SCHAFE IN MV GERISSEN

Problemwolf „GW924m” ist tot

Der Problemwolf „GW924m” war aus Niedersachsen nach MV gewandert und soll dort Schafe gerissen haben. Danach verlor sich die Spur des Wolfes – bis jetzt.
dpa
Das Archivfoto zeigt den Problemwolf GW924M.
Das Archivfoto zeigt den Problemwolf GW924M. ZVG
Hannover.

Der in Schleswig-Holstein zum Abschuss freigegebene Problemwolf „GW924m” ist tot. Monatelang waren Jäger im Norden auf der Pirsch nach dem Tier. Sein Ende kam bereits im Januar in einem Wald bei Gifhorn. Dorthin hatte sich der Problemwolf geschleppt, nachdem er nach am 6. Januar auf einer Straße bei Ringlah angefahren und schwer am Kopf verletzt wurde, wie das niedersächsische Umweltministerium am Mittwoch mitteilte. Jäger fanden ihn dort später verendet vor. Nun lieferte eine DNA-Analyse Gewissheit.

Der Wolf soll in mehr als einem Dutzend Fällen als wolfssicher geltende Zäune überwunden und Schafe gerissen haben. Er war dann nach Mecklenburg-Vorpommern abgewandert, wo er nicht geschossen werden durfte. 

Die meisten Risse hatten im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein stattgefunden. Nach Angaben des Kieler Umweltministeriums wurde das Tier zwischen dem 8. Juli 2018 und dem 21. Oktober 2019 wiederholt genetisch in Schleswig-Holstein nachgewiesen. Der letzte nachgewiesene Riss stammt aber vom 25. Oktober 2019 aus der Nähe von Grambow/Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern.

Zum Abschuss freigegeben

„GW924m hat den Bereich Südwestholstein offenbar verlassen und ist nach Osten weitergezogen”, sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) im November nach Vorliegen der Analyseergebnisse. Seit Ende Januar 2019 durfte das Tier im Rahmen einer Allgemeinverfügung in den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Segeberg von registrierten Jägern geschossen werden – hier war „GW924m” überwiegend aktiv.

Das spezielle Verhalten von „GW924m”, der immer wieder auch Herdenschutzzäune überwand, war laut Umweltministerium eine Herausforderung für Nutztierhalter sowie für das Wolfsmanagement. Der Wolf war aus Dänemark nach Deutschland gekommen. Laut niedersächsischem Umweltministerium nannten einige Wolfsschützer das Tier in den sozialen Netzwerken „Dani”, einen offiziellen Namen hatte der Wolf nicht.

Die Behörden gaben ihm die Kennung „GW924m”. „GW” steht für einen Grauwolf (engl.: Grey Wolf). Danach kommt die Codenummer des Senckenberg-Institutes, im Falles des Problemwolfs aus dem Norden war es 924. Das kleine „m” am Ende zeigt, dass es sich um ein männliches Tier handelt (engl.: male).

Kritik von Tierschützern

In Schleswig-Holstein war der letzte Wolf nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) vor mehr als 200 Jahren erschossen worden – um das Jahr 1810 im Raum Neumünster. Tierschützer hatten die behördliche Abschuss-Genehmigung für den Problemwolf im vergangenen Jahr kritisiert. Die Gesellschaft zur Rettung der Wölfe wollte mit juristischen Mitteln eine Tötung verhindern.

Wölfe gehören zu den in der Europäischen Union besonders geschützten Tierarten. In Schleswig-Holstein, wo die Wölfe lange ausgestorben waren, ist derzeit nur noch ein einziges weiteres Tier bekannt. Die Wölfin mit der Kennung „GW1120f” lebt im Kreis Segeberg. Als 2007 erstmals wieder ein Wolf kam, wurde er im Kreis Ostholstein von einem Auto überfahren. Das Jungtier kam aus Sachsen und war auf der Suche nach einem eigenen Revier quer durch Deutschland gewandert.

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