Obduktionsbericht
Woran starben die bei Gahlkow gefundenen Kormorane?

Toter Kormoran am Strand bei Gahlkow. Das Tier war nicht verseucht, wie Laborergebnisse belegen.
Toter Kormoran am Strand bei Gahlkow. Das Tier war nicht verseucht, wie Laborergebnisse belegen.
privat

An der Ostseeküste strandeten 14 tote Kormorane. Woran sie starben, ist noch immer noch unklar. Dennoch schließt das Landesamt einen Seuchenfall aus.

Vor etwa einer Woche wurden an einem Strand bei Gahlkow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) 14 tote Kormorane gefunden. Nun gibt es erste Erkenntnisse zur Todesursache der Vögel. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (Lallf) in Rostock hat drei der Kadaver am Donnerstag obduziert und jetzt einen Obduktionsbericht vorgelegt. „Es gibt keine Hinweise auf Vogelgrippe”, teilt Kreissprecher Achim Froitzheim auf Nachfrage des Nordkurier mit.

Verdacht auf Beifang erhärtet sich

Auch ließen sich sonst keine Erkrankungen der Tiere feststellen, zitiert Froitzheim den Bericht. Nach Abschluss der Laboruntersuchung landeten die Ergebnisse direkt auf den Tischen des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Nach Durchsicht des Obduktionsberichts können noch andere Todesursachen ausgeschlossen werden.

Die untersuchten Tiere wiesen keine äußerlichen Verletzungen auf, berichtet Froitzheim. „Bei aller Vorsicht deutet vieles auf Beifang als Todesursache”. Im Stellnetz verfangen sind die Tiere „wahrscheinlich ertrunken”, spekuliert der Kreissprecher. Im Anschluss muss der Fischer die 14 Tiere entsorgt haben, worauf sie an den Strand spülten.

Kormorane jagen im Verbund

Es ist durchaus üblich, dass sich Kormorane auf ihrer Jagd in Fischernetzen verfangen, bestätigt Thorsten Werner vom Nabu-Projektbüro Meeresschutz in Stralsund. Weil die Tiere dann nicht mehr auftauchen können, ersticken sie ganz einfach unter Wasser. Auch passt es zum Jagdverhalten der Kormorane, dass sie ihn Gruppen unterwegs sind. Von daher erklärte sich auch der massenhafte Tod der Tiere, so Werner.

In diesem Zusammenhang beklagt der Naturschutzbund ein dramatische Beifang-Problem in der Fischerei. „Wir als Nabu befürworten alternative Fangmethoden, um den Beifang zu reduzieren”, sagt Thorsten Werner. Dabei haben die Naturschützer vor allem auch Grundschleppnetze, die einen massiven Eingriff in die maritime Umwelt verursachen. Die Beifang-Problematik betrifft einen Großteil der marinen Tier- und Pflanzenwelt, betont Werner.