Angst vor neuer Geruchsbelästigung

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Rapsöl-Firma zieht’s nach Malchin

Biodiesel wird hier schon lange nicht mehr produziert. Die Anlagen der ehemaligen Rapsveredelung Vorpommern im Malchiner Industriegebiet, von denen die Gerüche einst ausgingen, sind stillgelegt und gehören inzwischen dem Nachbar-Unternehmen Cargill. 
Biodiesel wird hier schon lange nicht mehr produziert. Die Anlagen der ehemaligen Rapsveredelung Vorpommern im Malchiner Industriegebiet, von denen die Gerüche einst ausgingen, sind stillgelegt und gehören inzwischen dem Nachbar-Unternehmen Cargill.
Torsten Bengelsdorf

Malchiner Spürnasen dürfte die frühere Rapsveredelung im Industriegebiet noch in unguter Erinnerung sein. Nun will ein Unternehmen hier aus Rapsöl Glyzerin herstellen. Der Bau-Ausschuss ist alarmiert.

Viele Malchiner rümpfen heute noch die Nase, wenn sie die Produktionsanlagen der Rapsmühle im Malchiner Industriegebiet sehen. Wehte Ostwind über das Mecklenburger Binnenland, dann verteilte das Rapsveredelungswerk seine Duftmarke über das gesamte Stadtgebiet. Und das war alles andere als angenehm. Als der Betrieb dann stillgelegt wurde, konnten die Malchiner endlich wieder aufatmen.

Doch nun – sieben Jahre nach der Schließung der Rapsmühle – steht in Malchin wieder ein Rapsöl-Verarbeiter vor der Tür und möchte im Gewerbegebiet eine Anlage zur Herstellung von Glyzerin und einem Diesel-Zusatzstoff errichten – gleich gegenüber des Reifen-Friedhofes, der derzeit immer noch beräumt wird. Die Pläne dafür wurden jetzt bekannt, nachdem sich der Bau-Ausschuss am Montagabend in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Verkauf des Grundstücks an die Firma aus Schwedt befassen sollte.

Geschäftsführer soll erst Fragen beantworten

Wie erwartet hatten die Ausschuss-Mitglieder allerdings noch etliche Fragen, die sie gern vom Geschäftsführer beantwortet haben wollen, berichtete Bürgermeister Axel Müller (CDU) am Dienstag gegenüber dem Nordkurier. Müller hat auch durchaus Verständnis für die Skepsis. „Wir werden den Geschäftsführer deshalb jetzt zu einer weiteren Sitzung des Bau-Ausschusses einladen, sodass die Stadtvertreter möglichst noch im Sommer eine Entscheidung treffen können“, kündigte der Bürgermeister an.

Das Unternehmen solle vor allem Fragen zur Geruchsemission, aber auch zur Höhe der Investitionssumme beantworten. Schon geklärt scheint dagegen zu sein, wie viele Beschäftigte das neue Werk einmal haben wird. Müller spricht von bis zu 13 Leuten.