BAUARBEITEN AUF DER A19

Letzter großer Akt beim Bau der Petersdorfer Brücke

Bei der Petersdorfer Brücke handelt es sich zwar um kein Drama, doch seit Dezember 2017 hat es hier drei bedeutsame Akte gegeben: Drei Mega-Stahlträger wurden bereits eingezogen. Der letzte folgt am Mitwoch und wird noch einmal einige Schweißperlen kosten.
Auf zwei Pontons wird der Stahlträger unter die Autobahnbrücke eingeschwommen und dort in richtiger Position auf cir
Auf zwei Pontons wird der Stahlträger unter die Autobahnbrücke eingeschwommen und dort in richtiger Position auf circa zwei, drei Meter eingehoben. Deges Petersdorfer Brücke
Wolfgang Cramer zieht das auf dem Wasser treibende Ponton in Position. Auf den Hydraulikstempeln (rot) soll der tonnenschwere
Wolfgang Cramer zieht das auf dem Wasser treibende Ponton in Position. Auf den Hydraulikstempeln (rot) soll der tonnenschwere Träger aufliegen. Susann Salzmann
Dieses Motorrad-Skelett verfing sich zwischen Drähten. Arbeiter holten die gefledderte MZ erst kürzlich so aus dem P
Dieses Motorrad-Skelett verfing sich zwischen Drähten. Arbeiter holten die gefledderte MZ erst kürzlich so aus dem Petersdorfer See. Susann Salzmann
Ab heute Vormittag wird von dieser Stelle kein Himmel mehr zu sehen sein, weil der Stahlträger in den Verankerungen platz
Ab heute Vormittag wird von dieser Stelle kein Himmel mehr zu sehen sein, weil der Stahlträger in den Verankerungen platziert wird. Susann Salzmann
Imposanter Blick von oben auf die Baustelle der Petersdorfer Brücke.
Imposanter Blick von oben auf die Baustelle der Petersdorfer Brücke. Deges Petersdorfer Brücke
Malchow.

Bald zerrt die Fahrt für Meeresfreunde über die A 19 nicht mehr so stark an den Nerven. Auf einer der wichtigsten Autobahnverbindungen von Ost- und Süddeutschland an die Mecklenburgische Ostseeküste schließt sich in einigen Monaten eine Baustelle. Der Ersatzneubau der Petersdorfer Brücke soll voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein. In dieser Woche stehen zwei Mega-Stahlträger im Mittelpunkt des letzten großen Akts. Und bei dem beeindrucken allein die bloßen Zahlen: Die einzelnen Träger-Kolosse für die östliche Teilbrücke sind nämlich 93 Meter lang und genau 286 Tonnen schwer. Sie finden ihren Platz mehr als zwei Jahre, nachdem im Dezember 2017 kurz vor Weihnachten der erste Stahlträger eingehoben worden ist.

Bevor die Arbeiten am Ersatzneubau nahe der A-19-Anschlussstelle Waren beendet sein könnten, waren und sind in dieser Woche ein feinfühliges Händchen und Adleraugen gefragt. Immerhin müssen zwei gigantische Stahl-Kolosse zentimetergenau an ihre vorgesehene Position gelangen. Der erste Stahlträger war am Dienstag bei einem Pressetermin schon an Ort und Stelle. Bis zum Mittwochvormittag soll der zweite mit seinen knapp 300 Tonnen ebenfalls seinen Platz für die nächsten mindestens 100 Jahre einnehmen.

Wie das? Mithilfe von Pontons, die auf dem unter der Autobahnbrücke liegenden Petersdorfer See schwimmen. Wolfgang Cramer ist Wasserbaupolier und brachte am Dienstag ein Ende des Stahlträgers – darauf werden später die Fahrzeuge und sogar Schwerlaster bis 200 Tonnen darüber rollen – zunächst auf einem Ponton zum Liegen. Sein Kollege bewegte mit einer Fernbedienung zwei fahrbare, achsförmige Plattformen. Dort lag der mächtige Korpus auf.

Kosten deutlich höher als ursprünglich geplant

Mittwochvormittag soll das andere Ende des Trägers auf ein zweites Ponton manövriert werden. „So werden die beiden Mittelsegmente erst eingeschwommen und dann etwa zwei, drei Meter hochgehievt“, erklärte der Polier. Drei Schiffe, vier gesetzte Anker und zu den Schwimmplattformen führende Winden sollen das Brückenelement schließlich in die richtige Position auf dem Wasser bringen. „Mit sogenannten Litzenhebern werden sie zwischen den Brückenpfeilern angehoben und mit den bereits eingeschobenen Randträgern verschweißt“, erläutert Deges-Projektleiter Michael Herbst.

Mit diesem Schritt befindet sich die Deges als Planungsgesellschaft auf der Zielgeraden bei dem inzwischen mindestens 62  Millionen Euro teueren Brückenprojekt. Ursprünglich war man bei Baubeginn von einer Summe von rund 43 Millionen Euro ausgegangen. Das 1978 errichtete Vorgängerbauwerk konnte den zunehmenden Lastenverkehr immer weniger verkraften. Die Brücke wurde schließlich abgerissen.

Bereits im Juli 2018 hatte sich die Verkehrssituation nach der Freigabe der westlichen Hälfte der neuen Petersdorfer Brücke deutlich entspannt. Seitdem stehen zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Malchow

Kommende Events in Malchow

zur Homepage