RUHESTAND NACH ALKOHOL-AFFÄREN

Stavenhagens Bürgermeister Mahnke will vorzeitig in Rente gehen

Der Bürgermeister hatte zwar angekündigt, nach Erkrankung und Behandlung wieder für die Stadt zu arbeiten. Jetzt hat sich Bernd Mahnke anders entschieden.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Bürgermeister Bernd Mahnke ist schon seit 33 Jahren für die Stadt Stavenhagen im Dienst. Nun denkt er ans Aufhören.
Bürgermeister Bernd Mahnke ist schon seit 33 Jahren für die Stadt Stavenhagen im Dienst. Nun denkt er ans Aufhören.
Stavenhagen.

In der vergangenen Woche hatten noch viele Stavenhagener vermutet, dass ihr Bürgermeister Bernd Mahnke (parteilos) bald wieder ins Schloss zurückkehren wird. Er war schon viele Monate krank geschrieben, hatte sich nach zwei Alkoholfahrten am Steuer eines Autos in eine längere Heilbehandlung begeben. Und nun holte er sich bereits die Sitzungsprotokolle, um sich langsam wieder einarbeiten zu können – so dachte man jedenfalls.

Aber nun kam es in der Stadtvertretersitzung am Donnerstagabend zu einem Paukenschlag. Stadtpräsident Klaus Salewski (Die Linke) verlas ein Schreiben von Bernd Mahnke: „Hiermit bitte ich Sie, mich entsprechend Paragraf 35, Absatz 4 Landesbeamtengesetz MV ab dem 1. September 2019 in den Ruhestand zu versetzen. Mein gesetzliches Rentenalter habe ich nachweislich ab dem 1. Februar 2019 erreicht. Unsere Stadt muss rechtzeitig Rentenbezüge beantragen und ich habe mich an die Rentenversicherung zu wenden.”

Bürgermeister schon seit Dezember 1985

Das bedeutet, dass Mahnke seine Tätigkeit als Bürgermeister nicht mehr bis zum Ende seiner Wahlperiode fortsetzen wird. Dabei wurde er von den Stavenhagener bis zum Jahr 2021 als Bürgermeister gewählt. Zuletzt hatte der 65-Jährige auch angekündigt, möglichst schnell gesund zu werden und seine Arbeit wieder für die Stadt aufzunehmen.

Doch während seiner Krankheit und Heilbehandlung hat sich Bernd Mahnke offensichtlich anders entschieden. Die genauen Beweggründe dazu kennt Klaus Salewski nicht. Der Bürgermeister selbst war für Nachfragen am Donnerstag nicht zu erreichen. Wenn die Stadtvertreter der vorzeitigen Versetzung in den Ruhestand nun zustimmen, dann wird Mahnke am 31. August dieses Jahres 33 und ein Dreiviertel Jahr im Dienst der Stadt Stavenhagen gearbeitet haben. Denn er ist schon seit dem 18. Dezember 1985 – also seit DDR-Zeiten – Bürgermeister der Reuterstadt.

Neuwahl wahrscheinlich im Herbst 2019

Klaus Salewski dankte Mahnke ausdrücklich für seine erfolgreiche Tätigkeit als Bürgermeister. „Stavenhagen hat sich in dieser Zeit zu einer lebens- und liebenswerten Stadt entwickelt”, sagte er und wünschte ihm zugleich alles Gute wünschen.

Salewski kündigte aber auch an, dass es mit dem Gesuch auch einiges zu erledigen gibt. „Die Stadtvertreter müssen in ein oder zwei Wochen zu einer Sondersitzung zusammenkommen”, sagte er. Die Abgeordneten müssten der vorzeitigen Versetzung in den Ruhestand zustimmen. Es sei ein Termin für die Bürgermeisterwahl – wahrscheinlich im Oktober oder November – festzulegen. Und auch die Ausschreibungen für die Wahl wären vorzubereiten.

Ob Bernd Mahnke bis zum 1. September noch einmal an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt, das konnte Klaus Salewski aber nicht sagen. „Ich vermute es aber nicht”, meinte er. Mahnke solle vor seinem Ausscheiden in würdevolle Weise verabschiedet werden. Das erfolge aber in enger Absprache mit dem Bürgermeister.

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