SCHLÄGEREI

Was steckt hinter der Attacke auf Bürgermeister von Malchin?

Dreieinhalb Monate ist es jetzt her, dass Axel Müller und sein Sohn bei einer Schlägerei in Waren schwer verletzt wurden. Die Hintergründe der Auseinandersetzung liegen immer noch im Dunkeln. Jetzt werden aber einige überraschende Details über die beiden Tatverdächtigen bekannt.
Was geschah am Abend des 21. März in Höhe des Richard Wossidlo-Gymnasiums in Waren? Die Hintergründe der Ausein
Was geschah am Abend des 21. März in Höhe des Richard Wossidlo-Gymnasiums in Waren? Die Hintergründe der Auseinandersetzung in der Güstrower Straße liegen weiter im Dunkeln. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

Malchin. Das war schon ein Schock, was da im April in Malchin bekannt wurde: Bürgermeister Axel Müller (CDU) hatte sich nach einer tätlichen Auseinandersetzung mitten in seiner Heimatstadt Waren zwei Wochen krankschreiben lassen müssen. Mit Kopfverletzungen war er am Abend des 21. März in die Notaufnahme gebracht worden, sein Sohn musste gar für mehrere Tage im Krankenhaus bleiben. Fast dreieinhalb Monate später gibt der Vorfall immer noch Rätsel auf. Müller selbst kann sich nach eigener Aussage an nichts erinnern, er sei erst im Krankenhaus wieder zu sich gekommen.

Corona verzögerte die Ermittlungen

Doch was ist mit den beiden Verdächtigen, die die Polizei an jenem Abend ganz in der Nähe des Tatortes schnappte? Bisher sei erst einer der Beschuldigten vernommen worden, heißt es auf Nachfrage in der Neubrandenburger Polizei-Inspektion. Was dabei herausgekommen ist, ob der Mann die Vorwürfe einräumt oder bestreitet, dazu will sich die Polizei nicht äußern. Der zweite Verdächtige halte sich nur selten in Waren auf, weshalb zwei Vernehmungs-Termine bei der Polizei bereits geplatzt seien. Der Mann wohne im Raum Rostock, sei dienstlich viel unterwegs und soll nun in einer Polizei-Dienststelle in der Nähe seines Wohnortes angehört werden.

Die Ermittlungen haben sich in den vergangenen Wochen offenbar aber auch durch die Corona-Einschränkungen verzögert. So hat die Polizei bei zahlreichen Befragungen den schriftlichen Weg gewählt, bei Delikten wie der schweren Körperverletzung ist das aber eher nicht möglich. Da wollen die Ermittler den mutmaßlichen Tätern und Opfern dann doch lieber gegenüber sitzen.

Ein bisschen was lässt die Polizei zu den beiden Tatverdächtigen dann aber doch noch durchblicken. Es handele sich um zwei zur Tatzeit 40-jährige Deutsche, der eine in Kasachstan geboren, der andere in Kirgistan. Die beiden seien polizeilich bisher nicht aufgefallen und tauchen deshalb auch nicht im Polizeiregister auf.

Für die Schlägerei gibt es Zeugen

Anders als der Bürgermeister und sein Sohn sind die beiden Verdächtigen bei der Schlägerei nicht verletzt worden. Sie sollen auf den Bürgermeister und seinen Sohn auch noch eingeschlagen haben, als diese bereits am Boden lagen.

Für die Schlägerei an jenem Sonnabendabend gegen 22 Uhr in der Güstrower Straße von Waren gibt es Zeugen, die schließlich auch die Polizei verständigt hatten, die daraufhin sehr schnell am Ort des Geschehens war. Bei allen vier Beteiligten hatte die Polizei Alkoholwerte von jeweils über ein Promille festgestellt. Müller war an dem Abend nach eigenen Angaben mit seinem Sohn bei einem Bekannten, um bei einigen Glas Bier über Urlaubspläne zu sprechen. Das war noch vor den Corona-Kontaktbeschränkungen.

Dass der Vorfall etwas mit dem Amt des Bürgermeisters zu tun haben könnte, ist eher unwahrscheinlich. Müller schließt einen solchen Zusammenhang aus. Und auch der Polizei liegen dazu keine Erkenntnisse vor.

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