CORONA-HILFE IN NAMIBIA

20-Jährige hilft fernab der Heimat

Eine junge Frau aus der Nähe von Stavenhagen ist seit Herbst in Afrika, um sich in einem Fußballprojekt zu engagieren. Doch hat sich jetzt die Hilfe verschoben. Nach Deutschland zurückkommen, ist im Moment für sie keine Option.
Helfer des Projektes „Dein Ball für Namibia“ machen auf diese Weise deutlich, dass sie die Leute nicht im Sti
Helfer des Projektes „Dein Ball für Namibia“ machen auf diese Weise deutlich, dass sie die Leute nicht im Stich lassen, wenn sie zu Hause bleiben. Privat
Lea Spiegel aus Markow (rechts) verteilt mit Projektgründer Tony Arjen Daugals (2. v. rechts) in Namibia Hilfspakete an d
Lea Spiegel aus Markow (rechts) verteilt mit Projektgründer Tony Arjen Daugals (2. v. rechts) in Namibia Hilfspakete an die Menschen im Township von Swakopmund. privat
Markow.

Eigentlich hätte Lea Spiegel nach Deutschland zurückkehren können. Doch die 20-Jährige bleibt im afrikanischen Namibia. Trotz Covid 19 oder vielleicht gerade deswegen. Die Markowerin will jetzt erst recht den Menschen vor Ort helfen. Das tut sie bereits auf andere Weise. In Namibia ist sie derzeit, weil sie das Fußballprojekt „Dein Ball für Namibia“ unterstützt, das 2018 ins Leben gerufen worden war.

Den Gründer Tony Arjen Dauglas hatte sie im vergangenen Jahr während ihres Praktikums im Georg-Ludwig-Kindergarten in der Küstenstadt Swakopmund kennengelernt, einer Einrichtung der evangelisch-lutherischen Kirche. Der Pritzwalker Amateurkicker war Jugendtrainer beim SFC Swakopmund und so begeistert, dass er auf die Idee kam, Spenden zu sammeln. Denn über Fußball können Kinder von der Straße geholt werden und zur Schule gehen. Das hat Lea Spiegel so beeindruckt, dass sie bei dem Projekt mitmacht. Im Herbst war sie zum zweiten Mal nach Swakopmund geflogen und ist seitdem dort.

Größtes Problem: Wegbleiben der Touristen

Doch in diesen Tagen sind auch hier die Prioritäten ganz andere. Fußball ist im Moment Nebensache. „Seit knapp zwei Wochen sind alle Schulen und Kindergärten geschlossen“, berichtet die 20-Jährige. Am Freitag habe sich die Lage verschärft. „Wir stehen nun auch unter ,Hausarrest‘. Aber hier ist noch alles ruhig und friedlich.“ Das größte Problem sei für Namibia das Wegbleiben von Touristen. Der Tourismus sei ein wichtiger Wirtschaftszweig und biete viele Arbeitsplätze. „Die jetzt natürlich wegfallen“, so Lea. Sie und die anderen des Projekts seien zur Zeit dabei, für die Leute aus dem Township Hilfspakete zu packen. Für 3,50 Euro können sie Reis, Nudeln, Seife, eine Sachspende und ein kleines Rätsel in die Tüte legen.

Zu Wochenbeginn haben sie die ersten Pakete nach Mondesa gefahren, einer Vorstadt von Swakopmund, der Stadtteil liegt im Nordosten der Stadt. „Die Leute haben sich sehr gefreut“, erzählt die Markowerin. „Sie konnten es gar nicht glauben.“ Mit Mundschutz und Gummihandschuhen sind sie auf ihrer Mission unterwegs. Wie Lea weiter berichtet, gehen sie für ältere Menschen und für Altersheime auch einkaufen. Aber das müsse erst noch richtig anlaufen. In den ersten drei Tagen sei die Spendenbereitschaft groß gewesen, egal ob es 3,50 oder 100 Euro waren, für jeden Euro sei man dankbar. Viele Menschen aus Deutschland würden sie unterstützen. „Aber ohne unser Team hier vor Ort würden wir es niemals schaffen.“ Bereits über 200 Hilfspakete konnten die Helfer an Bewohner der Townships verteilen.

Geld reicht immer nur für eine Woche

Das Projekt laufe sehr gut. Es gebe viel zu tun. „Wir können uns vor Arbeit kaum retten“, schildert es Lea. Aber das sei für sie nicht schlimm. „Denn ich sehe, was wir erreicht haben und das macht mich glücklich.“ Wenn sie aus der Ferne nach Deutschland schaut und aus Erzählungen höre, wie dort die Menschen vor allem Toilettenpapier hamstern, kann die 20-Jährige nur mit dem Kopf schütteln. „Ich glaube, die Leute in Deutschland sind verrückt“, meint sie. Kein Mensch brauche zehn Packungen Klopapier. Sie hoffe, dass viele jetzt wachgerüttelt werden und sehen, dass sie eigentlich sehr viel haben und trotzdem meckern. „Die Leute hier können nicht mal hamstern, sie haben einfach nicht das Geld, um länger als eine Woche zu leben“, erklärt Lea. Sie hofft, dass viele das Projekt in Namibia weiter mit einer Spende unterstützen.

Wer helfen möchte, kann spenden an: PayPal: DBFN@GMX.DE oder Kontoverbindung: Sparkasse Prignitz, Kennwort: Dein Ball für Namibia, Iban: DE84 1605 0101 1010 0142 57

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Markow

Kommende Events in Markow (Anzeige)

zur Homepage