STAU AUF DER INSEL

Usedom droht ein Dauer-Verkehrskollaps

Auch außerhalb der Hauptsaison im Sommer droht der Insel Usedom laut des IHK-Präsidenten der Verkehrskollaps. Er fordert einen „leistungsfähigen Ausbau” der Usedom-Anbindungen.
dpa
Nicht nur im Sommer sieht man das immer öfter: Dicht gedrängt stehen Autos auf der B111 auf der Insel Usedom vor Wol
Nicht nur im Sommer sieht man das immer öfter: Dicht gedrängt stehen Autos auf der B111 auf der Insel Usedom vor Wolgast in einem langen Stau (Symbolbild). Stefan Sauer
Heringsdorf.

Die Ostseeinsel Usedom (Vorpommern-Greifswald) braucht dringend bessere Verkehrsanbindungen. Ohne durchlässigere Straßen zur Autobahn 20 und eine deutlich bessere Bahnanbindung drohe der Ferieninsel auch außerhalb der Hauptsaison der Verkehrskollaps, teilte der Präsident der IHK in Neubrandenburg, Wolfgang Blank, am Dienstag mit.

Lange Staus und stockender Verkehr seien nicht mehr nur im Sommer und auf den Zufahrten zur Insel ein massives Hemmnis. „Leider hat sich die Verkehrssituation inzwischen auf der ganzen Insel derart zugespitzt, dass Lieferanten und Dienstleister auf dem Weg zum Kunden ebenso behindert werden wie Einwohner auf alltäglichen Wegen zur Arbeit oder zum Einkauf.”

Bundesstraßen und Bahnstrecke

Der „leistungsfähige Ausbau” der Usedom-Anbindungen über die Bundesstraßen 110, 111 und 199 zu den Autobahnen 20 und 11 sei „seit Langem erforderlich und überfällig”, betonte Blank im Vorfeld eines Parlamentarischen Abends in Schwerin.

Auch die seit Jahren geplante Ortsumgehung Wolgast müsse schneller kommen. Zudem sollte die Bahnstrecke über die im Krieg zerstörte Karniner Brücke von Berlin nach Heringsdorf wieder aufgebaut und das Luftverkehrsangebot zum Flughafens Heringsdorf erweitert werden.

Autotunnel unter der Swine

Usedom ist nach Rügen die größte Ostseeinsel Deutschlands, hat nur zwei Zufahrten von Norden und Süden und ist bei Urlaubern sehr beliebt. Besonders Gäste aus ostdeutschen Bundesländern schätzen den langgestreckten Sandstrand.

Die IHK sieht zusätzliche Verkehrsprobleme durch den Autotunnel unter dem Fluss Swine, mit dem der polnische Inselteil Usedoms bald besser an das polnische Festland angeschlossen sein soll. Die Insel brauche schleunigst ein integriertes Verkehrskonzept, das alle Verkehrs- und Aufgabenträger umfasst, so Blank.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Heringsdorf

zur Homepage

Kommentare (1)

Aus finanziellen und ökologischen Geischtspunkten heraus sollte der Verkehrsträger ausgebaut werden, der am leistungsfähigsten ist und nicht sowohl die Bahn als auch die Straße! Das ganze muss sich in einem stimmigen Konzept wiederfinden d.h., Zubringer zu Hotels von der Bahn zum Hotel bzw. zur Unterkunft, gemeinsame Angebote Bahn/Tourismusattraktionen, Usedom-Mobilitätskarte: eine Karte für alle Alternativen zum privaten Auto d.h., Bahn, Bus, Sammeltaxi, E-CarSharing, Leihrad.

Wer Straßen baut wird Verkehr ernten. Die Bahn ist derweil immer noch überlastet.