CORONA-KRISE

Tafel in Teterow öffnet sich für alle Hilfsbedürftigen

Die Corona-Krise bringt immer mehr Menschen in Bedrängnis. Auch für sie will die Tafel in Teterow da sein. Und das kann sie, weil sie in diesen schweren Zeiten selbst Unterstützung bekommt.
Karl-Heinz Mago als Fahrer und Doreen Zaschenbrecher, die derzeit ehrenamtlich hilft, gehören zur Stammbesetzung der Tafe
Karl-Heinz Mago als Fahrer und Doreen Zaschenbrecher, die derzeit ehrenamtlich hilft, gehören zur Stammbesetzung der Tafel in Teterow. Simone Pagenkopf
Teterow.

„Die Tafel ist da. Und sie ist in dieser Zeit für alle da.“ Das ist Cornelia Piehl und ihrem Team in Teterow wichtig. In kleiner Stammbesetzung – heißt maximal zu sechst, weil auch Abstand eingehalten werden müsse – sortieren die Frauen und Männer täglich die Tafel-Spenden und bereiten alles für die Ausgaben in der Stadt und über Land vor. Das läuft, weil die Tafel in Teterow gerade auch in der Corona-Krise vielfältige Unterstützung bekommt. Die Rats-Apotheke sponserte Mundschutz und Desinfektionsmittel, eine Kundin nähte Mundschutz, das Restaurant Moshack hatte der Tafel ein Buffet zukommen lassen, der Geflügelhof Schlingmann in Perow zusätzlich Geflügel, Pommernland spendete und darüber hinaus gab es auch einzelne Geldspenden für die Tafel, zählt Cornelia Piehl auf. Letztere werden zum Beispiel für Einmalhandschuhe und als Benzingeld genutzt.

Eins Spende aus Stralsund

Um Lebensmittel einzusammeln, legt das Tafel-Team inzwischen auch weitere Strecken zurück. An einem Sonnabend ging es bis nach Stralsund. Von dort hatte sich ein Discounter gemeldet, weil er Stromausfall hatte und die Ware nicht dem Verfall preisgeben wollte. „Da überlegen wir nicht lange, egal ob es Wochenende ist und wir fahren müssen. Für so einen Anruf sind wir dankbar“, sagt die Teterower Tafel-Leiterin. Die Gefrierschränke konnten gut aufgefüllt werden. Aber man brauche natürlich Benzin und auch die Fahrer.

Die Tafel in Teterow hat sich mittlerweile für alle geöffnet, die durch die Corona-Krise in Bedrängnis gekommen sind. Man müsse keinen Hartz IV-Nachweis vorlegen, um Unterstützung zu bekommen, heißt es. Auch wer in Kurzarbeit ist, könne Lebensmittel bekommen. Zudem bietet das Tafel-Team in Teterow an, Lebensmittel nach Hause zu bringen. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen kann, der könne sich einfach melden. „Da wir zwei Tafel-Autos in Teterow haben, ist das möglich. Wir wollen das Angebot auch noch ausbauen“, so Cornelia Piehl. Montags bis freitags in der Zeit von 8 bis zirka 12.30 Uhr sei bei der Tafel in der Teterower Bahnhofstraße immer jemand zu erreichen, telefonisch unter der Rufnummer 03996 182003.

Die Bitte heißt: Abstand halten!

Allerdings gibt es auch eine eindringliche Bitte an alle, die zu den Ausgabe-Tagen in Teterow kommen: Abstand halten. Cornelia Piehl muss das jedes Mal aufs Neue sagen, weil sich nicht alle daran halten. Einen anonymen Anruf bei der Polizei hatte es schon gegeben. „Die Leute müssen Abstand halten. Sonst sind wir leider gezwungen, die Ausgabe in Teterow zu schließen“, macht Cornelia Piehl deutlich. Der Tafel-Betrieb laufe trotzdem weiter. Dann werde auf die Dörfer gefahren.

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