IN DUSCHEN GEFILMT

Fusion-Veranstalter ließen Nackt-Videos auf „xHamster” sofort löschen

Auf der Porno-Plattform „xHamster” sind mehrere Spannervideos aufgetaucht, die beim Fusion-Festival in Lärz aufgenommen worden sind. Der Veranstalter will solche Übergriffe zukünftig verhindern.
Bisher seien vier Videos vom Fusion-Festival bekannt, welche auf der Porno-Plattform „xHamster” hochgeladen wurden
Bisher seien vier Videos vom Fusion-Festival bekannt, welche auf der Porno-Plattform „xHamster” hochgeladen wurden (Archivbild). Nadine Schuldt
Der Verein will nun herauszufinden, wer Urheber der Filme war, und dann über weitere Schritte entscheiden (Archivbild).
Der Verein will nun herauszufinden, wer Urheber der Filme war, und dann über weitere Schritte entscheiden (Archivbild). Nadine Schuldt
Beim Fusion-Festival waren rund 70.000 Besucher (Archivbild).
Beim Fusion-Festival waren rund 70.000 Besucher (Archivbild). Astrid Cibulka
Lärz.

Die Veranstalter des alternativen Kulturfestivals „Fusion” haben mehrere Nacktvideos im Internet direkt nach dem Bekanntwerden des Falls löschen lassen. Diese seien vermutlich im Juni 2019 in Duschen auf dem Festgelände in Lärz (Mecklenburgische Seenplatte) aufgenommen worden, wie eine Sprecherin des Vereins Kulturkosmos am Mittwoch erklärte. Sie verwies auf eine Stellungnahme des Veranstaltervereins auf dessen Seite, aus der hervorgehe, dass Strafanzeige gegen die Veröffentlichungen erstattet wurde.

„Das Thema ist überraschend aufgetaucht“, sagt Martin Eulenhaupt. Der Vorsitzende des Kulturkosmos-Vereins, der seit mehr als 20 Jahren das Fusion-Festival organisiert, ist schockiert. „Dass so etwas auf einem Festival passiert, war nicht abzusehen und vor der Geschichte mit ,Monis Rache‘ hatte sich niemand damit auseinandergesetzt“, sagte Eulenhaupt mit Blick auf die Reportage zu einem Festival in Tutow. Erst vor wenigen Wochen war durch die Recherchen eines ARD-Teams bekannt geworden, dass auf dem Festival „Monis Rache” in Tutow ebenfalls heimliche Aufnahmen entstanden sind – dort war die Kamera auf einer oder mehreren Toiletten installiert. Auch diese Filme wurden im Internet verbreitet und teilweise verkauft. In diesem Fall steckte ein Mitglied des Organisationsteams dahinter.

„Wir sind erschüttert und fassungslos darüber, dass diese Form von sexualisierter Gewalt an Orten stattfindet, in denen wir Antisexismus und Gewaltfreiheit als Grundkonsens verstehen”, heißt es in der Stellungnahme. Nach ersten Untersuchungen soll die Kamera vermutlich in einem Rucksack oder einer Tasche in den Duschen beim Bachstelzen-Floor platziert gewesen sein.

„xHamster” löscht die Videos

Bisher seien vier Videos bekannt, welche auf der Porno-Plattform „xHamster” hochgeladen wurden. Dies sei dem Verein am 28. Januar durch eine anonyme E-Mail bekannt geworden. Die Filme seien fünf Tage im Internet zu sehen gewesen, der Veranstalter stellte Strafanzeige. „xHamster” habe die Videos dann innerhalb von 24 Stunden gelöscht.

Zuvor seien sie jeweils zwischen 300 und 500 Mal angeklickt worden. Einige Tage später sei ein weiteres Video aufgetaucht, dass als „privat” markiert war und so nur für „Freunde” des Nutzers sichtbar war. Auch dieses sei von „xHamster” gelöscht worden.

In den Videos sollen die gefilmten Menschen vom Schulterbereich an abwärts erkennbar gewesen sein, weibliche Körperteile wurden aus der Nähe gezeigt, Gesichter oder Köpfe waren vordergründig nicht zu erkennen.

Vorbereitungen für Fusion Festival 2020

Der Verein will nun herauszufinden, wer Urheber der Filme war, und dann über weitere Schritte entscheiden. Betroffene sollten zudem selbst Anzeige erstatten. Auch Hilfe für Betroffene hat der Verein angeboten: „Bei Bedarf gibt es die Möglichkeit in Berlin ein Vernetzungs-/Unterstützungstreffen für Betroffene zu organisieren, mit anwaltlichem Beistand und der Fusion-Awareness-Crew, um euch in eurem weiteren Vorgehen zu stärken," hieß es.

Wie es vom Kulturkosmos weiter heißt, soll in Vorbereitung des Fusion-Festivals 2020 mit den einzelnen Vorbereitungsgruppen – insbesondere aus dem Sanitär- und Hygienebereich – mögliche Vorsichtsmaßnahmen diskutiert und zum Festival umgesetzt werden. „Wir gucken, was realistisch ist und und prüfen, welche Möglichkeiten wir haben“, sagte Martin Eulenhaupt.

Bei Polizei und Ordnungsamt reagierte man betroffen. Dies müsse strafrechtlich verfolgt werden, sagte eine Sprecherin des Amtes Röbel. Bei der Neubrandenburger Polizei sei noch keine Anzeige eingegangen, hieß es.

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