EUROFIGHTER-ABSTURZ

Unbekannter wollte Trümmerteile im Internet versteigern

Am 24. Juni stürzten zwei Kampfjets der Bundeswehr über Mecklenburg-Vorpommern ab. Doch Trümmer wurden bis heute nur wenige abgegeben – dafür landen sie im Internet.
Obwohl klar war, dass von den Trümmerteilen Gefahr ausgehen kann, wurde noch am Unglückstag beobachtet, dass sich Fr
Obwohl klar war, dass von den Trümmerteilen Gefahr ausgehen kann, wurde noch am Unglückstag beobachtet, dass sich Fremde an Absturzteilen zu schaffen machten. Petra Konermann
Die Trümmer waren auf Wiesen und Feldern niedergegangen.
Die Trümmer waren auf Wiesen und Feldern niedergegangen. Petra Konermann
Silz.

Mehr als vier Monate nach dem Absturz zweier Eurofighter über der Seenplatte bei einer Luftkampfübung sind von den Menschen in der Region bislang nur wenige Trümmerteile abgegeben worden. Die zehn Container, die die Luftwaffe rund um die Absturzstellen aufstellen ließ, seien so selten frequentiert worden, dass zum Jahreswechsel acht von ihnen wieder weggenommen werden. Das erklärte ein Bundeswehr-Sprecher.

Jeweils zwei dieser Boxpaletten aus Metall stehen auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr in Silz sowie bei der Gemeindeverwaltung Nossentiner Hütte, sechs Container stehen im Landesforst MV im Bereich Nossentiner Heide. Ob sich keine Trümmerteile mehr finden oder aber die Leute diese einfach für sich behalten oder sogar verkaufen, bleibt fraglich. Der Silzer Wehrführer Detlef Denell weiß nur, dass bislang niemand von der Silzer Abgabemöglichkeit Gebrauch gemacht hat. Die Dorfstraße 56 in Nossentiner Hütte sei vereinzelt aufgesucht worden, aber weniger als zehn Mal, so der Pressesprecher. Lediglich die in Hütte bleiben auch 2020 stehen.

Bundeswehr: Nur noch Gefahr durch scharfe Kanten

Allerdings sei schon versucht worden, mit Trümmern oder vermeintlichen Trümmern Handel zu treiben. Ein solcher Vorfall ist dem Presseoffizier bekannt. So tauchte etwa drei Wochen nach dem Absturztag tauchte im Internet eine ominöse Verkaufsanzeige auf, in dem ein Trümmerteil angeboten wurde – für einen Euro. „Bei dem Anbieter hat es sich aber um niemanden aus der Region, sondern vermutlich um einen Touristen gehandelt“, erzählt der Hauptmann. „Allerdings konnte man nicht erkennen, ob es sich tatsächlich um ein Fragment vom Eurofighter gehandelt hat“, heißt es von der Luftwaffe.

Der Vorgang wird nun vom Luftfahrtamt der Bundeswehr bearbeitet. Weitere Fälle seien bisher nicht öffentlich geworden. Diejenigen, die solche Trümmer zum Kauf anbieten oder kaufen, machten sich der Hehlerei strafbar, mahnt der Offizier.

Zur Frage, ob die Trümmer denn gefahrlos zu den Behältnissen gebracht werden können, heißt es von der Luftwaffe: „Grundsätzlich geht von den Teilen derzeit lediglich die Gefahr von Schnittverletzungen aus“. Wer Schutzhandschuhe nutze, begebe sich nicht in Gefahr. Bei Unklarheiten sollten sich Finder jedoch weiterhin an die örtlichen Behörden, die Feuerwehr oder an die an den Containern angebrachte Kontaktstelle in Laage wenden. Nach den Abstürzen hatte die Luftwaffe noch vor einem Kontakt mit den Trümmern gewarnt und auf eine mögliche Gesundheitsgefahr durch krebserregende Fasern hingewiesen.

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