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Teterower wegen Raubüberfall in Rostock vor Gericht

Ein Teterower soll in Rostock einen Fahrer der Mecklenburger Backstuben überfallen haben. Wer der Komplize mit der Waffe war, verriet er auch am Montag im Verhandlungssaal nicht.
Marie-Louise Hänsel Marie-Louise Hänsel
Ein gebürtiger Teterower muss sich seit Montag vor dem Landgericht Rostock für einen Überfall auf einen Warener Fahrer der Mecklenburger Backstuben verantworten.
Ein gebürtiger Teterower muss sich seit Montag vor dem Landgericht Rostock für einen Überfall auf einen Warener Fahrer der Mecklenburger Backstuben verantworten. Bernd Wüstneck
Teterow.

Es war am 3.  Januar 2018, morgens um 6 Uhr. Tobias E. (36) aus Waren (Müritz), Fahrer der Mecklenburger Backstuben, hatte soeben im Netto-Markt in der Ziolkowskistraße in der Rostocker Südstadt die noch warmen Brote und Leckereien abgeliefert und das Leergut in seinen Lkw zurückgestellt. Er saß bereits am Lenkrad, als plötzlich zwei maskierte Personen an die Fahrertür traten. „Geld her oder ich hole dich hier raus“, sagte der Größere von ihnen. Und der Schmächtige daneben hielt ihm eine Waffe entgegen. „Ich wollte den Motor anlassen, aber das ging nicht, weil die Hebebühne hinten noch eingeschaltet war“, berichtete der 36-Jährige am Montag als Zeuge vor dem Rostocker Landgericht.

Der größere Täter hätte nach seiner Hand gelangt, die noch am Schlüssel lag und mit der anderen Hand in seine Brusttasche gegriffen. Es sei zu einem Gerangel gekommen. Mehrmals habe er gesagt, dass das Geld in einem Tresor am Fahrersitz liege, den man nicht öffnen könne. Er ging von einem Beitrag zwischen 2000 und 3000 Euro aus. Die Großmärkte würden ihr Geld überweisen, aber von den Backshops in Rostock und im Landkreis nehme er das Geld entgegen, erklärte er.

Polizei war schnell vor Ort

Der zweite Täter hätte wohl Muffensausen bekommen, vermutete der Warener, denn er habe seinen Komplizen zurückgehalten, als der sich auf den Fahrer stürzen wollte. Tobias E. schloss nicht aus, dass der Kleinere eine Frau gewesen sein könnte. „Ich dachte zuerst, bloß weg hier. Aber dann habe ich doch die Polizei gerufen und die war sehr schnell vor Ort.“

Seit Montag sitzt nun der gebürtige Teterower Marko  D.  (41) wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung auf der Anklagebank. Sein Verteidiger verlas eine Erklärung, in der der 41-Jährige den Überfall zugibt. Den Namen des Komplizen nannte er aber nicht. Den Vorwurf, dass eine Waffe vorgehalten wurde, wies er zurück. Zu seiner Person gab er an, Maurer gelernt und danach zwölf Jahre im Sicherheitswesen gearbeitet zu haben. Jetzt sei er in Warnemünde im Fischgeschäft tätig. Bis auf einige offene Strafbefehle aus Verkehrsverfahren habe er keine Schulden.

Selbst wenn sich der Einsatz einer Waffe nicht beweisen lässt, muss der Angeklagte mit einer Strafe nicht unter drei Jahren rechnen. Am kommenden Freitag werden die Plädoyers erwartet. Das Urteil soll am 8. April verkündet werden.

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