EUROFIGHTER-ABSTURZ

Feuerwehrleute fordern ärztliche Untersuchungen

Der Eurofighter-Absturz am Fleesensee bewegt die Feuerwehrleute nach wie vor. Bei einigen Kameraden rückt nun die Gesundheit in den Fokus. Sie wollen nicht mehr warten.
Die Löscharbeiten nach dem Eurofighter-Absturz waren für die Kameraden eine heikle Sache. Sie fordern medizinische U
Die Löscharbeiten nach dem Eurofighter-Absturz waren für die Kameraden eine heikle Sache. Sie fordern medizinische Untersuchungen, doch die lassen auf sich warten. Nk-Archiv/Team Luftwaffe
Grabowhöfe.

Der Eurofighter-Absturz ist etwa ein halbes Jahr her und immer noch sind viele Fragen offen. „Warum wurden noch keine medizinischen Untersuchungen durchgeführt?“, fragte Klinks WehrführerMichael Kirwitzke jetzt bei einem Besuch von Vincent Kokert. Der CDU-Landeschef informierte am Donnerstag dort unter anderem über verschiedene Fördertöpfe und hörte sich die Sorgen der Feuerwehrleute an.

Die Frage der medizinischen Untersuchung nach dem Eurofighter-Absturz ist eine davon. Kein Wunder. Denn im Material des Eurofighters sind sogenannte Faserverbundwerkstoffe verarbeitet, die Kohlenfaserstoffe bei einem Feuer freisetzen. Bei Kameraden, die direkt mit der Brandbekämpfung zu tun hatten, können sich die „fiesen Fasern“ in der Kleidung sowie in den Fahrzeugen festgesetzt haben setzen beziehungsweise in die Lunge wandern. Während die Uniformen sowohl bei den betroffenen Wehren des Amtes Seenlandschaft-Waren sowie des Amtes Malchow ausgetauscht sind, lässt die medizinische Untersuchung noch auf sich warten. Und das, obwohl die Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse (HFUK) bereits kurz nach dem Absturz in einem Schreiben an das Amt darauf hinwies, dass Kameraden eine medizinische Untersuchung bei einem Arbeitsmediziner durchführen könnten.

Einige Kameraden hatten Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich

„Bei uns waren zwei Kameraden, die über Schluckbeschwerden und Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich klagten, beim Arbeitsmediziner“, sagte Malchows Amtswehrführer Thomas Pieszek. Im benachbarten Amt ist das nicht der Fall. Da wurde jedoch darauf hingewiesen, dass die sogenanntearbeitsmedizinische Untersuchung mit dem Kürzel G 26 nicht zielführend sei. Sie wird vor allem bei den Atemschutzgeräteträgern durchgeführt und beinhaltet einen Seh- und Hörtest und einen EKG-Belastungstest. Bei dem Treffen wurden Stimmen laut, dass auch ein Bluttest oder Röntgen-Untersuchungen angemessen wären.

Beide Ämter wurden in dem Schreiben zudem aufgefordert, den Absturz in die Zentrale Expositionsdatenbank (ZED) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung aufzunehmen. „Darin wird das Ereignis abgespeichert, sodass die Kameraden auf eine gesicherte Dokumentation auch noch nach vielen Jahren zurückgreifen können“, erläuterte Christian Heinz, stellvertretender Geschäftsführer der HFUK.

Arzt könne individuell entscheiden, welche Untersuchung notwendig ist

Darüber hinaus wies er auch auf die Vorsorge-Kartei hin, in der die Kameraden, die beim Absturz beteiligt waren, erfasst sind. „69 Personen wurde eine Untersuchung angeboten“, erklärte Heinz. Doch welche Bestandteile diese Untersuchung umfasse, konnte er nicht sagen. „Der Arzt entscheidet individuell, was gemacht werden muss“, sagte Heinz. Allerdings sei eine arbeitsmedizinische Untersuchung mit Lungenfunktionstest Grundsatz.

Auch beim Amt Seenlandschaft-Waren liegen diese Information vor. Dessen Verwaltung sucht aber immer noch nach einer passenden Untersuchung. „Da der Inhalt einer notwendigen und sinnvollen Untersuchung auch nach Rücksprache mit unserem Partner für arbeitsmedizinische Untersuchungen nicht gleich geklärt werden konnte, gab es noch kein Angebot für die Kameraden zur Untersuchung“, teilte Amtsleiterin Janett Holtz auf Nachfrage mit. Es werde zur Zeit ein Untersuchungskonzept erarbeitet. Feuerwehrmann Michael Kirwitzke bittet jedoch darum, dass Informationen fließen. „Ich werde von vielen Kameraden gefragt und kann ihnen keinen Termin nennen.“

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Grabowhöfe

Kommende Events in Grabowhöfe

zur Homepage

Kommentare (1)

... ist ein Skandal wie mit der Gesundheit der betroffenen Feuerwehrleute umgegangen wird. Die Verantwortlichen sollten ihre eigenen Leute nicht hängen lassen, sondern die notwendigen Untersuchungen veranlassen. Quasi in Vorleistung zu gehen. Die Bundeswehr, als Verursacher des Ganzen, muss dann die Kosten zurück erstatten. Auch Feuerwehrleute haben einen Rechtsanspruch auf körperliche Unversehrtheit!!!!!!!!!!!!
Tritt über kurz oder lang eine gesundheitlicher Nachteil bei nur einem Feuerwehrmann auf, auch nur Vermutet, hätte das verheerende Flogen für alle. Man riskiert hier einfach, das keiner mehr zum löschen ausrückt. Ist das Gewollt?