CORONAVIRUS

Schüler in MV müssen Minusgraden trotzen

Die Bildung in MV ist ein Gewinner der Kabinettsklausur: 256 Millionen Euro fließen in die Schulen, um die Digitalisierung voranzutreiben. Doch ab den Herbstferien gibt es etwas ganz umsonst.
Bilanz und Ausblick: MV-Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) stellte sich am Mittwoch den Fragen der Presse.
Bilanz und Ausblick: MV-Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) stellte sich am Mittwoch den Fragen der Presse. Jens Büttner
Schwerin.

Das Unterrichtsgefühl in den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns wird sich nach den Herbstferien grundlegend ändern. Aufgrund der Corona-Krise und der nahenden Winterzeit, in der mit einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen gerechnet wird, müssen auch die Schulen ihren seit dem Schuljahresbeginn geltenden Hygieneplan nachbessern und anpassen.

Am Mittwochmittag gab Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) bekannt, dass in allen Schulen ab dem 12. Oktober alle 20 Minuten stoßgelüftet werden muss. Und zwar jeweils für drei bis fünf Minuten. In den Pausen wird dann laut Ministerin quergelüftet – dass heißt konkret: Fenster auf und Türen auf – verbrauchte Luft raus, frische Luft rein.

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Mit diesen zusätzlichen Maßnahmen – bisher war in den Hygieneplänen lediglich von regelmäßiger Lüftung die Rede – müssen sich die Schüler und Lehrer zwangsläufig anfreunden. Denn das Stoßlüften alle 20 Minuten ist verpflichtend, machte Bettina Martin unmissverständlich deutlich.

Alternative wäre Abkehr vom Präsenzunterricht

Da könne auch keine Rücksicht genommen werden, wenn draußen im Dezember Minusgrade vorherrschen. Insofern ist es für Schüler und Lehrer wohl ratsam, sich entsprechend zwischenzeitlich mit Schal und Jacke warm zu halten. „Mit diesem Stoßlüften während des Unterrichts folgen wir den Ratschlägen von ausgewiesenen Medizinern und Experten”, sagte Martin.

Und die Ministerin machte auch die Alternative zum Stoßlüften klar: „Dann müssten wir in den Klassenräumen Abstand halten – und könnten nur einen Tag pro Woche Präsenzunterricht anbieten. Wir aber wollen einen verlässlichen Unterricht, den wir seit Beginn des Schuljahres Anfang August für 99,43 Prozent der Schüler in Mecklenburg-Vorpommern gewährleisten.” Damit dies so bleibe, müsse eben in der kalten Jahreszeit, wo man sich vermehrt drinnen aufhält, gut und ausreichend gelüftet werden.

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