Messe in Berlin
Hanffarm geht mit Hanf-Schokolade auf die Grüne Woche

Hanf-Unternehmer Rafael Dulon bewirtschaftet in der südlichen Müritzregion schon rund 550 Hektar mit Hanfpflanzen.
Hanf-Unternehmer Rafael Dulon bewirtschaftet in der südlichen Müritzregion schon rund 550 Hektar mit Hanfpflanzen.
Udo Roll/Archiv

Hanf als Lebensmittel bekannter zu machen, daran arbeitet Rafael Dulon. Bald eröffnet er neue Produktionsstätten an der Müritz – und sucht Partner.

Rafael Dulon, der Hanf-König von der Müritz, nennt es Flagge zeigen: Zum ersten Mal präsentiert sich der Noch-Berliner am Gemeinschaftsstand der Mecklenburgischen Seenplatte auf der Grünen Woche in Berlin. Die beginnt am Freitag, und traditionsgemäß ist das Land Mecklenburg-Vorpommern mit dabei, Protagonisten von der Müritz sowieso.

Nicole und Nils Düwell von der Müritz-Saga in Waren zum Beispiel, der Tourismusverband „Mecklenburgische Seenplatte“ oder die Müritzfischer. Und nun auch Rafael Dulon, der Werbung für seine Hanf-Produkte machen will. Und dafür, dass er mit seinem Unternehmen „Hanffarm“ bald komplett in die südliche Müritzregion umsiedeln will und so demnächst echte regionale Produkte anbieten kann. Derzeit ist Dulon dabei, sein Berliner Büro auszuräumen. Mitte des Jahres will er neue Produktionsstätten in Melz und Priborn eröffnen – in Nachbarschaft zu den Hanfanbaugebieten.

Proteinpulver bei Sportlern gefragt

„Die Wege von der Ernte zur Verarbeitung sind kurz, die Wertschöpfung findet in der Region statt, das alles zusammen ist ökologisch“, betont Dulon. Auf rund 550 Hektar in einem 50-Kilometer-Radius rund um Röbel hat er im vergangenen Jahr mit Hilfe von Vertragspartnern – Landwirten aus der Region – Hanfpflanzen angebaut. Die sind die Grundlage für die Produkte, die aus den Hanfsamen, eigentlich Hanfnüssen, gewonnen werden.

Ein Ladengeschäft gibt es (noch) nicht, nur über seinen Online-Handel sind solche Produkte wie Hanföl, Hanfmehl, Hanfproteinpulver oder Hanftee zu bekommen. Die steigende Nachfrage gibt Dulon die Bestätigung, aufs richtige „Pferd“ gesetzt zu haben, als er 1996 damit begann, sich für Hanf und Hanfprodukte zu interessieren und diese selbst zu entwickeln. Eiweiß für Lebensmittel zum Beispiel nicht aus Soja zu gewinnen, sondern aus einheimischen Pflanzen wie Lupine oder eben Hanf, liege im Trend und sei zudem nachhaltig. „Es gibt zum Beispiel eine große Nachfrage nach dem Hanfproteinpulver, vor allem Sportler und Veganer kaufen es“, erzählt Dulon.

Neue Anbauflächen gesucht

Wenn die „Hanffarm“ dann an die Müritz übergesiedelt ist, dann soll es nahe den Produktionsstätten auch ein Geschäft geben, in dem man die Produkte vor Ort kaufen kann. „Und wir planen auch Feldtage, um Interessenten zu zeigen, wie Hanf angebaut wird und wie wir ihn verarbeiten“, stellt Dulon in Aussicht. Momentan aber bereitet er seinen Auftritt auf der Grünen Woche vor, viele seiner Produkte hat er natürlich mit dabei, damit die Besucher kosten können. Sein Lieblingsprodukt darf dabei nicht fehlen: Die Bio-Schokolade mit geschälten Hanfnüssen.

Und vielleicht kann der Unternehmer damit auch den einen oder anderen Landwirt locken. Denn der Hanf-König will die Anbaufläche in der Müritzregion erweitern und sucht dafür neue Partner, auf deren Äckern die genügsamen Pflanzen wachsen können.

Insgesamt präsentieren sich 13 Unternehmen aus der Seenplatte auf der Grünen Woche, die bis zum 27. Januar läuft. Der Landkreis ist in der Länderhalle MV (Halle 5.2b) zu finden.