Hängepartie

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Penzlin möchte eine Brücke zwischen alter und neuer Burg

Die neue und die alte Burg sind vielleicht bald wieder mit einer Brücke verbunden. Wie diese Verbindung aussehen könnte, hat ein Landschaftsarchitekturbüro bereits erarbeitet.  
Die neue und die alte Burg sind vielleicht bald wieder mit einer Brücke verbunden. Wie diese Verbindung aussehen könnte, hat ein Landschaftsarchitekturbüro bereits erarbeitet.
Monika Jacobs/Archiv

Brücken verbinden. Sie können aber auch trennen, wie die Stadtvertreter in Penzlin zeigen. Was die einen als Chance sehen, hinterfragen andere.

Mit etwas Glück könnte die Rekonstruktion der historischen Brücke von der Neuen Burg zu der Alten Burg in Penzlin bald Wirklichkeit sein. Denn die Stadtverwaltung hat nach vielen Jahren ein passendes Förderprogramm gefunden, das den Großteil des Projektes finanzieren würde. Vorausgesetzt, Penzlin bekommt den Zuschlag. 75 Prozent der geplanten Baukosten, die knapp 460.000 Euro betragen, wären mit der Förderung gedeckelt. 115.000 Euro müsste Penzlin dann noch als Eigenanteil kofinanzieren.

Für den Förderantrag brauchte Bürgermeister Sven Flechner nur noch ein positives Signal der Penzliner Stadtvertreter. Sie sollten bei der Stadtvertretersitzung am Dienstagabend darüber abstimmen, ob sie die Brücke politisch mittragen.

Idee gibt es schon seit zehn Jahren

Bereits seit mehr als zehn Jahren gibt es die Idee schon, die historische Brücke wieder herzustellen. Sie soll sowohl eine touristische Achse zwischen den beiden Veranstaltungsorten sein, als auch ein besserer Weg für Schüler zur Sporthalle. Vom Landschaftsarchitekturbüro Professor Pulkenat gab es auch schon eine Vorplanung, auf die man sich verständigt hatte und die in den Ausschüssen vorgestellt und diskutiert wurde.

Was vor der Sitzung für Sven Flechner nach einer sicheren Sache aussah, entwickelte sich zu einer Hängepartie. Denn einige Stadtvertreter fühlten sich nicht ausreichend über das Projekt informiert. Lange lag das Projekt auf Eis. Jetzt hat sich kurzfristig ein Förderfenster aufgetan, was die Verwaltung nutzen möchte, bevor es wieder zuschlägt. Der Antrag auf Fördermittel muss schnell raus.

Problem Eigenanteil

Durch das Tempo fühlten sich einige gewählte Vertreter aber überrannt. „Ich weiß nicht, worüber wir reden. Das ist schlecht vorbereitet“, kritisierte Norbert Schumacher von der Fraktion Lebenswertes Penzlin. Jutta Jenewsky, Fraktionsvorsitzende der CDU, wollte das Thema am liebsten erneut in einem Fachausschuss diskutieren. „Wir sind für Entwicklung, aber so geht es nicht“, meinte die Stadtvertreterin.

Auch der Eigenanteil bereitete einigen Stadtvertretern Bauchschmerzen. Wo soll das Geld herkommen? Aus Schlüsselzuwendungen, die für Investitionen ausgegeben werden müssen, klärte Sven Flechner auf. Für den Haushalt 2019 seien das immerhin 255.000 Euro. „Ob wir die Förderung für die Brücke bekommen, ist noch gar nicht klar. Die Karten müssen aber im Spiel sein und der Fördermittelgeber verlangt einen Grundsatzbeschluss“, warb Sven Flechner.

Seine Verwunderung über die ausgebrochene Grundsatzdiskussion konnte er nicht verbergen. Stadtvertreterpräsident Michael Baaß war schon drauf und dran, eine Sondersitzung der Stadtvertretung ausschließlich für dieses Thema einzuberufen. Eine Umformulierung des Antrags brachte Flechner und den Befürwortern unter den Stadtvertretern dann doch noch die Erlösung. Die Stadtvertreter einigten sich darauf, dass sie die grundsätzliche Durchführung eines Einzelvorhabens beschließen. Über diese sprachliche Brücke konnten, mit Ausnahme von Stadtvertreterin Elke Haker, alle anwesenden Vertreter gehen.