Projekt in Waren
In seiner Heimat ist der Aqua-Regia-Investor abgeblitzt

Das komplette Projekt wurde auch schon in Radolfzell am Bodensee angeboten. Dort wollte man es nicht.
Das komplette Projekt wurde auch schon in Radolfzell am Bodensee angeboten. Dort wollte man es nicht.
RP Entwicklungsgesellschaft

Warten auf den Park. Das ist der Slogan all jener in Waren, die dem Bau des Aqua Regia Parks mit Tauchturm eine Chance geben. Doch das Projekt ist schon mal gescheitert – warum eigentlich?

Noch hat er Zeit. Mit der letzten Fristverlängerung in Waren hat sich Aqua-Regia-Park-Investor Gregor Schmidt quasi Luft bis zum Jahresende verschafft. Und während man ihm an der Müritz auch nach – von außen gesehen – relativ tatenlos erscheinenden Jahren noch vertraut, hatte man sich in seiner Heimatstadt Radolfzell rasch von seinem Projekt verabschiedet.

In der 30.000-Einwohner-Stadt am Bodensee hatte er Ende 2012/Anfang 2013 sein Tauchturm-Projekt unter dem Slogan „Radolfzeller Aqua Regia Park“ angepriesen. Dazu „Nein“ zu sagen, dafür hatte die Kommune gute Gründe, wie Oberbürgermeister Martin Staab jetzt auf Nachfrage des Nordkurier betonte: „Wir wollten am Ufer des Bodensee etwas Schönes errichten lassen für Touristen und Einheimische. Aber uns war rasch klar, dass das eine Nummer zu groß für das ist, was wir wollten. Wir haben das Projekt gar nicht erst zugelassen oder weiter verfolgt.“

Fast identisch zum Projekt in Waren

Das Vorhaben am Bodensee sollte fast identische Bestandteile wie jetzt auch in Waren haben: Tauchturm, Sportangebote, Geschäftsräume für Shops. Schmidts Radolfzeller Projektentwicklungsgesellschaft rechnete – wie auch an der Müritz – mit rund 50.000 Nutzern pro Jahr. Das Gesamtinvestitionsvolumen sollte mit rund 60 Millionen Euro allerdings viel weniger als an der Müritz betragen – hier sind 90 Millionen geplant.

Parallel zu den Planungen für den Standort Radolfzell soll sich Schmidt aber auch nach anderen Standorten umgesehen haben – und wurde an der Müritz fündig. Im Frühjahr 2015 – da war das Projekt in Radolfzell noch nicht ganz vom Tisch – hatte es erste Gespräche mit der Stadt Waren gegeben, im August 2015 hatte Schmidt das Projekt erstmals in einer Einwohnerversammlung in der Müritzstadt vorgestellt.

Vierte Fristverlängerung genehmigt

Von rasch laut werdenden Vorwürfen einer „Hinhaltetaktik oder zweigleisiger Planung“ hatte man in der Warener Stadtverwaltung nichts hören wollen. „Uns gegenüber hat der Investor stets betont, dass er sein Vorhaben auch in einer zweiten Stadt angeboten hat“, waren die Worte von Verwaltungschef Norbert Möller.

Neue Schritte werden nun in Waren erwartet, und zwar ausschließlich hinsichtlich der Finanzierung. Denn wie genau er mit welchem Geld das knapp 100-Millionen-Projekt wuppen will, das konnte Schmidt noch immer nicht belegen. Er hatte dies mit der „Komplexität“ des Vorhabens begründet. Stattdessen gibt es inzwischen die vierte Fristverlängerung für das Projekt. Die letzte – bis zum Jahresende – war im Juli von Warens Stadtvertreten bewilligt worden. Bei so einem großen Projekt bräuchte man eben Zeit. „Aber dann muss er liefern“, kommentierten einige Stadtpolitiker. Gregor Schmidt war für unsere Zeitung nicht erreichbar.