Dorfleben
Der Backofen in Teschow ist erst mal aus

Interessierte werden gesucht, denn im historischen Backhaus in Teschow soll wieder gebacken werden. 
Interessierte werden gesucht, denn im historischen Backhaus in Teschow soll wieder gebacken werden.
Simone Pagenkopf

Der Versuch, Profis zu finden, ist bisher gescheitert. Gänzlich aufgeben will die Museumschefin die Backtage in Teschow aber noch nicht. Sie schlägt einen neuen Kurs ein.

„Es ist nicht gut, wenn hier nichts mehr genutzt wird. Dann steht es sich kaputt.“ Teterows Museumschefin Meike Jezmann guckt bekümmert aufs alte Backhaus in Teschow. Schon das ganze letzte Jahr blieb der Ofen dort kalt. Und bis jetzt ist es nicht gelungen, eine Bäcker-Nachfolge zu finden. „Wir hatten Profi-Bäcker“, erinnert Meike Jezmann an Harry Busch, Kurt Döffinger und Horst Zeiter, die mit eingeschworenen Teams die traditionellen Backtage über mehr als 20 Jahre am Laufen hielten. Diese Ära ist vorbei. „Es war für sie auch Stress pur“, weiß Meike Jezmann. Aufgeben will sie die Backtage jedoch noch nicht, aber es anders machen.

Vielleicht ein Schaubacken

Die Museumsleiterin denkt an eine Art Schaubacken. Es gehe nicht um Kuchen- und Brotrekorde. Sie möchte Interessierte gewinnen, die Spaß am Backen haben und sich am Gutsbackofen einfach einmal ausprobieren möchten. „Man kann da ja auch lernen, einfach, damit diese alte Tradition nicht einbricht“, meint sie. Und natürlich gehe es auch darum, dass der Ofen überhaupt mal wieder geheizt und genutzt wird.

Das Backhaus stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der jetzige Ofen – der Vorgänger war eingestürzt – wurde im Jahr 2000 im Zuge des Bodenordnungsverfahrens aufgebaut. Rund 20 000 Euro hat das gekostet. Das Landwirtschaftsministerium förderte den Wiederaufbau zu 80 Prozent. 4000 Euro Eigenmittel brachte seinerzeit der Museumsverein auf. „Wir hatten Glück. Wir hatten damals eine große Summe auf Grundlage des Bußgeldkatalogs bekommen“, sagt Meike Jezmann.

Himmelfahrt als Termin für den Aktionstag

Es war übrigens Kurt Döffinger, der zu Himmelfahrt 2001 dann den Ofen erstmals in Betrieb nahm. Einen altdeutschen Königswinterofen mit Brust-Feuerung. An einem solchen Exemplar hatte er von 1958 bis 1961 in der Jördenstorfer Bäckerei Witte das Bäckerhandwerk erlernt. Zu Himmelfahrt 2019 möchte der Museumsverein den Ofen gern wieder anheizen. „Ein Schaubacken, das muss doch machbar sein. Es können Leute vor Ort oder auch aus der Nachbarregion sein, die hier mit Spaß an der Freude experimentieren“, so Meike Jezmann. Dafür will sie quasi auch noch einmal Klinken putzen.

Die Zeit läuft. Himmelfahrt ist in diesem Jahr am 30. Mai. Im Teterower Ortsteil Teschow haben die Vorbereitungen für den Aktionstag „Himmelfahrt nach Teschow“ begonnen, der schon immer auch rund um Backhaus und Schmiede spielt. Der Museumsverein will bis dahin das Areal um die beiden historischen Gebäude herrichten. Vor allem soll der Schaukasten erneuert werden, kündigt die Museumsleiterin schon an. Der Auftrag dafür sei bereits ausgelöst, die Kosten übernehme der Verein.