MARKE EIGENBAU

Rattenfloß von Salem ist plötzlich weg

Ein selbst gebautes Floß mit Aufbau wurde die Stadt Malchin aus ihrem Hafen über Jahre einfach nicht los. Kurz bevor die Hafenbehörde jetzt durchgreifen wollte, geschah das Unerwartete.
Dieses Floß mit Bootsmotor und Aufbau lag mehrere Jahre an der Durchfahrt zur Bootshausanlage im Salemer Hafen. Kurz nach dieser Aufnahme ist der Eigenbau ohne Zulassung verschwunden.
Dieses Floß mit Bootsmotor und Aufbau lag mehrere Jahre an der Durchfahrt zur Bootshausanlage im Salemer Hafen. Kurz nach dieser Aufnahme ist der Eigenbau ohne Zulassung verschwunden. Torsten Bengelsdorf
Salem.

Die Winterruhe ist im Salemer Hafenbecken noch nicht vorüber. Die Bootsliegeplätze warten auf die erste Kundschaft. Etwas abseits von den Dauer- und Gastliegeplätzen war bis zu dieser Woche aber etwas vertäut, das eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Hausboot hat, aber wohl doch nur ein Floß mit einem zusammengezimmerten Aufbau ist.

„Ein scheußlicher Anblick“, schimpfte da jemand von der Bungalow-Siedlung gegenüber. Ein Anblick jedenfalls, den Salemer und Hafengäste schon zwei oder drei Jahre ertragen mussten, nicht nur im Winter. Auch Urlauber und Gäste der Kolping-Ferienanlage schüttelten nach einigen neugierigen Blicken nur noch mit dem Kopf: Was hat ein solcher Abenteuerkahn im schmucken Hafen von Salem zu suchen?

Immer wieder neue Fristen zum Beseitigen

Nichts, heißt es dazu aus dem Malchiner Rathaus, aus dem heraus die Häfen der Stadt verwaltet werden. Schon seit ziemlich langer Zeit versuche die Stadt, das Floß Marke Eigenbau loszuwerden. Zumal der Eigentümer nicht mal eine Nutzungsgebühr zahlt, wie Bürgermeister Axel Müller (CDU) berichtet. Da kann es doch nicht so schwer sein, das Ungetüm einfach abzuwracken. „Wir haben schon mehrere Termine gesetzt, bis wann das Ding weg soll“, sagt der Bürgermeister. Das Problem: Der Floß-Skipper reagiert auf diese Schreiben dann tatsächlich auch und kündigt an, sein Eigentum selbst beiseite schaffen zu wollen. „Dann müssen wir diese Frist erst wieder abwarten, und wenn nichts passiert, erneut anhören und Widerspruchsfrist einräumen. Das dauert alles“, klagt der Bürgermeister.

Floß muss in der Dunkelheit verschwunden sein

Mit dem Frühjahr erwachte nun aber auch wieder der Frust der Anlieger: Soll der Kahn hier etwa wieder die ganze Saison herumliegen? Das wollte die Stadt nun unbedingt vermeiden. Vor Saisonbeginn, spätestens im Mai muss das Ding weg, hatte sich Bürgermeister Müller nun am Freitag festgelegt und weiß auch schon wie. Wegziehen geht nicht – wer weiß, ob die Holzkonstruktion überhaupt seetüchtig ist. „Also müssen wir sie vor Ort zerlegen“, sagte Müller. Was er zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen konnte: Das Floß ist des Nachts auf wundersame Weise verschwunden.

Wohin es Kurs genommen hat, ist noch unklar. Es muss allerdings still und heimlich bei Dunkelheit gewesen sein, der Eigenbau hat gar keine Zulassung für eine Fahrt auf dem Kummerower See, wie es von der Wasserschutzpolizei heißt. In Salem atmete man jedenfalls am Freitag auf: „Hoffentlich hat er auch die ganzen Ratten mitgenommen. Und hoffentlich kommt er nie wieder“, sagte am Freitag ein Bungalow-Bewohner.

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Kommentare (1)

Sicher ist es in der Seemitte versenkt worden......