Wildunfälle
Polizei mahnt Autofahrer zur Vorsicht

In der Mecklenburgischen Seenplatte kommt es aufgrund der hohen Wildbestände häufiger zu Unfällen.
In der Mecklenburgischen Seenplatte kommt es aufgrund der hohen Wildbestände häufiger zu Unfällen.
Julian Stratenschulte

Es ist wieder die Zeit des Jahres, in der es vermehrt zu Wildunfällen kommt. Die Polizei erklärt, wie man sich zu verhalten hat, wenn die Tiere die Wege der Autofahrer kreuzen.

Die Polizei Mecklenburg-Vorpommern macht zurzeit wieder auf vermehrten Wildwechsel und die damit verbundenen Gefahren aufmerksam. Vor allem morgens und abends seien Autofahrer zur Vorsicht aufgerufen. Dann müssen sie besonders damit rechnen, dass Tiere die Straßen der Müritzregion überqueren.

„Wenn sich Bambi, Klopfer, Herr Dachs und die borstige Verwandtschaft von Piggeldy und Frederick im Herbst auf die Suche nach Futter oder einem Partner machen, treffen sie in der morgendlichen und abendlichen Dämmerung auf den Berufsverkehr”, schreiben die Beamten auf ihrer Facebook-Seite. Das habe zur Folge, dass insbesondere in dieser Zeit ein erhöhtes Risiko für Wildunfälle bestehe.

Polizei gibt Tipps

Die Polizei gibt deshalb folgende Tipps mit auf die Fahrt: „Fahrt vorausschauend und vorsichtig, mit angepasster Geschwindigkeit. Haltet ausreichend Abstand zum Vordermann, falls dieser zum Beispiel mal stark bremsen muss.” Und weiter: „Sollte es doch zu einem Unfall kommen, Warnblinklicht einschalten, Warndreieck aufstellen, gegebenenfalls Verletzte versorgen und die Polizei verständigen.”

Polizei: „Bei unvermeidbarem Wildunfall nicht ausweichen”

„Um das gegebenenfalls verletzte oder sogar getötete Tier kümmern wir uns, einfach mitnehmen ist nicht erlaubt!” Ganz wichtig sei, und das betont Kathrin Jähner, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg, bei einem unvermeidbaren Zusammenstoß nicht auszuweichen!

„Es haben sich in der letzten Vergangenheit Wildunfälle mit schwerverletzten Personen ereignet, weil die Fahrer ausgewichen und letztlich gegen einen Straßenbaum gefahren sind. Das Wild hat dann überlebt oder ist geflüchtet, aber der Fahrer wurde schwer verletzt”, so Jähner.

Unfallzahlen im September stark zurückgegangen

In den Bereichen der Polizeireviere Waren und Röbel – also in der kompletten Müritzregion zwischen Penzlin und Malchow – ist die Zahl der Wildunfälle im Vergleich zum Vorjahr fast gleich hoch geblieben. Mit einer sehr auffälligen Ausnahme. Im September des Vorjahres waren es 85 Zusammenstöße, in diesem Jahr glücklicherweise nur 54.

Eine genaue Aussage zu treffen, warum es im neunten Monat diese extremen Unterschiede gab, ist schwierig, sagt Dierk Meyer. Er ist Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Morizaner. „Es kann damit zusammenhängen, dass wir eine starke Mast haben, sodass Schwarzwild und Rehe nicht unbedingt darauf angewiesen sind, weite Wege zu ziehen, um Fressen zu finden. Das könnte eine Begründung sein”, vermutet er.