BERUFSWAHL

Girls’-Day im Autohaus in Waren ganz ohne Mädchen

Am Girls-Day sollen Mädchen Einblicke in Männer-Berufe erhalten. In Waren stieß das Angebot in einem Betrieb auf wenig Interesse.
Nadine Schuldt Nadine Schuldt
KfZ-Meister Karsten Riemer hätte den Reifenwechsel gern vor Schülern erklärt. Foto: Nadine Schuldt
KfZ-Meister Karsten Riemer hätte den Reifenwechsel gern vor Schülern erklärt. Foto: Nadine Schuldt Nadine Schuldt
Waren.

Einmal wie ein Kfz-Mechaniker die Reifen an einem Auto wechseln? Am Girls’-Day hätten vor allem Schülerinnen aus Waren in diese Männer-Domäne hineinschnuppern können: Das Autohaus Multhaup hatte fünf Plätze für diese Veranstaltung angeboten. Doch auf dieses Angebot hatte sich kein Mädel gemeldet.

„Die Resonanz geht schon seit 2017 zurück”, sagt Betriebsleiter Matthias Wolter. Waren 2017 noch Schülerinnen da, kamen im vergangenen und dieses Jahr niemand vorbei. Dabei würde ihre Präsenz die Arbeit nicht beeinträchtigen. Im Gegenteil. „Man kann die Jugendlichen integrieren”, sagte Wolter. So hätten sie in den Jahren zuvor unter anderem den Räder-Wechsel vorbereitet und viel Spaß dabei gehabt, schildert der Betriebsleiter. Generell können sie an dem Tag verschiedene Stationen des Autohauses durchlaufen.

Dass nun keiner vorbei komme, führe er auf einen Generationen- und Interessenunterschied zurück. So werden Berufswünsche immer moderner: Youtube-Stars haben einen höheren Stellenwert, so Wolter. Auch die Einstellungen der Generationen habe sich verändert. Während die Erwachsenen auf langfristige Ziele hinarbeiten, denken die Jugendlichen in kürzeren Intervallen, sparen beispielsweise auf einen Konzertbesuch.

Mädchen modellierten essbare Rosen

Und noch eines stellt er fest:„Das Glühen für den Beruf ist etwas sehr seltenes geworden”, sagte Wolter. Komme es zu einer Einstellung, sei es ihm wichtig, dass die jungen Erwachsenen den Job auch wirklich wollen. "Überzeugt hat uns unser Azubi Steve, der das Glühen über die ganze Ausbildungszeit bewahrt hatte und nun fest eingestellt wurde”, erklärt Wolter.

Die Mecklenburger Backstuben waren an dem Girls Day etwas besser besucht. Sieben Schülerinnen aus der sechsten und achten Klasse waren vor Ort. Insgesamt hätten zwölf Jugendliche das Unternehmen kennenlernen können. „Wir haben ihnen zunächst die Verwaltung gezeigt und dann einen Produktionsrundgang gemacht”, sagte Personalleiterin Wenke Fiedler. Dort seien sowohl Männer als auch Frauen in den Berufen Bäcker oder Anlagenführer beschäftigt, macht Fiedler deutlich.

Nach einer Unternehmenspräsentation wurden die Mädchen aktiv: Sie glasierten eine Schoko-Torte „Royal” und modellierten essbare Rosen. Um junge Leute zu gewinnen, müssen sie sich beispielsweise in einem Praktikum ausprobieren können. Am Tag der offenen Tür am 8. Mai sei das auch möglich.

StadtLandKlassik - Konzert in Waren

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Kommentare (9)

Leider, leider sehr wahr! Dabei würde es sehr leicht gehen, sich den Lebensunterhalt mit seinem Hobby zu verdienen. Wenn die Fähigkeiten, Stärken und Vorlieben nicht erkannt werden, macht man eben weiter, was man immer gemacht hat, am Smartphone umherwischen, Zeit vertrödeln oder Rosen glasieren, verspielt, wie mit der Barbypuppe.

Ist ja immer schön vom "Glühen" für seine Arbeit zu lesen, doch sofern ich für meine Lebenszeit nicht entsprechend entlohnt werde, glimm ich halt eher vor mich hin. Und werd vor allem den Teufel tun ne körperlich anstrengende Arbeit anzunehmen.

Gute Einstellung! Schön asozial! Wenn andere so "blöd" sind und arbeiten , sind sie ja selber Schuld.
Da bleibt eben nur noch Influencer zu werden oder sich für das demonstrieren bezahlen zu lassen.

sich für nen Scheissjob auch noch schlecht bezahlen zu lassen, ja dann selbst schuld. Die ganze Influencer/Demonstranten "Argumentation" zeugt nur wieder vom typischen "diese Jugend von heute" blabla jeder älteren Generation. Wenns so erstrebenswert ist sich vom Arbeitslohn grad mal die Miete leisten zu können, dann fuck ja versuchts lieber mit Bullshit im Netz Geld zu verdienen.

Es geht immer nur ums Geld. Gruselig. Wie viele schleppen sich morgens lustlos zum ungeliebten Job, weil er nur wegen der guten Bezahlung gewählt wurde. Habe ich aber, unabhängig vom Geld, meinen Traumjob gefunden, kommt auch nicht das Gefühl auf, dabei Lebenszeit zu vergeuden. Aber leider wird auch das den jungen Leuten vorgelebt. Die Frage nach dem Verdienst steht an erster Stelle. Und wenn es im Job dann mal nicht läuft oder man meint, Lebenszeit besser nutzen zu können, holt man sich 'nen gelben Schein.

dann lass dich dafür auch gut bezahlen. Is bestimmt total geil, sein lebenlang als z. B. Friseur zum Mindestlohn gearbeit zu haben "mei was a Freud ich da hat", und dann als Rentner auf die Tafel angewiesen zu sein....
Ist ja immer schön, wenn die Arbeit Freude bereitet, ein Arbeitsverhältnis bleibt aber immer ein knallhartes Geschäft. Das mag bei nem Selbstständigen evtl. anders aussehen, doch als auf Lohn angewiesener Mensch verkauf ich mich stets so teuer wie möglich.
Kein Bock als Tattergreis auf Almosen angewiesen zu sein.

Dann mal her mit den Tipps für den ultimativen Job!

mach was dir Freude bereitet und lass dich dafür gut bezahlen, sofern du dass was dir Freude bereitet gut kannst. Lass dich nicht von unserem kapitalitischen System ficken und mach nen Job nur weil er gut bezahlt wird, dich aber ankotzt. Es ist schwer den gutbezahlten Traumjob zu finden, aber es ist jede Reise nach Ost, West, Nord oder Süd wert um ihn zu finden.
Lass dir nur von den Arschlöchern, welche sich mit ihrem traurig bezahltem Job, weil, sie mögen ihn ja so, abegfunden haben einlullen, dass es einfach nur geil ist ne schöne Arbeit zu haben. Denn es steckt halt einfach schon im Wort Arbeit, bzw. ist das ganze Wort, Arbeit ist Arbeit und Schnaps ist Schnaps. Wenn die Balance zwischen Ackern und Saufen, bildlich gesprochen, nicht stimmt....such dir was besseres. Und um Satanswillen, denk dran dass du deinen Körper deine Lebenszeit verkaufst. Nutz das beschissene kapitalistische System aus so gut du kannst.

Er/Sie/Es Hayas..... DIe gibts wahrscheinlich nicht als Kopiervorlage in "Wie werde ich ein beschissen guter Kapitalistenausnutzer"...... Wo kopiert er/sie/es diesen geistigen Tiefflug bloss immer....