ZWEITER WELTKRIEG

Neue Gedenktafel für getötete Soldaten in Alt Schwerin

In dem Ort wird ein belebter Platz zur Geschichtsstunde: Ein Findling und eine Tafel erinnern an Schlimmes.
Neben dem Bistro „Lütt Eck“, das am Alt Schweriner Agroneum liegt, wurde der Findling mit der Gedenktafel pos
Neben dem Bistro „Lütt Eck“, das am Alt Schweriner Agroneum liegt, wurde der Findling mit der Gedenktafel postiert. Grit Rodenhagen
Die Gedenktafel samt Findling soll am Samstag offiziell eingeweiht werden.
Die Gedenktafel samt Findling soll am Samstag offiziell eingeweiht werden. Franc Heinrihar
Alt Schwerin.

Eigentlich sollten die 16- und 17-Jährigen Soldaten vom Nachschubbataillon „Schlagether“ am 1. Mai 1945 „nur“ den Bahnhof in Karow beschützen. Der Haltepunkt war damals ein wichtiger Knotenpunkt, von dem Züge in die Richtungen Wismar, Waren, Güstrow oder auch Plau am See fuhren. Um ihren Auftrag zu erfüllen, gingen die Burschen in einem nahe gelegenen Waldstück am Plauer See in Stellung. Doch dann rückte die sowjetische Armee immer näher. Die jungen Männer wurden zur Flucht gezwungen. Die führte über das freie Feld in Richtung Alt Schwerin. Dabei wurden 32 der 35 jungen Soldaten erschossen. Aber erst zehn Tage später wurden ihre Leichen gefunden. „Sie wurden dann an Ort und Stelle beerdigt“, sagte Klaus Hinrichs, Alt Schwerins langjähriger Pastor und nun im Ruhestand.

Zur Mahnung für die Lebenden wird der Förderverein Agroneum an diesem Sonnabend, 27. Juni, um 15 Uhr einen Findling mit einer Gedenktafel auf dem Platz neben dem Bistro „Lütt Eck“ offiziell einweihen. Das Aufstellen des Gedenksteines hatte bereits die alte Gemeindevertretung beschlossen. Auch der aktuelle ehrenamtliche Bürgermeister, Franc Heinrihar, steht hinter dieser Entscheidung. „Es waren junge Soldaten, die leider viel zu früh ihr Leben lassen mussten“, sagte Heinrihar, der bei der offiziellen Einweihung dabei sein wird. Er freue sich, dass die Gedenktafel nun in Alt Schwerin zu sehen ist.

Angeregt wurde die Aktion von Klaus Hinrichs. Er hatte vor etwa vier Jahren die Gedenktafel von Gerhard Pieper erhalten. Der Bielefelder Gerhard Pieper gehörte damals der Soldatentruppe der 16- und 17-Jährigen an. „Er hatte den Aufbruch an jenem Tag verschlafen“, erzählt Hinrichs. Das hätte ihm letztendlich das Leben gerettet.

Feuergefecht spielte sich knapp vor Alt Schwerin ab

Die Inschrift auf der Gedenktafel widmet Pieper vor allem seinen Kameraden. „Sie standen mit 17 Jahren am Anfang ihres Lebens und hatten den Wunsch zu überleben“. In seinen Augen hätten sie ein Recht auf ein Mahnmal. Und er hätte die Pflicht, dafür zu sorgen, schreibt er weiter. Was auch erfolgte.

Schon Anfang der Neunziger Jahre hatte er bei der damaligen Gemeindevertretung dafür geworben, dass seine Kameraden einen Gedenkstein erhalten. Der steht nun auf dem Friedhof. Aber mit einer Inschrift, die die Abgeordneten formuliert hatten. „Gedenket aller Gefallenen und gedenket der Gefallenen bei sowie aus Alt Schwerin“ steht dort geschrieben.

Der neue Gedenkstein widmet sich nun ganz speziell den 16- und 17-jährigen Soldaten. Allerdings sollte er nicht wieder auf dem Friedhof stehen. Er sollte an einer belebteren Stelle in Alt Schwerin postiert werden. Unter anderem auch deshalb, weil sich das Gefecht nur wenige Kilometer vor Alt Schwerin abspielte. Schließlich entschied man sich für den Platz neben „Lütt Eck“, dort, wo auch der Museumstraktor steht.

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