Boot-Messe
Doppelte Seenplatte soll zwei Bundesländern Touristen bringen

An der Schleuse Diemitz werden bundesweit am meisten Boote geschleust.
An der Schleuse Diemitz werden bundesweit am meisten Boote geschleust.
Bernd Wüstneck/Archiv

Im Norden Brandenburgs hat man große Ziele beim Wassertourismus. Man spricht sogar von einer Brandenburgischen Seenplatte. Da macht die echte gerne mit.

Der Wassertourismus in der Seenplatte soll noch mehr Schwung bekommen. Das betonte Landrat Heiko Kärger (CDU) am Rande eines Besuchs der weltweit größten Wassersportmesse „boot“, die noch bis Sonntag in Düsseldorf stattfindet. Kärger war dort nicht allein – er reiste mit anderen Landräten und Vertretern aus den brandenburgischen Landkreisen Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Barnim sowie aus der Stadt Neuruppin, um gemeinsam für die Region zu werben.

Die drei märkischen Landkreise haben sich mit anderen Partnern in der WIN AG zusammengetan – die Wortschöpfung steht für „Arbeitsgemeinschaft Wasser-Initiative Nordbrandenburg“. Seit neuestem spricht man dort auch von der „Brandenburgischen Seenplatte“. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte kann dort aus rechtlichen Gründen nicht Mitglied sein, weil es sich um eine Initiative des Landes Brandenburg handelt, man setze aber auf eine enge Zusammenarbeit als ständiger Gast, sagte Heiko Kärger.

Landesgrenzen sind Urlaubern egal

Ziel der WIN-Initiative ist es, durch Investitionen in die wassertouristische Infrastruktur im Norden Brandenburgs eines der attraktivsten Wassertourismusreviere in Europa zu entwickeln und zugleich das führerscheinfreie Fahrgebiet in der Region zu erweitern.

„Der Urlauber unterscheidet nicht, ob er in Brandenburg oder in Mecklenburg-Vorpommern ist“, kommentiert Kärger die Zusammenarbeit. Das Wasser fließe zusammen, und so wollen es auch die verschiedenen Landkreise tun und länderübergreifend die touristische Infrastruktur verbessern. Gemeinsam könne man sich beispielsweise besser für den Ausbau von Steganlagen und Schleusen engagieren.

In Schleusen soll investiert werden

Ziel sei es unter anderem, die Schleusen länger mit Personal zu besetzen, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Nur auf automatische Selbstbedienungsschleusen zu setzen, könne langfristig keine Lösung sein. Teilweise warten die Sportboote jetzt bis zu vier Stunden, etwa in Diemitz.

Nirgendwo in Deutschland werden mehr Sportboote geschleust als in der Mecklenburgischen und Brandenburgischen Seenplatte. Auch 2018 nahm die Schleuse Diemitz, Mecklenburgische Seenplatte, mit über 40 000 Booten den bundesweiten Spitzenplatz ein, gefolgt von der Schleuse Canow. Die Schleuse Wolfsbruch auf Brandenburger Seite folgt mit über 30 000 Booten auf Platz drei.

Vier Touristen auf einem Boot geben einer Analyse zufolge durchschnittlich 140 Euro am Tag aus. Das sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Neben dem Engagement für den Tourismus habe man sich aber auch dem Naturschutz verschrieben, beschreibt Kärger den Inhalt der Zusammenarbeit. Nicht von ungefähr: Die Natur ist immerhin der Grund, warum die Touristen in die Region kommen.