MOBILE TAFEL

Kinder bei „Essen für ALLE“ im Fokus

Gemeinsam haben sich Kinderhilfe und Rotes Kreuz für die Schwächsten in der Gesellschaft stark gemacht. 344 Mädchen und Jungen konnten mit Lebensmitteln in der ersten Runde versorgt werden.
Sabine Müller vom DRK in Waren packte etliche Versorgungsbeutel für Kinder zusammen.
Sabine Müller vom DRK in Waren packte etliche Versorgungsbeutel für Kinder zusammen. Stephan Radtke
Warfen.

„Es war leider nicht der erwartete große Ansturm, aber es war ein sehr guter Anfang“, sagte Uwe Jahn, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Mecklenburgische Seenplatte. Vor Kurzem rollte ein Pilotprojekt an: In Waren, Neubrandenburg, Neustrelitz und Demmin gaben DRK-Mitarbeiter über die „Mobilen Tafeln“ Essen für eine Woche an anspruchsberechtigte Familien mit Chipkarte aus – „Essen für ALLE“.

Das Projekt wurde nicht ohne Grund gestartet. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gebe es derzeit etwa 8000 Kinder aus sozial schwächeren Familien; diese Mädchen und Jungen haben einen Anspruch auf eine warme Mahlzeit am Tag, erklärte Jahn weiter. Doch durch Kita- und Schulschließungen sei diese Möglichkeit vorerst nicht realisierbar.

Verpflegungsbeutel gepackt

Dem wollte die Deutsche Kinderhilfe entgegenwirken und initiierte das Projekt „Essen für ALLE“. „Die finanziellen Mittel für die Verpflegung der anspruchsberechtigten Kinder kommen vom Bund und sind auch jetzt vorhanden“, verdeutlicht Rainer Becker als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe. Er suchte einen Logistikpartner in der Mecklenburgischen Seenplatte, um den Kindern die Essensversorgung zu ermöglichen. „Beim Roten Kreuz stieß ich schnell auf offene Ohren“, so Becker, der das Angebot als Ergänzung zur Betreuung durch die Tafel sieht. Schnell und unkompliziert konnten vier Ausgabestellen eingerichtet werden. „Wir haben insgesamt 1000 Verpflegungsbeutel zusammengepackt und an die Standorte in Neustrelitz, Waren, Neubrandenburg und Demmin verteilt“, erklärte Uwe Jahn. Von 10 bis 12 Uhr wurden an dem Tag die Ausgabestellen durch die Rotkreuzler betreut.

Datenschutz muss beachtet werden

In Neustrelitz unterstützte die DRK-Familienbildungsstätte zusätzlich die Umsetzung des Angebots. Denn so einfach, wie es sich die Organisatoren wünschen, ist die Versorgung der bedürftigen Kinder nicht. Aus Datenschutzgründen sind die Jobcenter nicht berechtigt, die Anschriften der sozial schwächeren Familien herauszugeben, sodass keine individuelle Auslieferung der Beutel erfolgen kann.

Dennoch machte das Angebot durch die Verbreitung in den Medien und durch Mund-zu-Mund-Propaganda die Runde.Schließlich wurden 343 Kinder versorgt. Am kommenden Mittwoch, 15. April, geht es nun von 10 bis 12 Uhr in den Ausgabestellen in die zweite Runde. Mitbringen müssen die Eltern lediglich einen Berechtigungsschein.

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