FLIEGERHORST LAAGE

✅❌ Eurofighter fliegen weiter nachts und in der Urlaubssaison

Als einen Beitrag, Lärm zu reduzieren, will das Jagdgeschwader von April bis September nächtliche Aktivitäten minimieren. Ein kontinuierlicher Ausbildungsbetrieb müsse aber gewährleistet werden.
Oberst Joachim Kaschke ist seit 2019 Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff”.
Oberst Joachim Kaschke ist seit 2019 Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff”. Simone Pagenkopf
Zurzeit sind Nachtflüge auf dem Fliegerhorst in Laage angesagt.
Zurzeit sind Nachtflüge auf dem Fliegerhorst in Laage angesagt. Bernd Wüstneck
Auf dem Fliegerhorst in Laage finden jährlich Tagungen der Lärmschutzkommission statt.
Auf dem Fliegerhorst in Laage finden jährlich Tagungen der Lärmschutzkommission statt. Simone Pagenkopf
Laage.

Abends ist der Himmel über der Region gerade ziemlich laut. Von Laage aus starten die Eurofighter zu Nachtflügen. Und das auch in der nächsten Woche noch. „Dann aber sehr lange nicht“, sagt Oberst Joachim Kaschke, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“. Dieser Teil der Ausbildung sei extra ins frühe Jahr und den Herbst verschoben worden. Als eine Maßnahme zur Lärmminderung. Von April bis September werde der Nachtflugbetrieb minimiert, so der Kommodore auf der Jahrestagung der Lärmschutzkommission.

 

Flüge auch in der Urlaubssaison

Heiko Kärger, Landrat im Kreis Mecklenburgische Seenplatte, bekam indes einen abschlägigen Bescheid. Nach dem tragischen Flugunfall im vergangenen Jahr, bei dem zwei Eurofighter abstürzten und ein Pilot ums Leben kam, hatte er angefragt, ob Flugeinsätze in der Haupturlaubssaison nicht generell abgesenkt und auf andere Zeiten verschoben werden können. Der Kommodore könne zwar verstehen, dass man im Sommer am besten gar nichts hören möchte. „Wir müssen aber auch Schönwetterperioden nutzen und einen kontinuierlichen Ausbildungsbetrieb gewährleisten“, machte er geltend. Nach dem Unfall am 24. Juni 2019 war der Ausbildungsbetrieb eine Zeit lang unterbrochen worden. Der Flugunfallbericht liege noch nicht vor, so Oberst Kaschke.

Monatlich durchschnittlich 200 Einsätze

Auf dem Fliegerhorst werden alle ausgebildet, die den Eurofighter fliegen. In den USA erfolgt die Grundlagenausbildung, aufs System geht’s dann in Laage. Seit dem Jahr 2005 wurden hier 324 Lehrgangsteilnehmer gezählt. Im Schnitt gäbe es im Monat rund 200 Flugeinsätze. Durch die zivile Mitbenutzung ist auf dem Flughafen Laage der 24-Stunden-Betrieb erlaubt. Ein Vergleich der letzten beiden Jahre zeigt, dass die Flugbewegungen zwischen 22 und 6 Uhr deutlich abgenommen haben. Insgesamt von 635 im Jahr 2018 auf 75 im vergangenen Jahr.

Nachtzuschläge erhoben

Das Gros liegt im zivilen Luftverkehr mit 596 Flugbewegungen im Jahr 2018 und 62 im Jahr 2019. Hier mache sich bemerkbar, dass Nachtzuschläge erhoben werden. Die sollen abschrecken und erfüllen diesen Zweck offenbar auch. „Wir haben keinen regulären Nachtflugverkehr mehr“, so Robert Seibt, Verkehrsleiter am Flughafen Rostock-Laage. „Es gibt Anfragen von Kunden im Sommer, zum Beispiel wenn bei großen Events und Festivals Bands geflogen werden“, fügt er hinzu. So wie im vergangenen Jahr bei der Rammstein-Tour. „Das händeln wir dann nachts.“ Das Militär hielt, abgesehen vom Nachtflug, den Flugplatz im vergangenen Jahr in der Regel montags bis donnerstags von 8 bis 19 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr offen, hieß es.

In diesem Jahr werden die Steinhoffs im Juni/Juli wieder das Geschwader „Richthofen“ vom Fliegerhorst Wittmundhafen aufnehmen. „Das sei eine Zeit, wo wir selber runterfahren“, merkt Oberst Kaschke an. Übungen werde es in Laage nicht geben. Dazu geht‘s diesmal in die USA, die Niederlande, nach Polen und Spanien.

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Kommentare (1)

Scheiß auf die Bürger des eigenen Bundeslandes. Hauptsache den Touristen fällt kein Flugzeug auf den Kopf.
Da ist ja auch egal, wenn ein paar Teile ne Kita treffen. Sind ja schließlich keine Touristen...