

Im Streit um das Fusion-Festival stand immer wieder der Polizeipräsident von Neubrandenburg im Feuer, einige Politiker forderten sogar seinen Rücktritt. Davon zeigt sich dieser nun überrascht.
Simon Voigt Simon Voigt
Ob auch der Polizeipräsident Nils-Hoffmann-Ritterbusch die Fusion besuchen wird, hat er noch nicht entschieden.
Ob auch der Polizeipräsident Nils-Hoffmann-Ritterbusch die Fusion besuchen wird, hat er noch nicht entschieden. Simon Voigt, dpa/NK-Grafik
2
SMS
Neubrandenburg.

Am Donnerstag beginnt das Fusion-Festival in Lärz offiziell, doch schon jetzt dürften sich die ersten Besucher auf den Weg in die Seenplatte machen. Sie alle freuen sich auf ein großes Fest, doch diesmal dürfte alles ein bisschen anders werden, als in den Jahren zuvor.

Die Polizei, sie war schon immer mit einem Großaufgebot rund um das Festival im Einsatz, wird nun erstmals mit einer temporären Wache am Festival-Eingang präsent sein. Über diesen Einsatz gab es einen Streit, denn das Polizeipräsidium Neubrandenburg wollte eigentlich noch viel weiter gehen, die Wache direkt auf das Festivalgelände stellen und dort Polizisten Streife laufen lassen. Der Veranstalter-Verein „Kulturkosmos“ lehnte diese Idee ab. Immerhin, so hieß es, findet das Festival seit 1997 statt und wurde auch von der Polizei immer wieder als besonders friedfertig gelobt.

Letztendlich erteilten die zuständigen Behörden ihre Genehmigung für das Festival. Die Polizei bleibt im aktuellen Sicherheitskonzept des Vereins draußen, aber in der Nähe. Es gibt eine klare Regelung, unter welchen Bedingungen Polizisten das Gelände betreten können.

„Vertrauensvolle Zusammenarbeit”

Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums betont, dass die Auseinandersetzung seit Ende 2018 lief und letztlich gemeinsam ein guter und tragfähiger Kompromiss gefunden worden sei. „Das ist aus jetziger Sicht eine sehr gute Ausgangslage, um vereint mit dem Veranstalter und allen Sicherheits- und Ordnungskräften vertrauensvoll vor, während und nach der Fusion zusammenzuarbeiten,“ heißt es. Der Nordkurier wollte auch mit dem Polizeipräsidenten Nils Hoffmann-Ritterbusch sprechen, der aus Zeitgründen aber nur einige Fragen schriftlich beantworten wollte. „Unser Hauptaugenmerk – ansprechbar und handlungsfähig zu sein – geriet in der öffentlichen Wahrnehmung leider in den Hintergrund”, betont nun Hoffmann-Ritterbusch. Dabei blendet er aus, dass der Verein, als der Streit im Mai öffentlich wurde, immer wieder genau die Kompromisslösung (Wache am Festivalrand) angeboten hat, der die Polizei nun zugestimmt hat.

Hoffmann-Ritterbusch erwähnte während des Streits ein Zitat des Veranstalters, das in Vorgesprächen gefallen sein soll: „Es kommen zehntausende linksalternative Besucher, denen kann ich nicht vermitteln, wenn die Polizei anwesend ist. Das erzeugt Dynamiken, die nicht zu kontrollieren sind.“ Dies sollte als Beispiel für ein Bedrohungsszenario dienen, für eine generelle Feindseligkeit gegenüber der Polizei. Auf die Frage, wie es das heute bewertet, sagt Hoffmann-Ritterbusch: „Das erwähnte Zitat ist sicherlich auch einer zu diesem Zeitpunkt kontroversen Debatte zuzuschreiben gewesen, an der ich sicher meinen Anteil hatte.”

Ein Polizeipräsident, der nicht zurücktreten kann

Über die Auseinandersetzung an der Seenplatte hatten bundesweit Medien berichtet, auch Politiker verschiedener Parteien machten sich für das Festival stark. „Das bundesweite Echo war angesichts der Größe, der überregionalen Bekanntheit und der Bedeutung des Festivals durchaus zu erwarten," so die Sprecherin. Die „Schärfe, Wertung und Personifizierung” sei aber überraschend gewesen. Dies habe gezeigt, wie wichtig eine sachliche Diskussion zu Sicherheitskonzepten sei.

Einige Politiker hatten sogar den Rücktritt des Polizeipräsidenten gefordert. Dazu heißt es: „Rücktrittsforderungen sind ein gern genommenes Mittel in der öffentlichen politischen Kommunikation.” Das Amt eines Polizeipräsidenten der Landespolizei MV sei jedoch kein politisches oder rücktrittsfähiges Konstrukt. Es gelte das Beamtenrecht mit seinen Bestimmungen.

 

 

 

Auf die Frage, ob der Polizeipräsident während der Festivalzeit auch persönlich den Einsatz besuchen wolle, antwortete dieser: „Ich übe dieses Amt nach wie vor gern aus und leite während des Festivals den polizeilichen Einsatz. Ob ich als Polizeiführer die Einsatzkräfte im Einsatzraum besuchen werde, habe ich noch nicht entschieden.”

Immerhin: Anfang des Jahres ist Polizeipräsident Nils Hoffmann-Ritterbusch schon mit dem Polizeihubschrauber über das Fusion-Gelände geflogen.

zur Homepage
Unser Sommerhit: Nordkurier digital + gratis Tablet

Kommentare (2)

Was sich der Ritterbusch hier zusammen gedacht hat, ist einfach nur mit peinlicher Provinzposse zu beschreiben. Er hat versucht den starken Macker zu markieren und sich damit anständig ins Knie geschossen. Dies war sicherlich keine Werbung für MV. Die Gegenpartei, der Verein, hat sich trotz des Schwachsinn der da auf sie zukommen sollte, extrem professionell und entgegenkommend verhalten. Und hat sich für seine Besucher gerade gemacht. Danke.
Herr Ritterbusch ist zwar Beamter, sollte aber entsprechend seiner Kleingeistigkeit dahin geschickt werden, wo er wenig Schaden anrichten kann. Knöllchen schreiben oder so.
Natürlich ist die Fusion links. Und die meisten die dort hingehen sind es auch. Und das ist gut so und wird gebraucht. Besonders wenn man sich die letzten Vorkommnisse bzgl. SEK anschaut. Oder die vielen rechten Hinterhof Konzerte, die es zu Hauf in MV gibt. Also Ritterbusch es gibt wichtigeres zu tun und ich hoffe, daß ein wenig Demut einkehrt bei Ihnen und anderen Scharfmachern. Ich freu mich auf die Fusion. Piff Paff, out...

..."Der kleine Nils möchte bitte am Eingang abgeholt werden"