Schiffbruch auf dem Kummerower See

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Rettungsboot darf wegen fehlender Unterschriften nicht zu Notfällen ausrücken

Die Verwunderung war groß in Neukalen, dass bei dem Rettungseinsatz am vergangenen Wochenende auf dem Kummerower See das Rettungsboot der Feuerwehr nicht mit alarmiert wurde.
Die Verwunderung war groß in Neukalen, dass bei dem Rettungseinsatz am vergangenen Wochenende auf dem Kummerower See das Rettungsboot der Feuerwehr nicht mit alarmiert wurde.

Das Neukalener Boot ist voll einsatzfähig, kann aber nicht alarmiert werden. Und das ist offenbar mehr als ein Jahr lang niemandem aufgefallen.

Ein Rettungseinsatz auf dem Kummerower See am vergangenen Wochenende schlägt weiter Wellen. Bei dem Notfall, bei dem ein 44-jähriger Mann und seine 11 und 16 Jahre alten Söhne mit einem Ruderboot gekentert waren, hatte die Leitstelle das für Rettungsmaßnahmen auf dem Kummerower See vorgesehene Boot der Neukalener Feuerwehr nicht alarmiert. Und das war nicht das erste Mal, dass bei einem gemeldeten Seenotfall das Neukalener Boot im Hafen blieb.

Für die Alarmierung des seit über einem Jahr voll einsatzfähigen Rettungsbootes würden noch drei Unterschriften fehlen, wie die Kreisverwaltung in Neubrandenburg am Donnerstag mitteilte. Zunächst müssten die Gemeinden beziehungsweise das Amt ihre Alarmierungsordnung ändern und dies vom Bürgermeister und dem Wehrführer unterschrieben werden. Das gehe dann an die Brandschutzdienststelle in Neuendorf, werde auf Plausibilität geprüft und dann vom Dienststellenleiter unterschrieben. Ohne diese drei Unterschriften könne ein Rettungsmittel wie das Neukalener Boot nicht ins System der Leitstelle eingepflegt werden. Diese dreifach unterschriebene Meldung liege bis heute nicht vor. Warum dies im Falle des Neukalener Rettungsbootes über ein Jahr lang niemanden aufgefallen ist, bleibt weiter unklar.