Preissteigerung am Bau

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Vollbremsung beim Ausbau der Niels-Stensen-Straße

Die Arbeiten an der Niels-Stensen-Straße in Stavenhagen sollten eigentlich schon begonnen haben. Doch der Ausbau wurde gestoppt.
Die Arbeiten an der Niels-Stensen-Straße in Stavenhagen sollten eigentlich schon begonnen haben. Doch der Ausbau wurde gestoppt.
Eckhard Kruse

Die Niels-Stensen-Straße in Stavenhagen sollte in diesem Jahr für rund eine Million Euro ausgebaut werden. Doch die Ausschreibung brachte nur deutlich teurere Angebote.

Die Pläne waren fertig. Der Bauablauf stand schon so gut wie fest. Und auch die Anwohner hatten sich schon auf einige Monate Vollsperrung eingestellt. Doch nun gibt es quasi eine Vollbremsung bei der Straßenbaumaßnahme Niels-Stensen-Straße. Die wollten Wasserzweckverband, Wärmeversorgung und Stadt Stavenhagen gemeinsam stemmen.

Wie die Stadt informierte, kann diese Baumaßnahme in diesem Jahr aber doch nicht durchgeführt werden. Es hapert mit der Finanzierung. Denn bei der Ausschreibung der drei Beteiligten habe sich herausgestellt, dass die geplante Summe von rund einer Million Euro deutlich überschritten wird. Die Ausschreibung sei aufgehoben worden. Sie solle zum Jahresende erneut gestartet werden. Der Baubeginn werde dann im Frühjahr 2019 liegen.

Angebote 80 Prozent teurer als geplant

Von der Stadt gab es keine genauen Angaben zu den Mehrkosten. Die Angaben seien nichtöffentlich, hieß es. „Bei uns allein waren die Ausschreibungen 80  Prozent teurer als geplant“, war indes von Peter Dammann vom Wasserzweckverband zu erfahren. Da habe man die Arbeiten abblasen müssen. Aus seiner Sicht hätten die Baupreise insgesamt stark angezogen. „Die Baufirmen haben die Auftragsbücher voll“.

Bei Anwohnern erntet man Schulterzucken und Unverständnis. Ein Anlieger vermutet, dass die drei Baubeteiligten selbst schuld an diesem Dilemma sind. In seinen Augen sei die Ausschreibung viel zu spät rausgegangen. Da sei es kein Wunder, dass die Firmen schon gut ausgelastet und die Baupreise in die Höhe geklettert sind. Der Anwohner fürchtet, dass es im nächsten Jahr vielleicht keine Fördermittel gibt. Er betont aber auch, dass die Straße in seinen Augen auch noch lange so bleiben könne. „Sie ist top“, sagt er. Bei dem Pflaster würden die Autos jedenfalls schön langsam fahren.

Fördermittel auch später noch verfügbar

Die Straße soll aber Asphalt bekommen. Im Untergrund sollen neue Leitungen und sogar ein Regenkanal von einem Meter Durchmesser verlegt werden, um bei Starkregen Stauraum für das Wasser aus Scheunenweg und Goethestraße zu bekommen. Parktaschen, Bäume und Bänke waren im Plan eingezeichnet. Und das alles bei null Zuzahlung. Es sei denn, die Bürger entschieden sich für einen Anschluss an die Fernwärmeleitung der städtischen Wärmeversorgung.

Die Stadtverwaltung versichert indes, dass die Fördermittel auch im nächsten Jahr noch zur Verfügung stehen. Das habe man schon abgeklärt. Der Wasserzweckverband wolle nun mit den anderen Parteien über Einsparungen nachdenken. Die würden aber nicht die neuen Hausanschlüsse betreffen. Die blieben an den angegebenen Stellen, betont Peter Dammann. Er wies auch den Vorwurf der zu späten Ausschreibung zurück. Die sei zwar erst im April rausgegangen. Aber wegen der sehr guten Auftragslage hätte auch ein früherer Termin kostenmäßig nichts gebracht.