ALLES MUSS RAUS

Fußballrasen von Gnoien wächst jetzt in Gärten weiter

Endspiel für den sanierten Platz an der Windmühle: Der Rasen muss nach zehn Jahren schon wieder einem Neubau des Spielfeldes weichen. Jetzt können sich die Gnoiener jeweils einige Quadratmeter des Grüns mit nach Hause nehmen.
Aktion „Meister-Rasen“: Benjamin Peter (rechts) sicherte sich mit Hilfe von Nico Bischoff den Mittelpunkt des Spie
Aktion „Meister-Rasen“: Benjamin Peter (rechts) sicherte sich mit Hilfe von Nico Bischoff den Mittelpunkt des Spielfeldes für den eigenen Garten. Auch heute Vormittag darf man sich im Stadion an der Windmühle noch einmal bedienen. Torsten Bengelsdorf
Gnoien.

Um kurz nach 9 Uhr war es am Freitagfrüh um den Mittelpunkt des Gnoiener Fußballplatzes geschehen. Benjamin Peter, selbst Fußballer und in Gnoien auch noch Stadtvertreter, hob das kleine Stück Rasen zusammen mit Nico Bischoff von der Spielfläche in seinen Auto-Anhänger, um mit weiteren zwölf Quadratmeter Grün dann in seinen Garten zu fahren. Hier sollen die Teile des Gnoiener Fußball-Graslandes nun noch einmal richtig anwachsen. „Der Mittelpunkt bekommt dabei noch ein kleines Schild mit den Jahreszahlen darauf, wie lange der Rasen hier im Stadion gelegen hat“, sagte Peter.

Für den Fußballer hat der ausgediente grüne Matte natürlich eine ganz besondere Bedeutung. Auf diesem Platz gelang Benjamin Peter vor einigen Jahren immerhin der Gnoiener Ehrentreffer gegen die Profis von Hansa Rostock. Zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Vater hatte er bei einer weiteren Hansa-Begegnung seinen berühmten Trabi in den blau-gelben Farben des Gnoiener Sportvereins auf den Platz gefahren. Peter spielt heute für die Farben von Grimmen in der Verbandsliga, will aber zurück zum Gnoiener SV.

Mit der Schubkarre am frühen Morgen

Er war am Freitag natürlich nicht der einzige Gnoiener, der das Angebot annahm, sich ein Stück des Stadionrasens zu sichern, mit dem Gnoien nun ganz und gar kein Glück hatte. Horst Cordes holte sich acht Quadratmeter Grün für den Hof an seinem Haus. „Ich hatte hier schon Rasen, aber der kam nicht richtig, deshalb will ich das Ganze jetzt noch etwas auffrischen“, meinte Cordes beim Verladen. Ob das Gras nun aus dem Strafraum kommt oder von anderen Teilen des Spielfeldes, sei ihm dabei völlig egal. „Der Rasen muss dann nur schön gewässert werden.“

Am frühen Morgen war bereits eine Gnoienerin mit einer Schubkarre auf den Sportplatz gekommen und wollte gleich 20 Quadratmeter aufladen, wofür die Karre nun wirklich nicht geeignet war. Es fand sich dann aber noch eine andere Lösung. Auch der Stadtbauhof holte sich einige Ballen ab. „Für die Spielplätze in der Stadt und in Warbelow“, wie Stadtbauhof-Chef Mathias Focke sagte.

Untergrund wird anders aufgebaut

Bei der Stadtverwaltung waren Vorbestellungen für insgesamt 160 Quadratmeter Fußballrasen eingegangen, so dass auch heute noch genug Wiese da ist, die man sich noch einmal in der Zeit zwischen 8 und 13 Uhr sichern kann. Der gesamte Platz wird auf diese Weise wohl aber nicht abgeräumt werden können. Den Rest erledigt dann die Baufirma Lilie, die den Fußballplatz in den kommenden Wochen noch einmal völlig neu anlegen will. Danach soll es dann an dem Rasen, auf dem nach Regenfällen häufig das Wasser nicht richtig ablaufen konnte, nichts mehr auszusetzen geben. Doch kann das hier unter den schwierigen Verhältnissen des Stadions an der Windmühle überhaupt funktionieren?

„Doch, doch. Die kriegen das hin. Das wird was“, ist zumindest Benjamin Peter überzeugt. Der Untergrund werde jetzt ganz anders aufgebaut. Doch bis im Stadion dann wieder Fußball gespielt werden kann, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Solange werden die Gnoiener auf dem Platz an der alten Rennbahn kicken.

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