ÜBERFALL AUF WARENER BÄCKEREIFAHRER

Ex-Teterower muss für gescheiterten Raub ins Gefängnis

Das Urteil nach einem geplanten Überfall auf einen Fahrer der Mecklenburger Backstuben fällt sogar härter aus, als es die Anklage gefordert hatte.
Marie-Louise Hänsel Marie-Louise Hänsel
Dreieinhalb Jahre Gefängnis lautete am Montag das Urteil des Rostocker Landgerichtes nach einem gescheiterten Überfall auf einen Fahrer der Mecklenburger Backstuben. (Symbolbild)
Dreieinhalb Jahre Gefängnis lautete am Montag das Urteil des Rostocker Landgerichtes nach einem gescheiterten Überfall auf einen Fahrer der Mecklenburger Backstuben. (Symbolbild) Friso Gentsch
Rostock.

Damit hatte der 42-jährige Angeklagte nun überhaupt nicht gerechnet: Das Urteil gegen ihn ist am Montag noch höher ausgefallen, als von Staatsanwaltschaft und Verteidigung beantragt. Das Landgericht Rostock hielt den gebürtigen Teterower der gemeinschaftlich begangenen versuchten schweren räuberischen Erpressung für schuldig und verurteilte ihn zu dreieinhalb Jahren Haft. Die Anklagevertreterin hatte zwei Jahre und elf Monate beantragt, der Verteidiger eine Bewährungsstrafe.

Der 42-Jährige hatte im Januar 2018 in der Rostocker Südstadt ein Liefer-Auto der Mecklenburger Backstuben überfallen. Nach Angaben des 36-jährigen Fahrers aus Waren (Müritz) war der Täter an die offene Fahrertür getreten und hatte Geld gefordert. Der kleinere Komplize habe mit einem pistolenähnlichen Gegenstand in der ausgestreckten Hand auf ihn gezeigt. Als der Angeklagte nach dem Autoschlüssel griff, der schon im Zündschloss steckte, habe er ihn mit dem Knie zurückgestoßen. Er traf das Gesicht des Täters. So kamen dessen DNA-Spuren an die Hose des Fahrers und die Ermittler auf seine Spur.

Nach Meinung des Gerichts legte Marko D. nur ein taktisch bedingtes Geständnis ab. Er gab nämlich nur das zu, was er sowieso nicht mehr leugnen konnte. Aber er verneinte einen Waffeneinsatz und gab die Identität seines Mittäters, der nach Meinung des Fahrers auch eine Frau gewesen sein könnte, nicht preis. Das Gericht wertete zu Gunsten des Angeklagten, dass der Überfall ein Versuch blieb und kein weiterer Schaden angerichtet wurde. Als strafverschärfend wirkten sich dagegen die 14 Vorstrafen aus, die von den Amtsgerichten Teterow, Güstrow und Rostock ab 1995 verhängt worden waren.

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