WARENER ERERINNERN AN DAS KRIEGSENDE

Neue Namenstafel vor der trauernden Mutter enthüllt

An der Gedenkstätte mit der Skulptur der trauernden Mutter in Waren wurde an das Kriegsende vor 75 Jahren erinnert. Und es wurde eine neue Namenstafel enthüllt, denn durch die Forschung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland sind die Namen von weiteren gefallenen Soldaten bekannt geworden.
Statt die neuen Namen nachträglich an das Kunstwerk „Trauernde Mutter“ (im Hintergrund) anzubringen, hat die
Statt die neuen Namen nachträglich an das Kunstwerk „Trauernde Mutter“ (im Hintergrund) anzubringen, hat die Warener Stadtverwaltung in Absprache mit den Söhnen von Walter Preik eine andere Lösung gefunden. Am Jahrestag des Kriegsendes wurde die Namenstafel gestern feierlich enthüllt. Vorn im Bild Bürgermeister Norbert Möller, hinten Rüdiger Prehn. Ingmar Nehls
Warens Bürgermeister Norbert Möller (links) und der Präsident der Stadtvertretung, Rüdiger Prehn, enth&uum
Warens Bürgermeister Norbert Möller (links) und der Präsident der Stadtvertretung, Rüdiger Prehn, enthüllen die neue Stele mit der Namenstafel. Ingmar Nehls
76 Namen von Soldaten, die in Waren ihre letzte Ruhe fanden, stehen nun gut lesbar auf der Tafel.
76 Namen von Soldaten, die in Waren ihre letzte Ruhe fanden, stehen nun gut lesbar auf der Tafel. Ingmar Nehls
Waren.

Die erste große Arbeit von Walther Preik in Waren verrät viel über den Künstler, der am 11. Mai vor zwei Jahren verstarb. Denn statt den Wunsch der Genossen umzusetzen und einen großen Soldaten in Stein zu hauen, entwarf Walther Preik das Bildnis einer trauernden Mutter und schuf so ein dauerhaftes Symbol, das sich von Ideologien, Schauplätzen und Zeiten loslöst. „Mein Vater war immer Pazifist. Er hat die dramatischen Ereignisse des Kriegs miterlebt und wollte ein Mahnmal für alle Menschen schaffen, die um jemanden trauern“, sagte Ole Preik am Freitag, als auch in Waren am 75. Jahrestag an das Ende des Zweiten Weltkrieges mit einer Gedenkveranstaltung erinnert wurde.

Blumen zum Gedenken

Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD), der Präsident der Stadtvertretung, Rüdiger Prehn (Die Linke) und Norbert Schipke vom Bund der Antifaschisten legten Blumen und Gebinde an der trauernden Mutter ab. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen durch das Coronavirus war eine öffentliche Gedenkveranstaltung nicht möglich. Dennoch ließen es sich einige Warener nicht nehmen, auch Blumen abzulegen und innezuhalten.

Dass die Mutter eine Ähnlichkeit zu den Plastiken Ernst Barlachs hat, ist kein Zufall, wie Preiks Sohn Ole verriet. „Gerade zu Beginn seines Schaffens nach dem Studium war die Formensprache stark beeinflusst durch Barlach“, sagte Ole Preik.

Neuer Stein korrespondiert mit Kunstwerk

Vor 60 Jahren wurde die Gedenkstätte errichtet und die 161 sowjetischen Armeeangehörigen vom Neuen Markt zum Warener Friedhof umgebettet. Walther Preik war damals persönlich dabei, wie sein Sohn erzählt. Die zu dem Zeitpunkt bekannten Namen der Soldaten wurden in kyrillischer Schrift in den Stein gehauen. Durch die Verwitterung ist die Lesbarkeit mit den Jahren jedoch zurückgegangen und durch die engagierte Arbeit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland wurden weitere Namen erforscht. Ein paar hatte Ole Preik schon nachgetragen. Doch mittlerweile sind zu den 61 Namen 15 weitere dazugekommen, die nicht mehr auf den Stein passten. Weil es nicht im Sinne von Walther Preik gewesen wäre, eine Namenstafel an das Kunstwerk anzubringen, einigten sich die Stadtverwaltung und Preiks Söhne darauf, eine Stele mit einer Namenstafel aus Bronze aufzustellen, die mit der trauernden Mutter korrespondiert. Dafür wurde auch extra der passende Naturstein, Rochlitzer Porphyr, der Stein der sächsischen Könige, besorgt. Die Initiative für die Erneuerung anlässlich des 75. Jahrestages ging von der Fraktion Die Linke aus.

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