LICHT AUS!

Scharpzower Leuchten laut Gutachten völlig ungeeignet

Vier Stunden Licht – mehr ist bei den Lichtverhältnissen in unseren Breiten bei den Solarlampen in dem Malchiner Ortsteil gar nicht zu erwarten. Um die Fördermittel nicht zurückzahlen zu müssen, sollen die Lampen jetzt umgesetzt werden.
Viel mehr als vier Stunden Licht ist mit diesen Leuchten in unseren Breiten nicht drin. Das haben Experten jetzt in einem Guta
Viel mehr als vier Stunden Licht ist mit diesen Leuchten in unseren Breiten nicht drin. Das haben Experten jetzt in einem Gutachten über die Scharpzower Solarlampen herausgefunden, die den vierten Winter in Folge die Einwohner des Malchiner Ortsteiles ärgern. Eckhard Kruse
Der kleine Ort Scharpzow vor den Toren Malchins hat mit seinen untauglichen Solarlampen bereits eine gewisse Berühmtheit
Der kleine Ort Scharpzow vor den Toren Malchins hat mit seinen untauglichen Solarlampen bereits eine gewisse Berühmtheit erlangt. Nun haben sich Experten die Leuchten angeschaut. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

Die Einwohner im Malchiner Ortsteil Scharpzow haben es den vierten Winter in Folge mit einer Straßenbeleuchtung zu tun, die sie eher im Dunkeln lässt. Und das ist auch kein Wunder, wie die Stadtverwaltung im gut beleuchteten Malchin jetzt erstmals Schwarz auf Weiß von Experten bestätigt bekommen hat.

Dem Rathaus liegt ein Sachverständigengutachten vor, das Licht in die Scharpzower Versager-Solar-Lampen bringt und offenbar so brisant ist, dass es die Stadt bisher auch nicht veröffentlicht hat. Bürgermeister Axel Müller (CDU) fasst das Ergebnis des Gutachtens so zusammen: „Die installierte Solarbeleuchtung kann an diesem Standort unter unseren geografischen Bedingungen und den geforderten Leistungsparametern nicht funktionieren.“ Und weiter: „Klar ist, dass ein dauerhaftes Leuchten über mehr als vier Stunden am Stück täglich nicht zu erreichen ist.“ Für mehr reicht offenbar das Sonnen- bzw. Tageslicht nicht, um die Batterien der Solar-Funzeln aufzuladen.

Das Gutachten hat Malchins Rathausspitze inzwischen Infrastrukturminister Christian Pegel vorgelegt. Der hatte seinerzeit persönlich den Förderbescheid für die untaugliche Beleuchtung überbracht, denn Scharpzow sollte die erste Ortschaft in ganz MV sein, die eine komplette LED-Solar-Straßenbeleuchtung vorzuweisen hat. Um dieses Geld jetzt nicht zurückzahlen zu müssen, können die Solarleuchten nun aber nicht einfach abgebaut und durch eine funktionierende Straßenbeleuchtung ersetzt werden. Mit dem Ministerium hat sich die Malchiner Verwaltungsleitung darauf geeinigt, die Solarlampen an anderer Stelle im Stadtgebiet zu installieren, wo vier Stunden Beleuchtung ausreichend sind.

Richtiges Licht im nächsten Winter

„Wir suchen also einen Standort, wo es nicht die ganze Nacht über hell beleuchtet sein muss, sondern nur morgens ein paar Stunden und abends ein paar Stunden“, sagt Müller. Und dafür hat man im Rathaus jetzt auch erste Ideen: An den Bushaltestellen in den Ortsteilen zum Beispiel könnten vier Stunden Straßenlicht ausreichend sein. Auch der wiedereingerichtete Verkehrsgarten an der Karl-Dressel-Straße käme dafür infrage. Müller hat inzwischen seine Amtsleiter aufgefordert, ihm weitere Vorschläge zu unterbreiten.

Wenn denn eine Ecke gefunden ist, könnte Malchin seinem östlichen Ortsteil endlich wieder eine vernünftige Straßenbeleuchtung an die Dorfstraße stellen. In der nächsten dunklen Jahreszeit soll es soweit sein.

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