MALCHIN

Stadtvertreter wollten 1990 VVN-Denkmal abreißen

Ursprünglich sollte nicht nur der Sozialismus-Schriftzug entfernt werden. Eine Fraktion hatte nach der Wende noch Größeres vor.
Um den Sozialismus an der Gedenkmauer des Friedhofes wird in Malchin heftig gestritten.
Um den Sozialismus an der Gedenkmauer des Friedhofes wird in Malchin heftig gestritten. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

Der Sozialismus schlägt noch einmal hohe Wellen in Malchin, nachdem der AfD-Fraktions-Chef Engelhardt Kelm zu Wochenbeginn den Schriftzug an die Gedenkmauer des VVN-Ehrenmals auf dem Malchiner Friedhof wieder angebracht hat. Sein Fraktionskollege Christian Skotnik spricht in diesem Zusammenhang von geschichtlicher Verantwortung. Und: „Dinge, die in der jeweiligen Zeit entstanden sind, sollten auch weiter gepflegt werden.“

Dass der „Sozialismus“ von der Mauer abgenommen werden muss, hatte Malchins Hauptausschuss am 8. Oktober 1990 beschlossen. Das hat der Stadtvertreter Martin Jahrmärker jetzt herausgefunden. Und nicht nur das. Den entsprechenden Antrag habe damals die Fraktion SPD/Neues Forum und Grüne eingebracht, der damals auch Jahrmärker bereits angehörte. Auf dem Antrag taucht aber noch ein Name auf: Christian Skotnik, der damals ebenso Fraktionsmitglied war und der sich jetzt so vehement dafür einsetzt, dass der Sozialismus zumindest auf der Gedenkmauer eine Renaissance erlebt.

Würde heute den Antrag nicht mehr so schreiben

Skotnik räumt heute ein, dass er den Antrag selbst auf seiner Schreibmaschine verfasst habe. Allerdings ursprünglich mit einer viel weitergehenden Absicht. „Es sollte nämlich das gesamte Denkmal abgerissen werden“, erinnert sich Skotnik. Wahrscheinlich habe man dann aber aus Kostengründen davon abgesehen und dann lediglich den Schriftzug „Sozialismus“ entfernt. „Dass da dann nur noch stand ,Den Kämpfern für Frieden‘ – das hat mich dann schon geärgert“, sagt Skotnik. „Ich würde einen solchen Beschluss heute nicht mehr fassen.“

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