Gegen Umleitungsverkehr der B104
300 Dorfbewohner unterzeichnen Protest-Resolution zur L20

Eine Resolution mit 300 Unterschriften übergaben Hedwig Traolé und Friedrich Mann aus Dahmen an Kreisdezernent Romuald Bittl (von rechts).
Eine Resolution mit 300 Unterschriften übergaben Hedwig Traolé und Friedrich Mann aus Dahmen an Kreisdezernent Romuald Bittl (von rechts).
Eberhard Rogmann

Seit Mai rollen täglich Hunderte Lkw auf einer Umleitungsroute durch den Ferienort Dahmen. Anwohner sehen ihre Sicherheit gefährdet.

Friedrich Mann und seine Mitstreiter der Bürgerinitiative Dahmen werten es als Erfolg, dass Vize-Landrat Romuald Bittl sie am Donnerstag zu einem Gespräch im Kreishaus Güstrow empfing. Für die Dahmener steht außer Frage: Die Umleitung des Schwerlastverkehrs über die L 20 ist illegal. Diese Straße ist nach ihrer Auffassung für die Aufnahme dieses Verkehrs nicht geeignet. So wird für Landesstraßen eine Normbreite von 7,5 Metern angegeben. „Die Straße ist an etlichen Stellen deutlich schmaler. Die engste Stelle misst 5,24 Meter”, argumentiert Frank Borchert. Das bringe höchst riskante Situationen bei der Begegnung von Lastzügen mit sich.

Darüber hinaus sei die Sicherheit nicht gegeben. Die Dorfbewohner verweisen auf die Peenebrücke. Diese ist soweit beschädigt, dass sie nur einspurig bei 30 km/h zu passieren ist. Ihre Folgerung lautet schlicht: Diese Straße hätte nie für den Umleitungsverkehr ausgewiesen werden dürfen. Sie fordern, jetzt wenigstens die Belastung zu halbieren. Teterow müsste die von-Thünen-Straße in eine Richtung auch für die Laster über 7,5 Tonnen öffnen. Dazu sei in der Ortsdurchfahrt Dahmen Tempo 30 auszuweisen.

Vorschlag des Bürgermeisters ist chancenlos

Für die Sicht der Dorfbewohner auf die Verhältnisse vor ihrer Haustür zeigt Romuald Bittl Verständnis. Ihre Bewertung der Lage weist er indes zurück. Von illegalen, also rechtswidrigen Zuständen könne keine Rede sein. Die L 20 sei regulär als Landesstraße gewidmet. Das sei die geltende Rechtslage, betonte der Dezernent.

Deshalb sei auch der Vorschlag des Malchiner Bürgermeisters Axel Müller in dieser Sache chancenlos. Müller hatte, nachdem Beschwerden über Gebäudeschäden in der Bahnhofstraße sich häuften, in Aussicht gestellt, mit seinem Teterower Amtskollegen über einen Kompromiss zu reden. Diese sollte zu der erwähnten Aufteilung des Umleitungsverkehrs führen. Teterows Stadtoberhaupt Andreas Lange weist diesen Gedanken zurück. „Wir haben mit allen zuständigen Behörden darüber gesprochen. Die Umleitung der schweren Fahrzeuge bleibt auf den Bundes- und Landesstraßen.” Und damit auf der Bahnhofstraße in Malchin. Das bekräftigt Bittl. Das sei die prinzipielle Verfahrensweise des Straßenbauamtes, von der nur in Havariefällen abgewichen werde. In Aussicht stellte er den Beschwerdeführern, sich für Tempo 30 in ihrer Ortsdurchfahrt einzusetzen. „Sollte eine Möglichkeit bestehen, machen wir das”, versicherte er.