SPENDENAKTION IN MALCHIN

Kinder sammeln 200.000 Deckel für Kampf gegen Kinderlähmung

Die Marcusschule sammelte in der Aktion „Deckel gegen Polio“ mehr als 200.000 Stück und steckte andere mit ihrem Sammelfieber an. Nun ist die Aktion vorbei.
Kirsten Gehrke Kirsten Gehrke
Mit circa 15.000 Stück hat Lisa Schmidt von allen Marcusschülern die meisten Deckel gesammelt. Klaus Stumber
Malchin.

Im Januar 2017 hatte alles angefangen. Schüler der Siegfried-Marcus-Schule in Malchin sammelten Flaschendeckel aus Plastik, um einen Beitrag für eine Welt ohne Kinderlähmung zu leisten. Sie waren die Ersten, die sich an der Sammelaktion des Vereins „Deckel drauf“ beteiligten.

Jetzt ist dieses Projekt „Deckel gegen Polio“ beendet. Und die Malchiner Schüler ermöglichten allein 400 Schluckimpfungen für Kinder, erklärte Detlef Hein vom Rotary Club Malchin. Bundesweit hatten Betriebe der Entsorgungswirtschaft mit regionalen Sammelstellen und örtlichen Rotary Clubs mit dem Verein kooperiert. Um eine Schluckimpfung gegen die Krankheit finanzieren zu können, seien 500 Deckel benötigt worden.

Nach dem erfolgreichen Start vor zwei Jahren – die Marcusschüler hatten innerhalb von zehn Wochen 15.827 Deckel gesammelt – fühlten sich auch andere ermutigt, mitzumachen. „Gleichzeitig begannen die Clubmitglieder, die in ihren Haushalten anfallenden Deckel während des wöchentlichen Meetings zu sammeln“, so Hein. Unterstützung sei vom Hotel Reutereiche in Stavenhagen gekommen, wo circa 5500 Deckel gesammelt wurden. Das Schloss Bredenfelde habe es auf stolze 54.500 Deckel gebracht. Die Initiatoren der Marcusschule Malchin sammelten sage und schreibe 200.153 Deckel. Der Lehrer Andreas Teggatz war im Internet auf die Aktion gestoßen und hatte daraus ein Schulprojekt gemacht.

EU-Kunststoffstrategie würgt Sammelaktion ab

Stellvertretend für alle Sammler wurde die Schülerin Lisa Schmidt mit einem Büchergutschein von den Rotariern ausgezeichnet. Lisa habe als Sechstklässlerin mit der Sammelleidenschaft begonnen, mit der sie rund 15.000 Deckel sammelte. Dabei sei ihr der Getränkeverbrauch in der elterlichen Tanzschule in Malchin zugutegekommen.

Die Schülerin habe nicht nur die Tanzschüler in Malchin mit dem Sammelfieber angesteckt, sondern auch Verwandte in Österreich. „Zeitweise entwickelte sich in unserer Schule daraus ein Wettbewerb unter den Klassen“, meinte Lisa. Sie habe mit ihrem Ergebnis die meisten Deckel beigesteuert.

„Die Sammler in der Mecklenburgischen Schweiz können mit Stolz von sich sagen, wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren einen Beitrag zur Bekämpfung der Kinderlähmung geleistet und zugleich hochwertiges Plastikmaterial der Wiederverwertung zugeführt“, so Hein.

Die Sammelaktion ist mittlerweile eingestellt worden, weil die EU in ihrer neuen Kunststoffstrategie festgelegt habe, dass künftig die Deckel fest mit den Flaschen verbunden sein müssen. „Bislang konnten PET-Flaschen ohne Deckel abgegeben werden. Zudem sind die Preise auf dem Markt für Sekundärrohstoffe dieser Art deutlich gesunken.“

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