VOTING ABGEBROCHEN

Abstimmung zu Gunsten von Warens Bürgermeister-Kandidat Möller manipuliert

Das aktuelle Online-Voting zur Warener Bürgermeisterwahl hat der Nordkurier gestoppt. Dass es nicht mit rechten Dingen zuging, stellte sich heraus, nachdem der Nordkurier den mutmaßlichen Manipulateuren am Freitag eine Falle gestellt hatte. Aber wer steckt hinter den Betrugsattacken?
Warens Bürgermeister Norbert Möller lag beim Voting vorne. Allerdings nicht durch faire Mittel. Zur Aufklärung
Warens Bürgermeister Norbert Möller lag beim Voting vorne. Allerdings nicht durch faire Mittel. Zur Aufklärung der Manipulation will er nicht beitragen. Norbert Möller
Waren.

Wer es nicht selbst live verfolgt hat, kann es kaum glauben. Innerhalb weniger Minuten schossen die Stimmen beim Online-Voting zur Warener Bürgermeisterwahl für den SPD-Kandidaten Norbert Möller auf der Nordkurier-Homepage am Freitagabend in die Höhe. Stundenlang hatte niemand für den aktuellen Amtsinhaber abgestimmt. Doch dann machte Möller in knapp einer halben Stunde einen Sprung um 203 Stimmen.

Möller-Fans stimmen nachts in Scharen ab

Extrem auffällig. Und noch unwahrscheinlicher. Es sei denn, da spielt jemand mit unfairen Mitteln und verwendet technische Tricks zur Manipulation der Umfrage. Genau dieser Verdacht drängte sich bereits seit Mitte der vergangenen Woche auf. Immer wieder sprangen Möllers Stimmen binnen Minuten in die Höhe, wenn ein Verfolger ihm zu nahe kam, und das selbst um 3 Uhr nachts oder kurz vor Mitternacht. „Da stimmt was nicht”, hieß es von mehreren Kandidaten.

Um dann zu beweisen (oder zumindest die Schlussfolgerung sehr nahe zu legen), dass tatsächlich zu Gunsten von Norbert Möller manipuliert wurde, trafen die Kandidaten Christian Holz (CDU), Toralf Schnur (FDP/MUG) und Thomas Splitt (parteilos) in Abstimmung mit dem Nordkurier die Verabredung, dass ihre Anhänger und Unterstützer am Freitagabend um 19 Uhr alle gemeinsam für den den zu diesem Zeitpunkt Zweitplatzierten des Votings stimmen sollten.

Die Falle schnappt zu

So wurde Toralf Schnur (FDP/MUG) mit vereinten Kräften von 1133 auf 1226 Stimmen an Norbert Möller vorbei geschoben. Obwohl Möller von dieser geplanten Aktion nichts wissen konnte, ließ die Antwort nicht lange auf sich warten. Auf die knapp 100 Stimmen gab es einen 200-Stimmen Konter. Christian Holz und Toralf Schnur waren zwar froh, dass die Falle zugeschnappt war, zugleich waren sie aber auch fassungslos.

Amtsinhaber bei vorheriger Abstimmung chancenlos

Hintergrund: Beim ersten Voting, bei dem es um die Frage ging, wer die größten Chancen bei der Wahl am 13. September hat, landete der Amtsinhaber nur auf dem dritten Platz hinter Toralf Schnur und Christian Holz. Bei der zweiten Abstimmung sollten die Leute für den Kandidaten abstimmen, der die Probleme von Waren am besten lösen kann. Auch hier zogen Schnur und Holz in den ersten Tagen davon.

Möller will nichts von Manipulation gewusst haben

Am 14. Juli registrierte die Software dann plötzlich sehr viele Stimmen für Möller. Mit gewaltigen Sprüngen eroberte er die Spitze. Eine Erklärung dafür hat Norbert Möller nicht. Nur ab und zu habe er den Stand des Votings verfolgt und sich darüber gewundert, dass er nun vorne lag. „Ich weiß nicht, wie so etwas technisch funktioniert. Ich habe damit nichts zu tun und habe auch niemanden beauftragt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass jemand aus meinem engeren Umfeld dahinter steckt. So eine Internetabstimmung ist aber ohnehin Quatsch und nichtssagend. Das ist Stimmungsmache. Ich gebe darauf Null und werde auch nicht aktiv, um diese Sache aufzuklären”, sagte Möller dem Nordkurier am Samstag.

Konkurrent fordert Möllers Rückzug

Seine Herausforderer nehmen die Sache nicht so auf die leichte Schulter. „Man sollte die Aussagekraft so einer Abstimmung im Internet nicht überbewerten. Doch das, was jetzt offensichtlich passierte, ist Betrug am Bürger, und darum wäre es anständig von Norbert Möller, wenn er seine Kandidatur zurückzieht”, sagte der Einzelbewerber Jörg Krüger.

Für Nordkurier-Chefredakteur Jürgen Mladek waren die Ungereimtheiten jedenfalls Grund genug, die Internet-Befragung vorläufig auszusetzen. „Cyber-Attacken kennt man sonst ja nur aus der großen Politik. Dass jetzt auch auf kommunaler Ebene mit solchen Mitteln Unsicherheit verbreitet wird und demokratische Prozesse delegitimiert werden, ist alarmierend, von wo auch immer diese Attacken initiiert werden.” Er versprach, mit allen Mitteln nach der Quelle der möglichen Manipulationen zu suchen: „Unsere Fachleute aus der IT sind schon dran. Und da sitzen richtige Könner!”

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Kommentare (10)

Online-Umfragen sind lustige Ideen und ohne Wert. Zu Mladeks „Unsere Fachleute aus der IT sind schon dran. Und da sitzen richtige Könner!” gebe ich gern Folgendes zu Protokoll: Ich habe jahrelang Nordkurier Plus ohne Kosten nutzen dürfen, ohne irgendwas zu manipulieren. Mittlerweile versuche ich seit über einer Woche, Nordkurier Plus zu abonnieren. Außer stundenlangem Gerödel nach Eingabe meiner Bankverbindung passiert nichts.
[Werter Herr Doerre, so soll es nicht sein. Gibt es eine Möglichkeit, wie wir Sie erreichen können? Bitte senden Sie uns doch Ihre Kontaktdaten an desk-online@nordkurier.de. Vielen Dank.]

Ist auch dann Betrug, wenn wider besseren Wissens der Legalität eine Schwachstelle genutzt wird. Denn auch ein ungesichertes Fahrrad oder aus einer geöffneten Kasse zu stehlen ist im Endeffekt Diebstahl und kann zur Anzeige gebracht werden. Mit etwas Glück sind die fähigen ITler aber noch mit dem 1x1 von PHP und Java für die Umfrage beschäftigt, statt die Artikel zu verfolgen und übergeben ihr Geständnis nicht in die Rechtsabteilung.

Ich lese auch Premium ohne dafür zu bezahlen.
Denn meine Frau bezahlt und Sie sind einfach nur dumm mit Ihren Unterstellungen.

Dass sich den Account mit Haushaltsmitgliedern zu teilen keine Erschleichen von Leistungen ist.

Aber netter Versuch der Inschutznahme. Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass das Konsequenzen haben würde? Schlimmer als unbezahlt zu schreiben ist für einen Redakteur nur ungelesen zu schreiben.

Ihnen was zu erklären.
Herr Doerre hat nicht das geschrieben, was Sie ihm unterstellen. Und Sie haben es einfach nicht verstanden.
Da brauche ich keinen in Schutz nehmen, dass kann er wahrscheinlich auch allein.

Solche meinungsbildenten Umfragen sollte man schon von “Progammierern“ erstellen lassen, die täglich mit der Materie sich intensiv beschäftigen und nicht irgendwelche Medienfachexperten. Wer sagt denn, das es Scharen von Anhängern waren die gevotet haben. Jeder der sich mit Programmierung auskennt weiß das es zahlreiche dertige Scripts im Netz gibt um alles zu manipulieren von einer Person aus.
Vielleiht war es auch jemand vom Chaos Computerclub, der einen einfachen Testlauf machen wollte.

Ich glaub den Verantwortlichen ist schonmal zu Ohren gekommen wie Pollspoofing und Botting funktioniert ;)

Das ist zudem auch weniger ein technisches als ein datenschutzrechtliches Problem die Benutzer einigermaßen zweifelsfrei zu identifizieren. Die Frage ist doch eher, wer dafür Geld oder eher einen Stein im Brett ausgegeben hat, den mehr oder eigentlich weniger aufwendigen Firlefanz wegen einer NK Umfrage zu veranstalten, die aufgrund der Anhängerschaften und deren demographischer Verteilung beim NK nichtmal ansatzweise repräsentativ ist und die tatsächlich auch niemanden U50 in Waren interessiert, der daran kein Interesse hätte.

Zu den Verursachern, nunja, sooo viel IT-Buden mit Draht zum Bürgermeister und Interesse an der Kommunalpolitik gibbet ja nu nicht in Waren oder? Vielleicht hier oder dort mal ein gemeinsames Bier oder eine gemeinsame Sportaktivität? Ich spüre den großen investigativen Skandal schon im Sand verlaufen :D

Was hat diese Umfrage mit der eigentlichen Wahl zu tun-gar nichts. Die Aufgabe des Nordkurier ist es,objektiv über die Geschehnisse im Land zu informieren.

Was ist es den sonst wenn in Absprache mit den NK sogenannte Unterstützer der anderen Kandidaten für Toralf Schnur abstimmen und Herrn Möller Manipulation vorgeworfen wird und er Rücktritt nahegelegt wird grade von dem Kandidaten welcher die wenigsten Stimmen bei sogenannten Vorwahlen erzielte. Meinungsmache und Steuerung von Wahlen ? Herr Schnur hat mehr oder minder einen Ruf in der lokalen Politik welcher nicht immer der beste ist! Offensichtlich gibt Haus Politiker welche sozusagen Korrespondenten Status haben ?Sie tauchen fast täglich in und mit irgendwelche Beiträgen auf. Es ist manchmal auch merkwürdig wie gut der NK Interna auf dem Tisch hat, ein Schelm der Arges dabei denkt? Übrigens konnte man beim sogenannten Voting sogar innerhalb weniger Minuten jeden Kandidaten seine Stimme geben. Die Pressefreiheit endet bei Manipulation und Steuerung von demokratischen Prozessen wie Wahlen !

Bei den Bürgermeisterwahlen 2008 in Neubrandenburg passierte dem Kandidaten Klaus Schier das Gleiche auf seiner Homepage mit einer Umfrage. Hier wurde immer der CDU-Kandidat nach oben geschoben. Schier sah weltmännisch von einer Verfolgung ab, obwohl die Verursacher in Neubrandenburg getracert wurden und vom Webadmin eine Zuordnung zum Neubrandenburger Webhoster der Verursacher erfolgen konnte. Siehe auch It-Technik & BEfehle wie : tracert ; whois, ipconfig und Software wie tcpview