NEUES WOHNGEBIET

Kein Platz für elf Gärten auf dem Warener Papenberg

Für das neue Wohngebiet auf dem Warener Papenberg müssen wohl die bislang dort geduldeten Gärten weichen. Das Ende war jedoch absehbar.
Am Rand des bestehenden Wohngebietes (rechts unten im Bild) wurden Flächen vorübergehend als Gartenland verpachtet.
Am Rand des bestehenden Wohngebietes (rechts unten im Bild) wurden Flächen vorübergehend als Gartenland verpachtet. Stephan Radtke
Waren.

Liebgewonnenes gibt man ungern her. Selbst wenn man keinen Anspruch darauf hat, so wie die Pächter von elf Gärten auf dem Warener Papenberg. Dass es so schleppend vorangeht mit dem neuen Wohngebiet, war über viele Jahre ihr Glück. Denn so lange keine Bagger rollten, konnten die Pächter mit Genehmigung der Stadtverwaltung vorübergehend auf Flächen des geplanten Wohngebietes Blumen pflanzen und sich ein grünes Refugium direkt vor der Haustür einrichten. Doch diese Zeit scheint nun vorbei zu sein.

Bei der heutigen Stadtvertretersitzung um 18 Uhr im Warener Bürgersaal soll die 7. Änderung des Flächennutzungsplanes – Teilbereich Bebauungsplan Nr. 24 A Papenberg 2. Baustufe – beschlossen werden. Damit wäre ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung des Gebietes getan und gleichzeitig das Ende der Gärten besiegelt. Denn der von der Verwaltung ausgearbeitete Vorschlag hat im Stadtentwicklungsausschuss keine Mehrheit bekommen.

Kompromiss machte niemanden glücklich

Vom Finanzausschuss war das Bauamt zuvor beauftragt worden, Lösungen für zumindest einige Gärten zu finden, ohne dass man den Flächennutzungsplan überzeichnen müsste, was der Stadt viel Zeit und Geld kosten würde. Nun lag ein Kompromiss auf dem Tisch, mit dem weder die Stadtpolitiker noch die Verwaltung selbst glücklich war. Durch den Erhalt einiger Gartenflächen hätte man einerseits die Grundstücke auf dem neuen Wohngebiet anders zuschneiden müssen, was zu einem Verlust von zwei Grundstücken geführt hätte. Andererseits wäre die Erschließung der Gärten problematisch gewesen.

Bauamtsleiter Ingo Dann mahnte auch davor, Pächtern von Gärten durch diese Sonderregelung eine exklusive Möglichkeit für den Erwerb von Grundstücken zu bieten, auch wenn diese Flächen als sehr teures Gartenland verkauft würden. „Ich bin mir sicher, dass die dann in absehbarer Zeit bei uns einen Bauantrag einreichen werden. Niemand kauft in Waren ein Grundstück ohne die Absicht, darauf zu bauen“, sagte Ingo Dann. Darum empfahl er auch, die Hintertür nicht zu öffnen und den Vorschlag abzulehnen. Zumal schon jetzt auf den Gärten Lauben errichtet worden seien, die der neue B-Plan nicht erlaubt. „Wir würden mit dieser Ausnahmeregelung dann gleich zu Beginn ein falsches Signal absenden an alle anderen Käufer“, sagte Ingo Dann.

Neues Baugebiet soll Wohnungsmarkt entlasten

Kritik gab es von Stadtvertreter Daniel Niebuhr (FDP/MUG), der von Ingo Dann wissen wollte, ob es überhaupt ein Gespräch mit den Pächtern gegeben hat, bei dem man gemeinsam nach einer sinnvollen Lösung im Interesse aller gesucht hätte. Nach der Darstellung von Ingo Dann war dies nämlich nicht der Fall. Stattdessen schickte die Verwaltung ein Kündigungsschreiben an die Pächter.

Dass sich sowohl die Verwaltung als auch die Stadtpolitiker bei dem Projekt auf der Zielgeraden ungern ausbremsen lassen wollen, liegt auf der Hand. Denn das neue Baugebiet soll den angespannten Wohnungsmarkt im Heilbad entlasten. Die Wohnungsnot in Waren ist dramatisch: Nur 0,5 Prozent der bewohnbaren Wohnungen sind frei. Ein Zuzug, der für eine stabile Einwohnerzahl sorgen könnte, ist kaum mehr möglich, denn die eigene Bevölkerung kann schon nicht ausreichend versorgt werden.

Dennoch gab es auch Kritik an dem neun Hektar großen Wohngebietes, unter anderem vom Naturschutzbund Deutschland Regionalverband Müritz und vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Sie befürchten, dass durch die Grundstücke Flächen für Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur- und Landschaft verloren gehen würden.

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