Tierquälerei
18 Katzen aus verwahrlostem Wohnhaus befreit

Abgemagert und dreckig - so wie diese Katze sahen viele Tiere aus, die aus einem Malchower Wohnhaus gerettet werden mussten.
Abgemagert und dreckig – so wie diese Katze sahen viele Tiere aus, die aus einem Malchower Wohnhaus gerettet werden mussten.
Petra Konermann

Tierschützer sind entsetzt über den Anblick, der sich ihnen bei einer Katzen-Rettungsaktion in Malchow bot. Das Haus war komplett verwahrlost und voller Kot.

Im Tierheim Malchow geht nichts mehr: Die Einrichtung kann keine weiteren Katzen mehr aufnehmen. 51 Katzen werden dort zurzeit betreut. Dass die Kapazität des Tierheimes erschöpft ist, liegt nicht nur an den vielen Fundkatzen, die derzeit abgegeben werden, sondern vor allem daran, dass die Tierschützer auf Bitten des Kreis-Veterinäramtes innerhalb weniger Stunden 18 Katzen aus einem einzigen Malchower Wohnhaus entfernen mussten. Mindestens fünf weitere Tiere wurden noch in dem Haus vermutet, die am Donnerstag mit Lebendfallen eingefangen werden sollten.

Für Tierschützerin Margret Kuhlmann ist klar: „So schlimme Zustände habe ich noch nie erleben müssen.“ Das Haus sei durch alten und frischen Katzenkot völlig verdreckt gewesen. Ein bestialischer Gestank habe sich durch das vermüllte Haus gezogen, dessen Fenster fest verschlossen waren, berichtet Margret Kuhlmann.

Unklar, ob der kleine Kater überleben wird

Sie und ihre Kollegin konnten nur mit Unterbrechungen zum Luftschöpfen in dem Haus arbeiten, um die Katzen aus ihrem Schicksal zu befreien. „Wir sind buchstäblich auf dem Kot der Tiere ausgerutscht, überall gab es Müll. Es war schrecklich“, schildert die Tierschützerin ihre Erlebnisse. Die Tiere selbst seien verdreckt und hungrig gewesen. Ein kleiner Kater hatte Verletzungen und liegt derzeit in der Tierklinik am Tropf. „Es ist unklar, ob er überleben wird“, so Margret Kuhlmann.

Das Veterinäramt war darüber informiert worden, dass in einem Malchower Haus „ein bis zwei Katzen“ untergebracht seien, aber die Besitzer seit mehr als einer Woche nicht mehr in dem Haus leben würden. Das Gebäude sei daraufhin am Mittwoch geöffnet und die Unterstützung der Tierheim-Mitarbeiter erbeten worden, so Kreissprecherin Haidrun Pergande auf Nachfrage. „Die Amtstierärztin fand dort für Menschen und Tiere unzumutbare Bedingungen vor“, so die Kreissprecherin weiter.

Für die Besitzer hat die Aktion ein Nachspiel

Margret Kuhlmann und ihre Kollegen sorgen nun für medizinische Betreuung und Ernährung der Tiere. Sie sollen kastriert und mit einem Chip versehen werden. Später, wenn sie aufgepäppelt sind, sollen die Tiere an neue, bessere Besitzer vermittelt werden. „Schon nach einer Nacht bei uns im Tierheim hatten sich alle Tiere beruhigt, der Stress ist für sie vorbei. Und sie benutzen allesamt brav die Katzentoilette“, berichtet Margret Kuhlmann. Sie appelliert an Tierfreunde, Fundkatzen aus dem Tierheim bei sich aufzunehmen: „Liebevolle Besitzer mit Haus und Garten wären für diese Katzen wie ein Sechser im Lotto.“

Für die Besitzer das Hauses hat die Katzen-Rettungsaktion ein Nachspiel. „Das Veterinäramt prüft, den Besitzern ein Tierhaltungs- und Betreuungsverbot auszusprechen“, so Kreissprecherin Haidrun Pergande.