Letzter großer Wunsch
Krebskranke Röbelerin tritt ihre Reise an

Voraussichtlich ein letztes Mal kann Beate Lorbeer ihre alte Heimat wiedersehen – und sie auch ihrem Mann Nico zeigen.  
Voraussichtlich ein letztes Mal kann Beate Lorbeer ihre alte Heimat wiedersehen – und sie auch ihrem Mann Nico zeigen.
Susann Salzmann

Mit dem Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes samt medizinischer Betreuung reist Beate Lorbeer am Mittwoch zu ihrem Sohn ins Saarland.

Beate Lorbeer tritt am Mittwoch um 7.30 Uhr ihre wohl letzte größere Reise an – ins rund 800 Kilometer entfernte Neunkirchen, die zweitgrößte Stadt des Saarlandes. Für die schwer krebserkrankte 53-Jährige ist das längst kein normaler Urlaub, sondern die wohl speziellste Reise ihres Lebens. Sie will ihren ebenfalls erkrankten 25-jährigen Sohn wieder in die Arme schließen.

Nach sechs Jahren das erste – und vielleicht das letzte Mal. Schließlich erhielt die Röbelerin im Dezember 2018 die Diagnose, dass gut zwei Jahre nach ihrer Brustkrebsdiagnose nun weitere bösartige Mutationen ihre Lunge und Leber befallen haben. Eine Prognose, wie viel Zeit ihr noch bleibt, machten die Ärzte nicht.

Reise wurde vorgezogen

Für ihren Ehemann Nico Lorbeer ist jedoch klar, dass das Wiedersehen mit Lorbeers Sohn nicht mehr hätte in ferne Zukunft geschoben werden können. Verantwortlich dafür: der gesundheitliche Zustand der Mutter, der sich zusehends verschlechtere. Deshalb habe man die Reise um fast anderthalb Wochen vorgezogen. Aus Angst, der Röbelerin könnte es Ende Februar noch schlechter gehen.

Unterwegs ist man mit dem Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes in MV. Das Projekt ist dazu da, schwerkranken Menschen sehnlichste Wünsche zu erfüllen. Darauf hat das Paar nun zurückgegriffen. Hinter dem Steuer sitzen Ehrenamtliche. Ein solcher wird heute auch nach Neunkirchen fahren. Im Auto dabei eine Krankenschwester, die auch palliativmedizinisch ausgebildet ist.

Besuch am Grab des anderen Sohnes geplant

Bis zum Sonntag bleibt das Ehepaar im Saarland – und damit auch in der jahrzehntelangen Heimat der gebürtigen Saarländerin. Insgesamt 47 Jahre lebte sie dort und zog ihre Söhne auf. Einer starb mit 29 Jahren, ebenfalls an Krebs. „Wir werden unseren Besuch nutzen, um auch das Grab meines Sohnes zu besuchen“, sagte sie vor Reiseantritt dem Nordkurier.

Die rund 1200 Euro an Spendengeldern, die nach einem Artikel im Nordkurier bei dem Ehepaar eintrafen, werden für den Aufenthalt in Neunkirchen verwendet. Der Rest werde an die Deutsche Krebshilfe gespendet, sagt sie.

Kommentare (1)

Sie sollte sich mal einen ordentlichen Arzt, außerhalb der Schulmedizin besorgen. Mit Chemo und Bestrahlung wird das Leben immer kürzer.