WARMES WETTER

Dafür werden Schneeschieber diesen „Winter” in Malchin benutzt

Seit Jahren schon wünschen sich Spaziergänger, dass der Wiesenweg hinter dem Malchiner Peenebad besser gepflegt wird. Sogar Unterschriften wurden dafür schon gesammelt. Jetzt hat der Bauhof gehandelt – weil hier etwas mächtig schief gelaufen ist.
Schneeschieber im Wintereinsatz 2020: Mit dieser Technik wurde die aufgebrachte Muttererde auf dem Wanderweg hinter dem Malchi
Schneeschieber im Wintereinsatz 2020: Mit dieser Technik wurde die aufgebrachte Muttererde auf dem Wanderweg hinter dem Malchiner Peenebad glatt gemacht. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

Was für ein tolles Wanderwetter mitten im Januar: Bei herrlichem Sonnenschein und an manchen Tagen Temperaturen über 10 Grad Celsius machte sich jetzt so manch Malchiner auf den Weg in die Umgebung der Stadt. Einer der beliebtesten Spazierpfade war dabei auch am Wochenende wieder Malchins Philosophenweg, zu dem man auch vom Fuhrtsberg aus über die Ostpeene-Brücke am Peenebad gelangen kann.

Doch glaubten einige der Wandersleute in der vergangenen Woche, ihren Augen nicht zu trauen. Den Wegesrand säumten tiefe Furchen mit dicken Reifenspuren. Wer um Himmelswillen war denn hier auf diesem schmalen Pfad mit schwerer Technik unterwegs? Die Schuldigen waren schnell ausgemacht: Der Stadtbauhof hatte gleich mehrere seiner Fahrzeuge auf den Weg an der Peenebrücke geschickt. Die Technik war dabei offenbar etwas zu schwer für den aufgeweichten Boden.

Im aufgeweichten Boden versunken

Das bestätigte denn auch Rathaus-Sprecher Thomas Koch auf Nordkurier-Nachfrage: „Der Bauhof hat hier mit einem Teleskop-Lader mit Arbeitsbühne die Bäume am Wegesrand schneiden wollen.“ Auch dafür war das Wetter in den vergangenen Tagen ideal. Was die Bauhof-Leute offenbar unterschätzt hatten: Der Wiesenboden am Rande des Wanderwegs ist trotz des schönen Wetters so sehr aufgeweicht, dass hier jedes schwere Gerät sofort einsackt – und tiefe Spuren hinterlässt.

Doch die Mitarbeiter haben schnell reagiert. Bis zum Wochenende wurde der gesamte Querweg mit Muttererde verfüllt und befestigt, sodass auch die breiten Spurrillen verschwunden sind. Ob das mit der Muttererde eine gute Idee war, wird sich allerdings wohl erst zeigen, wenn die neue Befestigung die ersten Regengüsse überstanden hat.

Die Verbindung zum Malchiner Philosophenweg hatte vor einigen Jahren schon einmal für großes Aufsehen gesorgt. Eine Anwohnerin hatte damals immer wieder beklagt, dass der Wanderweg nur sehr stiefmütterlich gepflegt werde, der Wiesenpfad nur einmal im Jahr gemäht werde. Da geht ja auch kaum jemand lang, verteidigte das Rathaus die Pflege-Strategie. Die Anwohnerin befestigte daraufhin an der Peenebrücke eine Liste, in die sich alle Spaziergänger eintragen konnten, die den Wiesenweg benutzen. Innerhalb von elf Tagen kamen 243 Unterschriften zusammen. Hinter einer ganzen Reihe von Namen stand sogar das Wort „täglich“. Und dabei – so war beobachtet worden – hatten sich längst noch nicht alle Spaziergänger in die Liste eingetragen.

Doch selbst nach der Unterschriften-Aktion ist an dem Weg nie groß etwas gemacht worden. Dafür musste jetzt erst die Stadtbauhof-Technik am Wegesrand versinken.

 

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