TEMPERATUREN

Braucht Stavenhagen noch den Winterdienst?

Neu angeschaffte Schneeschieber liegen im Lager, Schneezäune stehen verloren auf den Feldern. Was fehlt, ist der Winter. Die Hoffnung der Mitarbeiter ist aber noch nicht gestorben.
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Nagelneu ist dieser Schneeräumer, der zum Tag der Winterbereitschaft im vergangenen Herbst bei der Stavenhagener Straßenmeisterei vorgestellt worden war. Zum Einsatz kam er in diesem Winter allerdings nicht. Eckhard Kruse
Stavenhagen.

Ob an den Landesstraßen zwischen Gnoien und Altkalen, zwischen Ivenack und Markow oder an der B 194 von Stavenhagen aus in Richtung Waren: Bei den grünen Zäunen, die dort auf den grünen Äckern stehen, könnte man schon etwas ins Grübeln kommen. Sollen sie vielleicht Rehe und andere Wald- und Feldbewohner davon abhalten, sich auf die Fahrbahn zu verirren? Eher nicht. Es handelt sich vielmehr um Schnee-Auffangzäune, die an besonders gefährdeten Stellen die Straßen vor Verwehungen schützen sollten. Fast sechs Kilometer Schneezäune hat allein die Straßenmeisterei Stavenhagen an ihren 200 Kilometern Bundes- und Landesstraßen aufgestellt. Viel bewirkt haben die Schneefänger in diesem und in den vergangenen Wintern nicht. Es fehlte schlichtweg der Schnee, den die Zäune hätten auffangen können.

Schneeschieber wurden nur einmal angebaut

Für die Straßenmeisterei in Stavenhagen ist es in diesem „Winter“ besonders ärgerlich, dass sich Väterchen Frost nicht aus der Deckung wagt, hatte der Betrieb doch gerade eine ganze Reihe neuer Schneeschieber bekommen. Die Technik ist sogar schon einmal an einem Tag an die sieben dafür vorgesehenen Fahrzeuge angebaut worden – zur Vorführung am Tag der Winterdienstbereitschaft Ende Oktober. Danach aber nie wieder. „An einem Tag, an dem es hieß, es hätte Schnee kommen können, waren wir aber kurz davor“, sagt Beate Rüdiger, die Leiterin der Stavenhagener Straßenmeisterei. Etwas anderes als Schnee lässt sich mit den Räumern nun aber leider nicht schieben.

Ein Totalausfall war der Winter 2019/2020 aber dennoch nicht. Die Stavenhagener Streufahrzeuge waren nämlich seit Ende November an 38 Tagen unterwegs – wenn auch ohne Schneeschieber – zuletzt am frühen Donnerstagmorgen. 250 Tonnen Salz sind in dieser Zeit auf die Bundes- und Landesstraßen im Umfeld von Stavenhagen ausgebracht worden. Das hört sich vielleicht nach viel an, doch 150 Tonnen liegen derzeit noch im Salzlager der Straßenmeisterei. So wie bei richtigen Wintern mussten die Stavenhagener diesmal zumindest nicht nachbestellen.

Hoffnung auf Schnee noch nicht aufgegeben

Einige Landwirte drängen nun bereits darauf, dass die Schneezäune von ihren Äckern wieder verschwinden. „Wir werden aber noch ein paar Tage warten bis es nicht mehr so nass ist, damit wir keine Flurschäden beim Abbauen anrichten“, erklärt Beate Rüdiger.

Wenn nun aber schon die Schneemänner in der Region tatsächlich eine aussterbende Gattung sind, werden denn dann im nächsten Winter trotzdem noch Schneezäune an den Straßen zu finden sein? Damit ist wohl zu rechnen. Immerhin liegt das letzte Schneetreiben noch gar nicht so lange zurück, wie sich Beate Rüdiger erinnern kann. Im Januar 2017 hatten sich die Auffangzäune das letzte Mal so richtig bewährt. Zumindest die Straßenmeister haben für die Zukunft den Glauben an einen echten Schnee-Winter damit noch nicht aufgegeben.

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