Feuerwehr häufig im Einsatz

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Alte Rauchmelder anfällig für Fehlalarme

Rauchmelder sind seit 2009 Pflicht in Mietwohnungen in Mecklenburg-Vorpommern.
Rauchmelder sind seit 2009 Pflicht in Mietwohnungen in Mecklenburg-Vorpommern.
Andrea Warnecke

Seit 2009 sind Rauchmelder in Wohnungen Pflicht. Wie wichtig sie sind, zeigte sich gerade wieder in Waren. Dennoch brennt es nicht immer, wenn sie piepen.

Wie wichtig Rauchmelder sind, hat sich einmal mehr am Dienstagmorgen in Waren gezeigt. Gegen 8.45 Uhr löste ein Rauchmelder in einer Wohnung in der Hans-Beimler-Straße aus. Ein Nachbar hörte das laute Piepen und alarmierte die Feuerwehr. Die herbeigeeilten Kameraden fanden eine verqualmte Küche vor – der Herd war in Betrieb, der Mieter aber gar nicht in seiner Wohnung.

„Wieder ein Fall, der zeigt, wie wichtig die Rauchmelder sind. Ohne den Alarm wäre hier sicher ein größeres Feuer entstanden”, sagt Warens Wehrführer Reimond Kamrath. „Es wäre wohl mindestens die Küche verbrannt gewesen”, schätzt er. Am Mittwoch dann um 8.43 Uhr der nächste Einsatz für elf Warener Feuerwehrleute. Mit zwei Tanklöschgruppenfahrzeugen und der Drehleiter ging es zu einem Supermarkt in Waren West. Dort löste eine Brandmeldeanlage aufgrund eines technischen Defektes eines Rauchmelders aus, so Eileen Vollbrecht von der Warener Wehr.

Geprüfte Geräte reduzieren Fehlalarme

Ob der Rauchmelder auch ohne die seit 2009 bestehende Rauchmelderpflicht in Mecklenburg-Vorpommern in der Warener Wohnung an der Decke hängen würde, darüber lässt sich nur spekulieren. Wichtig sei aber, dass es das Gesetz gibt, sagt Kamrath. Die Einführung jährt sich nun bald zum neunten Mal – und damit sei es an der Zeit, die Rauchmelder auszutauschen, sagt Hannes Möller, Vorsitzender des Landesfeuerverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Fast neun Jahre nach der Inbetriebnahme der Geräte steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Rauchkammer verschmutzt ist und die Melder Fehlalarme auslösen.

Die Initiative „Rauchmelder retten Leben” empfiehlt beim Kauf neuer Geräte unbedingt auf das Prüfsiegel „Q” zu achten. Rauchmelder mit diesem Qualitätszeichen sind besonders langlebig und reduzieren Fehlalarme. Sie sind geschützt gegen das Eindringen von Fremdkörpern in die Rauchkammer und resistent gegen Schädigungen durch feuchtes Raumklima, Korrosion oder Temperaturwechsel. Ebenso sorgen gerne Fruchtfliegen oder Spinnen für Falschalarm, sagt Kamrath.

Nicht direkt vors Bad hängen

Stichwort Fehlalarm: Laut einer Brandschaden-Statistik, so heißt es von „Rauchmelder retten Leben”, lag bundesweit bei zehn Prozent der Falschalarme in den vergangenen Jahren eine Alarmierung im guten Glauben oder ein Irrtum vor. Dazu sagt Raimond Kamrath: „Klar ist das teilweise nervig. Schön ist es dann aber zu sehen, dass niemand zu Schaden gekommen ist.” Auch Bauarbeiten sorgten für ungefähr zehn Prozent der Falschalarme. Neben technischen Störungen wurde hingegen rund jeder vierte Falschalarm durch Wasserdampf oder Aerosole wie Fett fahrlässig oder versehentlich ausgelöst, heißt es von der Initiative weiter.

Wo sollten die Rauchmelder also am besten installiert werden? Die Initiative „Rauchmelder retten Leben” sagt: „In Küchen und Bädern oder direkt vor der Badezimmertür sollten wegen der erhöhten Neigung zu Falschalarmen bei Wasserdampf und Küchendämpfen keine Rauchmelder angebracht werden.” Wichtig sei auch, die Geräte während Bauarbeiten mit hoher Staubbelastung abzunehmen, sie in einer Plastiktüte zu verstauen und nach Abschluss der Arbeiten wieder zu montieren.