VON ANALOG AUF DIGITAL

Telekom hat Probleme bei Telefon-Umstellung in MV

Laut Minister Pegel hat die Telekom teils massive – und hausgemachte – Probleme bei der Telefon-Umstellung von Analog auf Digital. Die Telekom schätzt das anders ein.
dpa
Betroffene in MV sollen Probleme mit der Telekom an das Ministerium von Pegel melden (Symbolbild).
Betroffene in MV sollen Probleme mit der Telekom an das Ministerium von Pegel melden (Symbolbild). Oliver Berg
Schwerin.

Bei der Telefon-Umstellung von Analog auf Digital durch die Deutsche Telekom kommt es nach Angaben von Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) in Mecklenburg-Vorpommern zu teils massiven Problemen. In seinem Ministerium häuften sich Beschwerden von Privatpersonen und Unternehmen über Probleme bei der Umstellung, teilte Pegel am Sonntag in Schwerin mit. Die Telekom habe gerade im ländlichen Raum vielerorts offenbar keine ausreichende Vorsorge beim Ausbau leistungsfähiger Telefon- und damit Breitbandnetze getroffen.

„Dies führt jetzt an vielen Stellen dazu, dass Unternehmen und Privathaushalten mit der neuen IP-Telefonie-Technik gar keine Telefon- und Internetanschlüsse mehr angeboten werden können, weil die IP-Telefonie als internetbasierte Telefonietechnologie Bandbreiten erfordert, die vor Ort gar nicht vorliegen”, erläuterte Pegel. Dies könne gut funktionierende Unternehmen ruinieren.

Auch der Nordkurier hatte bereits mehrfach über Leser berichtet, die Probleme bei der Umstellung hatten und dadurch lange Zeit nicht erreichbar waren.

Laut Telekom wenige Kunden betroffen

Die Telekom sprach von einer „sehr geringen Anzahl von Kunden”, bei denen aus technischen Gründen nach dem Wechsel auf die IP-Plattform nicht dieselbe Leistung angeboten werden könne wie auf der alten ISDN-Plattform. „Das bedauern wir außerordentlich”, erklärte Telekom-Sprecher Stephan Bodszio. „Unser Kundenservice berät alle Kunden ausführlich zu alternativen Möglichkeiten.”

Das Ziel der Telekom sei es, möglichst alle Kunden auf das Netz der Zukunft mitzunehmen. „Wo das nicht möglich ist, haben wir für diese Kunden alternative Optionen entwickelt, die in Härtefällen die neben der Telefonie von den Kunden benötigten Leistungsmerkmale eines ISDN-Anschlusses auffangen.” Eine Internet-Anbindung könne beispielsweise über Satellit hergestellt werden.

Betroffene in MV sollen Probleme melden

Minister Pegel forderte Betroffene in MV auf, Probleme an sein Ministerium zu melden. Der Vizepräsident der Bundesnetzagentur, Wilhelm Eschweiler, habe sich bereit erklärt, diese Fälle mit dem Telekom-Vorstand zu besprechen und zu helfen, sie nach Möglichkeit zufriedenstellend zu lösen.

„Dafür müssen diese Fälle dem Vizepräsidenten der Bundesnetzagentur aber überhaupt erst bekannt werden.” Alle Beschwerden, die im Ministerium bereits eingegangen sind oder noch unter der E-Mail-Adresse poststelle@em.mv-regierung.de eingehen, würden der Telekom und der Bundesnetzagentur weitergeleitet.

Seit 2015 stellt die Deutsche Telekom den Angaben zufolge die Festnetzanschlüsse aller Kunden vom analogen Festnetz, zumeist ISDN, auf digitale IP-Telefonie um. Für Privatkunden sollte die Umstellung demnach Ende 2019 abgeschlossen werden, für Geschäftskunden im Jahr 2020.

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Kommentare (1)

Und das ist das Ergebnis. Kuschtouren bringen bei großen Konzernen nichts. Hier bedarf es gesetzliche Regelung. Und gerade wenn man weiß das in Punkten Telekommunikation wir ein vierte Weltland sind. Zum Trost wird es jetzt wieder so schön ruhig wie vor 30 Jahren. Vielleicht zieht es ja Urlauber an die endlich Ruhe von Telefon und Handy suchen.