NEUER STANDORT GESUCHT

Warum kündigt die Kirchgemeinde in Gnoien einem Bienenschwarm?

Zwei Jahre lang durften die Immen von ihrem Gestell im Kirchgarten die Gnoiener Pflanzenwelt bestäuben. Damit ist Ende Mai nun Schluss. Die Entscheidung der Pfarrgemeinde gefährdet einen Imkerkurs, der viele Kinder begeistert.
In dem Bienengestell im Gnoiener Pfarrgarten sind mehrere Bienenbeuten untergebracht. Bis zu 100 000 Immen starteten hier zu i
In dem Bienengestell im Gnoiener Pfarrgarten sind mehrere Bienenbeuten untergebracht. Bis zu 100 000 Immen starteten hier zu ihren Bestäubungsflügen in die Gnoiener Pflanzenwelt. privat
Helmut Lutsch leitet in Gnoien das Imkerprojekt „Summa Summarum” mit mehreren Kursen.
Helmut Lutsch leitet in Gnoien das Imkerprojekt „Summa Summarum” mit mehreren Kursen. Silke Voß
Gnoien.

Eine Menge Flugverkehr ist nötig, um ein einziges Glas mit 500 Gramm Honig zusammen zu bekommen. Schätzungen zufolge müssen Honigbienen dazu etwa fünf Millionen Blüten anfliegen. Auch in Gnoien sind die fleißigen Immen in ihrer Schwarmzeit nun wieder unterwegs, um Pflanzen zu bestäuben. Doch das Summ-Völkchen ist nicht überall gern gesehen. Im Pfarrgarten, wo seit zwei Jahren ein Bienengestell steht, hat es sich bald ausgesummt. Bis Ende Mai hat das Bienenhaus zu verschwinden, ließ die Kirchgemeinde jetzt Helmut Lutsch wissen.

Lutsch ist als Honorarkraft bei der Kulturbörse tätig und leitet hier den Kurs „Summa summarum“. Wobei: Eigentlich sind es im Rahmen seines Imker-Projektes sogar drei Kurse mit jeweils sechs bis acht Kindern, die sich nach den Corona-Beschränkungen auch wieder gern treffen würden. Nur wo, wenn das Bienengestell jetzt im Pfarrgarten abgeräumt werden muss.

Schützende Hand der Pastorin ist nicht mehr da

„Der Standort ist unser größtes Problem. Die Kirchgemeinde sieht wohl jetzt bei den Bienen vor allem die Stechgefahr“, vermutet Helmut Lutsch den Grund für die Kündigung. Tatsächlich soll es auch einmal einen Vorfall gegeben haben, bei dem eine Besucherin der Pastorin von einer Biene gestochen worden sein soll. Das Opfer hatte sich aber wohl etwas zu viel Parfüm angelegt, kann sich der Kursleiter als Ursache für die Bienen-Attacke vorstellen. Bisher hatte wohl auch Gnoiens Pastorin Angelika Meyer ihre schützende Hand über den Bienenschwarm gehalten. Doch die Pastorin hatte sich Ende des vergangenen Jahres nach Hamburg verabschiedet.

Die Vorsitzende des Kirchgemeinderates, Jutta Winkelmann, will sich zu der Kündigung des Bienenvolkes im Pfarrgarten auf Anfrage des Nordkurier nicht äußern. Nur so viel: Sie habe mehrere Vorschläge für andere Standorte unterbreitet.

Skepsis auch bei Kleingärtnern

Die seien aber zu weit weg, entgegnet Helmut Lutsch, der mittlerweile auch bei Gnoiener Kleingärtnern nachgefragt hat, ob er nicht etwa bei ihnen das Bienengestell unterbringen kann. Es ist etwa zwei Meter breit und vier Meter lang und mit Überdachung 2,50 Meter hoch. Die Bienen gelangen in einer Fluglochhöhe von 1,10 bis 1,20 Meter in ihr Zuhause.

Doch die Skepsis bei Gnoiens Kleingärtnern ist groß. „Obwohl die Gärtner doch eigentlich wissen müssten, dass es für sie ohne Bienen kein Obst gibt“, sagt der Leiter der Imkerkurse. „Wir suchen nun dringend einen neuen Standort – irgendwo zwischen der Kulturbörse und der Warbelschule.“ Schließlich wolle er möglichst bald mit den Kindern Honig ernten oder auch Bienenwachskerzen anfertigen, die jedes Jahr auch beim Gnoiener Weihnachtsmarkt sehr gut angekommen seien.

Wer dem Bienenkurs helfen kann, wird gebeten, sich in der Kulturbörse zu melden.

 

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