NACH EUROFIGHTER-ABSTURZ

Feuerwehr Silz bekommt neues Löschfahrzeug

Nach dem Eurofighter-Einsatz im Juni befanden sich die Silzer Feuerwehrkameraden diesmal im freudigen Ausnahmezustand: Sie erhielten teures neues Löschfahrzeug. Knapp sieben Jahre musste die Feuerwehr auf das neue Fahrzeug warten.
Wehrchef Detlef Denell und die Silzer Bürgermeisterin Almuth Köhler halten den Schlüssel zur größten
Wehrchef Detlef Denell und die Silzer Bürgermeisterin Almuth Köhler halten den Schlüssel zur größten Investition der Gemeinde in Händen, die es nach ihrer Erinnerung je im Ort gegeben hat. Susann Salzman
Max Blohm lenkte das neue Löschfahrzeug in Richtung Depot.
Max Blohm lenkte das neue Löschfahrzeug in Richtung Depot. Susann Salzmann
Max Blohm fährt das neue Löschfahrzeug auf das Silzer Feuerwehrgrundstück. Dort wurde der Neuzugang mit Feuerwe
Max Blohm fährt das neue Löschfahrzeug auf das Silzer Feuerwehrgrundstück. Dort wurde der Neuzugang mit Feuerwerksfontänen und Fackeln empfangen. Susann Salzmann
Silz.

Er ist groß, stark und ohne Scheu vor unebenem Gelände: gemeint ist der neue Zuwachs für die Silzer Floriansjünger. Der Neuankömmling wiegt mehrere Tonnen und kostete 340 000 Euro. Mit Feuerwehrfontänen und Fackeln wurde das neue Löschgruppenfahrzeug für Silz in Empfang genommen. Ein Moment, der die Erinnerung aller Anwesenden die kommenden Jahre prägen wird. In diesem Punkt war sich der Silzer Wehrführer Detlef Denell sicher. „Unseren neuen hätten wir schon bei den abgestürzten Fliegern gut gebrauchen können“, blickt der Feuerwehrchef auf die Neuanschaffung, die ein Tragkraftspritzenfahrzeug, Baujahr 1994, ablöst.

Denell denkt an den 24.  Juni zurück, als zwei Eurofighter über der Region abstürzten. Die Silzer Truppe gehörte zu den ersten vor Ort. Ihr 26-jähriges Einsatzfahrzeug habe sie immer gut zu den Einsatzstellen gebracht. So auch zur Absturzstelle eines Fliegers im Bereich nahe des York-Blücher-Denkmals zwischen Jabel und Nossentin. Vorteilhaft wäre vor allem der große Tank gewesen. Jetzt können mit dem neuen LF 10 insgesamt 2000 Liter Wasser transportiert werden. Damals standen lediglich 500 Liter sofort zur Verfügung. „Die waren natürlich nach nur zwei bis drei Minuten aufgebraucht“, erinnert sich der Wehrleiter einer 22-köpfigen Einsatztruppe. Kameraden bauten damals parallel zum Löschangriff eine lange Wegstrecke zum Fleesensee auf. Mit dem neuen Fuhrparkzugang haben die Einsatzkräfte nun dreimal länger Zeit, einen effizienteren ersten Löschangriff vorzunehmen und der übrige Teil der Truppe hat künftig mehr Zeit, eine Wasserversorgung per Schlauchsystem aufzubauen.

Denell sieht in dem nagelneuen Gefährt das Einsatzfahrzeug der Silzer Wehr für die nächsten 30 Jahre. Eines, das nun sogar über Allrad verfügt und um einiges geländegängiger als sein Vorgänger ist. Außerdem verfügt das neue Fahrzeug über einen Ventilator zum Entrauchen von Räumen und mehr Platz. Statt bislang sechs können nun gleich neun Einsatzkräftete auf einmal zum Ort des Geschehens gebracht werden. Ein großer Erfolg, auf den die Mitglieder von Gemeinde und Feuerwehr mehr als sieben Jahre warten mussten. Im Jahr 2012 wurden die ersten Gedanken an ein neues Löschfahrzeug öffentlich. Grund dafür waren modernere Gebäude und ein Dorf auf Wachstumskurs – das nämlich führte auch zu komplizierteren Einsätzen, die zwischen zehn und 20 Ausrückmanövern schwankten.

Apropos Einsätze: Durch das neue LF können die Retter von nun an noch schneller helfen. Das ist nicht begründet auf der PS-Zahl als vielmehr auf der höheren Platzkapazität. Die Einsatzkräfte können ihre Atemschutzgeräteausrüstungen nun schon während der Fahrt und nicht erst am Einsatzort anlegen. „Das erspart uns etwa drei Minuten. Die können wir nun früher helfen“, schätzt Frank Schelonka, der jahrelang als Atemschutzgeräteträger beim lebensrettenden Erstangriff an vorderster Front stand. Und auch die Reinigung nach dem Einsatz muss nicht erst im Depot, sondern kann bereits mit Handwaschmöglichkeit und Abbürsten am Einsatzort erfolgen.

Blickt die Bürgermeisterin Almuth Köhler (parteilos) nun auf die Ersatzbeschaffung, muss sie einräumen: „So eine teure Investition hat Silz noch nie erhalten.“ Ohne Unterstützung durch Land und Landkreis von jeweils 105 000 Euro, hätte sich Silz das neue Gemeindeeigentum niemals leisten können, so Köhler. Insgesamt 130 000 Euro stammen nämlich aus dem kommunalen Portemonnaie.

Das alte TSF-W könnte mit einem Verkauf wieder Geld in die Gemeindekasse spülen. Wer der neue Besitzer sein wird, stehe jedoch noch nicht fest. Man strebe an, dass das Fahrzeug im Malchower Amt bleiben könne. Fest steht aber schon jetzt, dass perspektivisch nach dem LF nun auch der Mannschaftstransportwagen (MTW), Baujahr 1994, ersetzt werden soll.

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